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Kulturausschuss wünscht sich mehr Zeitgeist

Das Oberhaus-Museum als "Disney World"

Das Oberhaus-Museum braucht gewagtere Angebote, um mehr Besucher anzulocken, findet der Kulturausschuss. Und der Kulturreferent hat die ständige Kritik am Konzept langsam satt.

veröffentlicht von Susanne Wax am 13.10.2011 15:13 Uhr im Ressort Bildung & Kultur

Eine Art Disney-World mit einer Erlebnis-Folterkammer schlägt Ursula Karl-Hellwing (FDP/PaL) vor. Alois Feuerer (FWG) plädiert dafür, den Bezirk bei der Finanzierung heranzuziehen. Und Stadtfuchs Matthias Koopmann nennt das Schloss Schallaburg mit einer Beatles-Ausstellung als Vorbild. Im Kulturausschuss war gestern herauszuhören: Man wünscht sich mehr Pep auf dem Oberhaus, speziell im Museum. Anstoß der Diskussion waren die Besucherzahlen von 30.000 im Jahr, die Kulturreferent Dr. Max Brunner im Rahmen der Haushaltsvorberatungen nannte.

Brunner erzählte von einer großen Ausstellung, die Passau im Königreich Bayern zeigt, die gerade vorbereitet wird. Bis 15. November läuft noch die Paula-Deppe-Ausstellung, das Interesse liege im Mittelmaß: "Damit konnten wir aber rechnen. Dennoch sehen wir es als gerechtfertigt an, einer so bedeutenden Passauer Künstlerin diese Ausstellung zu widmen", erklärte Brunner. Und er äußerte seinen Unmut über das ständige Kritisieren der Museumsphilosophie: "Außer im Stadtrat bekommen wir nur Positives zu hören. Wir werden oft gefragt: Wie macht ihr das, dass ihr so viele Besucher habt?" Gerade fachkundige Kollegen würden sich Tipps zur Museumspädagogik holen.




Die Museumspädagogik sei tatsächlich vorbildlich, erklärte Matthias Koopmann, als ehrenamtlicher Verwaltungsrat des Oberhaus-Museums in der Sitzung dabei. Doch müssten die Sonderausstellungen mehr dem Zeitgeist entsprechen: "Dass Paula Deppe den nicht trifft versteht sich von selbst." Er nannte als Beispiel das Schloss Schallaburg in Niederösterreich, das 2010 mit großem Erfolg eine Beatles-Ausstellung gezeigt habe: "Es hat schlicht mit dem Thema zu tun, ob die Leute kommen."

"Folterkammer, in der es ordentlich rumpelt"


Ursula Karl-Hellwing sprach die Dauerausstellung an. Die müsste vor allem für Kinder aufregender gestaltet werden: "Denn so lange es keine Aufstiegshilfe gibt, kommen vor allem Schulklassen da rauf." Das Oberhaus müsse eine Anziehung "wie eine Art Disney World" haben: "Dann brauchen wir eine Folterkammer, in der es ordentlich rumpelt und in der man vielleicht sogar das Foltern nachahmen kann."

Nicht immer "in den eingefahrenen Kanälen" weiterzumachen, dazu rief auch Alois Feuerer auf: "Denn mit den Besucherzahlen kann man alles andere als zufrieden sein. Sie als Kulturreferent müssten doch sagen: Ich muss mehr werben." Bis zu 50.000 Euro für Marketingmaßnahmen gehörten in den Haushalt, forderte Feuerer. Wenn der Stadt die ganze Oberhaus-Angelegenheit zu teuer werde, dann müsse man sich Gedanken machen, die Finanzierung auf mehrere Beine zu verteilen: "Es sollte sich der Bezirk oder sogar der Freistaat beteiligen. Wir leisten ja auch Arbeit über die Region hinaus."

Kulturreferent Brunner betonte, es gebe durchaus große Bemühungen um Werbung und Marketing, außerdem stemme man Veranstaltungen wie die Burgfestspiele im Sommer und vieles weitere, das zu wenig Anerkennung bekomme: "Ich würde Ihnen bei Gelegenheit gerne mal aufführen, an wie vielen von 365 Tagen im Jahr was geboten ist im Oberhaus-Museum."

Museumsshop privatisieren?


Pläne gab Brunner noch für den Museumsshop bekannt, der nach seiner Aussage "unglücklich" in die Ausstellung eingebunden sei: "Wir denken über einen anderen Standort nach und auch darüber, ihn zu privatisieren." Gegen Pacht würde es dann einen eigenen Betreiber geben, der die Kataloge und Andenken anbietet.




Fotos: Archiv Wax

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