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50 Studenten ziehen demonstrierend durch die Stadt

"Da muss ich mich aber schon aufregen"

Das Pfeifen hört man schon, bevor man sie sieht. Polizeiwagen sperren die Ringstraße ab, für die eine Minute, die die Gruppe den Berg der Augustinergasse hinauf braucht.

veröffentlicht von Susanne Wax am 17.11.2011 14:27 Uhr im Ressort Bilder

Das Pfeifen wird lauter, dazu mischen sich Sprechchöre. Dann sieht man sie: Und sie sind weniger, als wonach sie sich anhören.

Etwa 50 Passauer Studenten haben heute ihrem Unmut über das Bildungssystem Luft gemacht (ihre Forderungen gibt's nachzulesen hier). Mit einer Demo von der Uni in die Neue Mitte, über die FuZo runter zum Inn und von da wieder zum Campus. Lediglich 0,5 Prozent der über 10.000 Studenten fassenden Uni Passau haben sich aufgerafft, auf die Straße zu gehen.




„Seid'S Ihr Studenten?“, fragen zwei Frauen den jungen Mann, der kreuz und quer um den Protestwurm am Stadtturm herumläuft und an die Passanten Flyer mit den Forderungen verteilt. „Ja!“ - „Na, wir aber ned.“ Der junge Mann lacht: „Aber wir brauchen doch auch Ihre Unterstützung!“ Die Frauen beginnen, die Zettel zu lesen.

Richtung FuZo zieht die Meute, in dicke Jacken gekleidet, mit Mützen und Handschuhen. Mit Transparenten und beschrifteten Kartons: „Bildungsprotest Passau – Es gibt kein ruhiges Hinterland“, liest man da. Oder: „Solidarität statt Selektion“, „Autonome Unis“, „Fuck Bologna“. Ein Student mit dunklem Teint und schwarzen Haaren trägt ein Schild mit der Aufschrift „Solidarität mit Chiles Studenten.“ Das größte Banner verkündet: „Bildung weg, Tasche leer, CSU Danke sehr“. Und ihre Sprechchöre, sie wechseln minütlich, wie sie durch die Stadt ziehen: "Bildung statt Bundeswehr", "Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut". Am Megaphon die meiste Zeit: Valerie Schult vom AStA/SprecherInnenrat, die am Wochenende die Aktion "Occupy" mit knapp zehn Teilnehmern angeführt hat (wir berichteten hier).

Kopfschütteln und Klatschen


An den Ampeln am Ludwigsplatz macht die Polizei den Weg wieder frei, in der FuZo bleiben alte und junge Passanten stehen und schauen. Manche schütteln den Kopf, ein älterer Mann klatscht. Die Trillerpfeifen legen sich wie ein Klangteppich über die Stadt. "A sechane Gaudi", sagt ein Mann mit Hut und Feder an der Krempe.

Am Inn ist es die Ruhe vor dem Sturm, bevor die 50 Studenten aus der Theresienstraße heraus über die Ampel - wieder freigehalten von einem Polizeiwagen - treten. Etwa so viele Enten wie Studenten haben sich auf der Wiese am Mahnmal niedergelassen, haben die Schnäbel in die Federn gesteckt, dösen vor sich hin. Als der Lärm näherkommt das erste Schnattern, Flügelschläge. Dann nimmt der Lärm nochmal zu. Ein Flattern, ein Gequake, die Enten fliegen wild durcheinander auf und segeln in Richtung Wasser.

Mit Sprechchören geht es auf die Zielgerade entlang am Inn. Eine ältere Frau geht neben der Szene her. "Da muss ich mich aber schon aufregen, dass da kaum einer mitmacht von den 10.000", sagt sie. Selber habe sie auch mal studiert, beim Demonstrieren wäre sie sofort dabei gewesen. "Da sieht man wieder, dass unsere Passauer Studenten reiche Eltern daheim haben". Sie sagt es und ihre Schritte werden schneller. Auf Höhe des Fünferlstegs überholt sie die Studenten. Die wechseln gerade wieder den Sprechchor: "Bildung für alle und zwar umsonst."


Ein Video der Demonstration:

Fotos: Wax / Wildfeuer, Video: Wildfeuer


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Ludwigsplatz , lokalnews , Bundeswehr , Theresienstraße , CSU , Fünferlsteg , Studenten

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