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Stefan Dettl rockt in der Dreiländerhalle

A Liveband - Jawoi!

„Mia san a Liveband“ heißt ein Song von Stefan Dettl. Das sieht er ganz richtig.

veröffentlicht von Laura Lugbauer am 20.05.2011 11:25 Uhr im Ressort Bilder

Denn was die Burschen gestern in der Dreiländerhalle aufgeführt haben, hat wenig mit dem zu tun, wie man sie aus dem Radio kennt. Stefan Dettl live ist großes Kino.

Der junge Mann, der während die Vorband First Class Ticket spielt, vor der Halle auf und ab tigert, schaut gar nicht nach „Rockstar“ (das ist ja der Albumtitel) aus. Die blonden Haare ein bisschen zerzaust, braunes T-Shirt, Jeans, barfuß. Die Fußsohlen sind schon ziemlich schwarz. Dettl kommt mal rüber „Hey habts ihr vielleicht so an Typen in am roten T-Shirt gseng? Der miassad irgendwo do a bissl verwirrt umanandsteiern.“ Ein Typ in Rot war tatsächlich da und hat vollmundig die Vorgruppe gelobt. Ein Östereicher? „Ah na, des war da Andi, des is unser Posaunist.“ Dettl sucht weiter. Stress vorm Auftritt? "Eher ned, na." Nachdem sich die beiden Herren endlich gefunden haben, geht Stefan in die Halle und schaut sich noch die letzten Songs von First Class Ticket an.

"Passt ned" - passt gut


Licht aus, Spot an, Applaus, Dettl betritt die Bühne. Schuhe hat er immer noch nicht an und erstmal gibt es auch keine Musik sondern einen Schwank aus dem Tourleben. Erzählen tut er immer wieder zwischen den Songs – manchmal auch mitten im Lied – und manchmal fragt man sich, ob man hier ein Konzert besucht oder einen Kabarettabend. Unterhaltsam ist es allemal. Der Dettl Steff ist nicht nur ein begnadeter Musiker, sondern auch Entertainer. Das Publikum hat er fest im Griff, ab dem ersten Song: „Des passt ned“, singt Dettl und die Dreiländerhalle singt mit. Passt doch.

Richtig fesselt die Band, wenn sie spielt. Das Album Rockstar und auch ein paar neue Songs. Mitsingen, bittschön. Textlich macht Stefan es seinem Publikum einfach. Es gibt eigentlich immer eine Lalala-, Dididi- oder Nanana-Passage, die man auch ohne Vorbereitung mitgrölen kann. Und tanzbar ist der Dettl-Sound allemal. Das beweist der Sänger, Gitarrist und Trompeter selbst am besten. Er werkt wie ein Besessener, nach wenigen Nummer ist das braune T-Shirt komplett durchgeschwitzt. Dass auf der Bühne die höchste Gaudi herrscht, das merkt man aber auch dem Rest der Band an.

Heimspiel für Dettls Bayerwald-Drummer


Zwischendurch werden auch mal die Instrumente gewechselt. Schlagzeuger Tobi Weber kommt ans Mikro, Stefan Dettl übernimmt die Drums. „Bei uns is des so“, erklärt der Frontmann, „immer der, wo vergessn hod, dassa an Bus zuasperrt, der muas singa.“ An der Unachtsamkeit allein hat es wohl nicht gelegen, dass ausgerechnet Tobi Weber nach vorne kommt. Für den Bayerwäldler war es quasi ein Heimspiel.

Aber auch die restliche Band kriegt ihr Fett weg. Gitarrist Fabian Jungreithmayr ist der jüngste der Truppe und bekam beim Solo „Rockstar" Nachhilfe vom Leader. „Des Wichtigste is immer der Augenkontakt mit de Mädls. Probiermas amoi!“ Fabian spielt und schaut. Sein Gesichtsausdruck liegt irgendwo zwischen gequält und geschmeichelt, das Energiebündel Dettl springt, turnt, tanzt um ihn herum. Als der Chef dann wieder übernimmt, ist der Gesichtsausdruck des Bandkükens wieder leichter einzuordnen: erleichtert.

Großes Kino bei leisen Tönen


Die Truppe rockt. Dass sie auch leise Töne können, das zeigen sie bei der Zugabe. Das Publikum wird ganz nah zur Bühne gelockt, ganz ganz nah. Die Band kommt ganz nach vorn, die Instrumente bleiben stehen, das Mikro bleibt aus, das Licht wird gedimmt. Und dann singt Dettl – nur von hundertfachem Schnipsen begleitet – „Weil i di mog“.

Als letzten Song gibt es nach drei Zugaben ein zweites mal „Rockstar“. Der Saal tobt, die Band tobt und obwohl alle nach gut zwei Stunden Halligalli am Ende sind, scheint es eigentlich doch noch viel zu früh für den finalen Applaus. „A Liveband“ – Jawoi Buam, des sads!

Fotos: Lugbauer/Luckner


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