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Bester Kaffee aus der Dreiflüssestadt

Die Passauer Kaffeeschwestern

In loser Folge stellt lokalnews.de junge, kreative Unternehmen aus der Region vor. Den Anfang machen die Kaffeeschwestern aus der Rosengasse: Carolin Maras und Annika Poloczek von der Black Pirate Coffee Crew.

veröffentlicht von Laura Lugbauer am 26.02.2011 15:12 Uhr im Ressort Wirtschaft

Bei Weinen ist es ganz selbstverständlich, dass Jahrgang, Rebsorte und Herkunftsland auf dem Etikett stehen. Wer würde schon eine Flasche kaufen, auf der nichts anderes außer „Rotwein“ zu lesen ist? Wahrscheinlich niemand. „Trotzdem kaufen täglich Millionen Menschen Kaffee, ohne sich über dessen Inhaltsstoffe Gedanken zu machen“, sagt Carolin Maras.

Das wollen Carolin und ihre Schwester Annika Poloczek ändern. Im Oktober 2009 haben sie die Black Pirate Coffee Crew gegründet. Eine Internetplattform, die kleine Röstereien unterstützt und hochwertigen Kaffee anbietet.

Die Idee dazu entsteht im Sommer 2008 in einem Café in ihrer Heimatstadt Freiburg. Der Kaffee schmeckt grässlich. Woher dieser denn kommt, fragen sie. Aber keiner der Kellner weiß eine Antwort. Ein Schlüsselerlebnis.

Als Badenserinnen sind Carolin und Annika mit einer ständigen „Informationsflut“ über die dort angebauten Weine aufgewachsen. Warum weiß man eigentlich so wenig über Kaffee, fragten sie sich. Und begannen zu recherchieren.


Das Logo der Black Pirate Coffee Crew
Kaffee gilt nicht als Lebens- sondern als Genussmittel, deshalb müssen die Inhaltsstoffe nicht gekennzeichnet sein, erklärt Carolin. „Das hat dazu geführt, dass gerade die großen Röstereien immer mehr Zusätze beigefügt haben – auch um Kosten zu sparen.“ Auch jede Menge Skandale – die von der Öffentlichkeit aber wenig beachtet wurden – hat es in den letzten Jahren gegeben. In Amerika etwa hatte ein Röster „Schlankmacher-Kaffee“ mit Appetitzüglern vertrieben.

Mittlerweile schreiben auch die fünf großen Röstereien auf ihre Etiketten „100% Arabica“ oder „aus Brasilien“. Für Carolin ein Fortschritt. Trotzdem beurteilt sie das allgemeine Kaffeewissen der Deutschen immer noch als mangelhaft: „Viele kennen nicht einmal den Unterschied zwischen Arabica und Robusta."

Arabica vs. Robusta – Über Geschmack lässt sich streiten

Arabica-Bohnen sind eher fruchtig und blumig mit leichten Zitrusnoten. Wer Anfällig für Magen- oder Schlafprobleme ist, sollte es mit Arabica probieren: Die Bohnen enthalten weniger Säure als Robusta und haben auch nur halb so viel Koffein.

Robusta-Bohnen haben ein würzigeres Aroma. Sie schmecken schokoladig bis nussig und eignen sich gut für Kaffee-mit-Milch-Trinker, Cappuccino oder Latte Macchiato.


Entscheidend ist auch die Röstdauer der Bohnen. Industrieller Kaffee wird in der Regel eine Minute bei bis zu 450 Grad geröstet. „Für die Bohnen ist das eine Schockbehandlung“, sagt Carolin Maras. Bei der Röstung von Hand werden die Bohnen 15 bis 30 Minuten bei höchstens 220 Grad behandelt. Das hat auch den Vorteil, dass Bitterstoffe und Säuren – oft verantwortlich für Sodbrennen und Magenbeschwerden – verloren gehen.

Auch in der Auswahl der Bohnen haben kleine Röster für Carolin Maras das bessere Händchen. „Auf großen Plantagen wird maschinell geerntet – das heißt, es landen auch un- und überreife Bohnen in der Produktion.“ Außerdem experimentieren kleinere Röster mehr mit unterschiedlichen Bohnenkombinationen.

In ihrem Kaffeeclub stellen die Schwestern monatlich einen Röster vor. Die Kunden bewerten dessen Angebot – was für gut befunden wurde, bleibt dauerhaft im Sortiment. Die Kundschaft ist, auch zum Erstaunen der Unternehmerinnen, überwiegend männlich.

Seit über einem Jahr sind sie jetzt im Geschäft. Was haben sie gelernt? "Dass man an sich und die Sache glauben muss, um Rückschläge verkraften zu können", sagt Carolin. Und: "Du musst dich wirklich reinknien und dich auskennen in deinem Fach - sonst verlierst du deine Glaubwürdigkeit."



Annika Poloczek (rechts im Bild) ist Diplom-Kulturwirtin. Sie hat bis 2007 in Passau studiert und war anschließend beim Berliner Start-Up Betterplace, einer Online-Plattform für soziale Projekte, im Key-Account Management tätig.

Carolin Maras (links im Bild) hat bis 2006 Amerikanistik, BWL und Psychologie in Frankfurt am Main studiert und arbeitete anschließend bei der Frankfurter Agentur Konvoi in der PR-Beratung.


Du kennst ein weiteres junges, kreatives Unternehmen aus Passau? Wir freuen uns auf deine Vorschläge. Einfach kommentieren!

Weiterführende Links zum Thema:
- Zur Internetseite der Black Pirate Coffee Crew


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