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Passauer Volkstheater feiert am 8. Oktober Premiere

Laienschauspiel mit langer Tradition

Das neue Stück des Volkstheaters Passau kommt diesen Samstag auf die Bühne. Die traditionsreiche Laienschauspieltruppe bietet lustvolle Unterhaltung auf hohem Niveau.

veröffentlicht von Esther Mischkowski am 05.10.2011 14:21 Uhr im Ressort Bilder

Als das „ Volkstheater Passau“ 1981 auseinanderbrach, löste das bei vielen großes Bedauern auf. So auch bei Mario Fioritto, der erst ein Jahr zuvor zu der Schauspieltruppe hinzugestoßen war. Deshalb rief er mit einigen Mitstreitern kurzentschlossen im Jahr darauf ein neues Ensemble unter demselben Namen ins Leben. Schon das erste Stück, eine Bauernkomödie mit dem Titel „Einmaleins der Liebe“, war ein großer Erfolg. Seitdem wurde jedes Jahr ein neues Stück von den passionierten Laienschauspielern auf die Bühne gebracht, viele davon federführend unter der Regie von Fioritto. Und der Anspruch dabei ist hoch: „Wir wollen unterhalten, aber legen großen Wert auf ein bestimmtes Niveau – derb wird es bei uns nicht“, stellt der Regisseur klar. Auch dramatische Stücke standen schon auf dem Programm, „aber die funktionierten in Passau nicht so gut“, so Fioretto. So kristallisierte sich immer mehr ein Schwerpunkt auf unterhaltsame Komödien aus der guten alten Zeit heraus, und dieser Linie ist man sich bis heute treu geblieben.




Freiwilliges Engagement vor und hinter der Bühne


Bis vor vier Jahren tourte die Truppe mit ihren bayerischen Lustspielen durch Passaus Wirtshäuser, absolvierte zudem Gastspiele im Stadttheater oder auf anderen größeren Bühnen. Stammschauspieler wie Wolfgang Stöbich, Klaus und Heidi Mahler, Adi und Beate Rimböck oder Brigitte Repa sind schon seit vielen Jahren mit Herzblut und Talent dabei. Und auch hinter der Bühne arbeiten viele fleißige freiwillige Helfer daran, die hohe Qualität der Aufführungen sicherzustellen. Vereinsvorsitzende Heidi Kralliger beispielsweise kreiert mit viel Geschick und Phantasie die Kostüme, ihr Mann Helmut zeichnet für die Technik verantwortlich. Derzeit umfasst die komplette Truppe ungefähr 25 Personen, zwölf davon stehen bei der aktuellen Inszenierung auf der Bühne. Dabei ist es nicht immer leicht, Nachwuchstalente zu finden. Firoritto: „Es melden sich zwar viele, wenn sie aber hören, mit wie viel Zeit und Arbeit das verbunden ist, springen die meisten wieder ab."


Bauernkomödien in sakraler Atmosphäre



Regisseur Mario Fioritto gewährt einen Blick hinter die Kulissen.
Aber das Volkstheater Passau lebt vom freiwilligen Engagement seiner Mitglieder, und manchmal eröffnet dies ihm ungeahnte Möglichkeiten. So sind seit 2008 die Auftritte in oftmals viel zu beengten Wirtshausstuben passé: Brigitte Repa, die als langjähriges Mitglied des Laientheaters oft auf der Bühne steht, stellte gemeinsam mit Ehemann Christian Repa die Kirche des ehemaligen Priesterkollegs der Salvatorianer zur Verfügung. Seit vier Jahren dürfen sich nun Schauspieler und Zuschauer gleichermaßen an dem sakralen Ambiente des stattlichen Gebäudes erfreuen, das auf dem Klosterberg über der Passauer Ilzstadt thront. Von der stufenartig aufgebauten Zuschauertribüne aus hat man von überall einen hervorragenden Blick auf die Schauspieler, und die Akustik ist ausgezeichnet. „Die Bühne bringt außerdem mit ihren zwei Ebenen viel mehr Dynamik in das Spiel“, schwärmt Fioritto.


Irrungen und Wirrungen in drei Akten


Und so dürfen sich die Zuschauer auch dieses Jahr wieder auf einen stimmungsvollen Abend freuen. Diesmal steht „Der kühne Schwimmer“ von Ernst Bach und Franz Arnold auf dem Programm. Der bayerische Schwank entspinnt in drei Akten ein lustvolles Netz aus Irrungen und Wirrungen rund um den reichen, aber etwas biederen Witwer Otto Häberlein (gespielt von Wolfgang Stöbich). Dieser rettet – mehr dank seines Geldes als dank seines Mutes – eine schöne junge Frau (Katrin Haidl) vor dem Ertrinken, worauf sie aus Dankbarkeit ihren vermeintlichen Retter heiraten will. Als sich Häberlein als der falsche Held erweist und zudem noch der ehemalige Verlobte der Schönen auftaucht, kommt es jedoch ganz anders, und mehr soll an dieser Stelle auch nicht verraten werden. Premiere feiert der „Schwimmer“ diesen Samstag, den 8.Oktober, um 20 Uhr, weitere Aufführungen finden jeweils an den folgenden sechs Samstagen statt. Karten sind unter Tel. 0171/1062215 sowie an der Abendkasse erhältlich.

Fotos: Esther Mischkowski


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Stadttheater

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