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Erweiterungskonzept der Uni nimmt Gestalt an

Volle Fahrt voraus bei Technik Plus

Postive Signale aus Politik und Wirtschaft für Technik Plus: Schon in einem Jahr könnte der Aufbau der Technischen Fakultät beginnen.

veröffentlicht von Laura Lugbauer am 24.02.2011 13:47 Uhr im Ressort Bilder

Eine Technische Fakultät für die Uni Passau soll her - schließlich hat Niederbayern als einziger Regierungsbezierk keine. Am Donnerstagvormittag haben Verantwortliche der Universität ihr Konzept Vertretern aus Politik und Wirtschaft präsentiert. Die Resonanz war durchwegs positiv

Welche neuen Lehrstühle kommen?

Es soll nichts komplett neues aus dem Boden gestampft werden, man will vorhandene Stärken ausbauen. Das heißt, es soll nicht nur die bestehende Fakultät für Mathematik und Informatik in eine Technische Fakultät umgewandelt werden. Auch in den anderen Fachbereichen soll es ergänzende Angebote geben.

Konkret sind folgende Lehrstühle geplant:

An der Technischen Fakultät:
-Sensorik
-Automobilelektronik
-Mobile und Pervasive Infrastrukturen
-Social Media Engeneering
-Regelungs- und Automatisierungstechnik
-Feinwerktechnik/Aktuatorik
-Technologien für Schutz und Sicherheit kritischer Infrastrukturen

An der Juristischen Fakultät:
-Common Law
-Verstärkung des Sachverständigenwesens

An der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät:

-Wissenstransfer
-Technologie und Innovationsmanagement

An der Philisophischen Fakultät:
-Technik und Gesellschaft
-Psychologie mit Schwerpunkt Mensch-Maschine-Interaktion und Usabilityforschung
-Verstärkung im Bereich Wissenschaftskommunikation

Im Bereich Didaktik:
-Didaktik der Informatik
-Verstärkung der Didaktik der Mathematik


Zudem ist ein Technologie-Transferzentrum in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Deggendorf geplant. Insgesamt entstehen laut Unikanzler Ludwig Bloch rund 75 Arbeitsplätze, davon 14 Professuren.

Wer soll das bezahlen?

Finanziell hält sich das Projekt in Grenzen, vor allem, weil keine Neubauten erforderlich sind. Die Uni will ihre Gebäude mitnutzen und zusätzlichen Platzbedarf durch campusnahe angemietete Flächen decken. Diese wären kurzfristig verfügbar. Zum Start wäre laut Bloch eine einmalige Investition von etwa fünf Millionen Euro notwendig. Die laufenden Kosten schätzt er auf rund sieben Millionen Euro pro Jahr.

"Hier wird nicht Geld für Gips gefordert, sondern Geld für Grips", sagt Frank Martin, stv. Hauptgeschäftsführer der IHK Niederbayern. Ein Schwerpunkt des Konzepts ist der intensive Kontakt mit der heimischen Wirtschaft. Insbesondere das Transferzentrum "Technik und Innovation" soll als Ergänzung des seit Jahren erfolgreichen FORWISS mit seinen Industriekooperationen verstärken.

Mehr Zusammenarbeit mit der FH Deggendorf und Schulen


Neu sind auch sogenannte kooperative Promotionen mit der FH Deggendorf.Wissenschaftliche Mitarbeiter der FH haben die Möglichkeit, einen Dokortitel zu erwerben, was bisher nicht der Fall war. Bei der Promotion haben die Doktoranden einen Betreuer von der Universität und einen von der Fachhochschule.

Außerdem soll der Kontakt zu Schulen verstärkt werden. Bereits in den frühen Phasen der Schulausbildung soll das Interesse für die MINT-Fächer (Mathematik, Interformatik, Naturwissenschaften, Technik) geweckt werden. Am besten in den Kindergärten sollte man anfangen, so Dr. Armin Bender von msg-systems. Zudem soll an der Uni mit dem Lehrstuhl der Informatik-Didaktik die Lehrerbildung verstärkt werden.



Auch eine verstärkte internationale Ausrichtung ist geplant. Es sollen internationale Studiengänge, insbesondere in Informatik und Informationstechnik eingeführt werden. Im Gespräch ist etwa ein Masterstudiengang Collaborative Technical Systems, der zusammen mit den Hochschulen Deggendorf und Linz angeboten wird. Mit einem Recruiting- und Welcomecenter soll ein ergänzendes Serviceangebot geschaffen werden.

Konkurrenz aus Straubing?


MdL Walter Taubeneder räumt den Plänen große Chancen ein: "Die Universität hat ein mach- und finanzierbares Konzept im Blick. Ich sehe keine Probleme bei der Bewilligung." Die Hochschule muss nun ein detailliertes Konzept vorlegen. Etwa ein Jahr wird das Bloch zufolge dauern. Dann muss das Bildungsministerium das Papier bewerten und Haushaltsmittel bereitstellen. Bis Technik Plus vollständig umgesetzt ist, wird es wohl zehn Jahre dauern.

Auch in Straubing ist die Einrichtung einer Technischen Fakultät geplant. Macht Niederbayern sich als Wissenschaftssstandort selbst Konkurrenz? Nein, sagt MdL Bernd Sibler, Vorsitzender des Ausschusses für Hochschule, Forschung und Kultur. "Straubing und Passau bauen jeweils ihre vorhandenen Kompetenzen aus. Ich sehe keine Überschneidungen", so Sibler.

Heinrich Schmidt, Vorsitzender der Freien Wähler in Bayern, betonte, wie wichtig es sei, auch den ländlichen Raum zu stärken. "Wir müssen die jungen Leute in der Region halten. Dazu ist der Ausbau des Lehrangebots ein wichtiger Schritt."

Weiterführende Links zum Thema:
- Schaubild der Präsentation zum Konzept Technik Plus


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