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Melanie Schmitt und Paul Przybilla über Kulturwirtschaft

„Wir studieren Kulturenaustausch“

Melanie Schmitt (23) und Paul Przybilla (26) studieren beide im dritten Semester Kulturwirtschaft. Heute stellen sie ihren Studiengang gemeinsam vor.

veröffentlicht von Vinzenz Gebhardt am 05.12.2011 08:58 Uhr im Ressort Bildung & Kultur
Mehr zum Thema: Alle Beiträge zum Thema "Meine Uni Passau" findest Du auf unserer Themenseite.

Der Studiengang Kulturwirtschaft/International Cultural and Business Studies wurde erst letzte Woche bei dem bundesweiten Wettbewerb Cum Laude als zweitbester Studiengang Deutschlands ausgezeichnet. Lokalnews berichtete darüber. Melanie und Paul erzählen uns nun, warum sie sich für dieses Studium entschieden haben.

Mannheim, Duisburg oder Passau


„Ich habe einen Studiengang gesucht, der Kultur und Internationales beinhaltet“, sagt Melanie. In Mannheim und Duisburg habe sie ähnliche Studiengänge gefunden, aber ihr Favorit war schließlich Passau. Da sie aus der Nähe von München kommt, ist Passau auch am nächsten zu ihrem Heimatort. Paul stammt aus Straubing, auch bei ihm war die Heimatnähe ein wesentlicher Faktor. Außerdem habe er sich schon ein paar Jahre zuvor, während seiner Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann, in die Stadt Passau verliebt.


Paul und Melanie in der Lounge der Zentralbibliothek

Lateinamerika und Ostmitteleuropa


Jeder Student kann im Studiengang seinen eigenen Kulturraum wählen. Zur Auswahl stehen: frankophoner, iberoromanischer, angloamerikanischer, ost- und mitteleuropäischer, südostasiatischer, italienischer und deutscher Raum. Melanie hat sich für den Ibero-Kulturraum entschieden, dieser beinhaltet die Auseinandersetzung mit Spanien, Portugal und Lateinamerika. Sie war bereits sechs Wochen in Chile und ein Jahr in der Karibik zur Kinderbetreuung, deshalb hat sie sich für diesen Kulturraum entschieden. Melanie spricht Spanisch und lernt zur Zeit Portugiesisch. „Das ist nicht schwer zu erlernen, wenn man schon Spanisch kann“, sagt sie. Bei Paul fiel die Entscheidung auch nicht schwer: Da er polnische Wurzeln hat, hat er sich für den ost- und mitteleuropäischen Kulturraum entschieden. Als Sprache hat er deshalb auch Polnisch gewählt.

Als „Kuwi“ ist ein Praktikum im Ausland oder ein Auslandssemester Pflicht. Melanie und Paul haben das noch vor sich. Paul möchte gerne nach Krakau, „in die Kulturhauptstadt Polens, dort treffen sich einzigartige Künstler, Literaten, Musiker und Schauspieler Ostmitteleuropas.“, erzählt er schon vorfreudig. Melanie zieht es hingegen einige tausend Kilometer weiter südwestlich: „Ich möchte nächstes Semester nach Argentinien, Santiago del Estero.“

„Eierlegende Wollmilchsau“


„Unser Studiengang hat insgesamt fünf Module“, erklärt mir Melanie, „das interkulturelle Basismodul, Kulturraumstudien, Wirtschaftswissenschaften, Sprachen und das Profilmodul mit Praktikum oder Auslandsstudium“. Das interkulturelle Basismodul gebe einen groben Überblick und die Kulturraumstudien würden sich mit Geschichte, Gesellschaft und der Geographie des gewählten Raums beschäftigen. „In Wirtschaftswissenschaften hat man unter anderem Mathematik für Wirtschaftswissenschafter und Betriebliches Rechnungswesen “, fügt Paul hinzu. Insgesamt werden also viele Bereiche mit dem Studiengang abgedeckt. „Wenn man mit dem Studium fertig ist, wird man zur eierlegenden Wollmilchsau“, sagt er scherzhaft.

Was kommt nach dem Kuwi-Studium?



Paul möchte als Kulturreferent arbeiten
Für Paul steht fest, dass er seiner Ausbildung als Veranstaltungskaufmann treu bleiben möchte. „Ich möchte später für den Jugendaustausch sorgen und interkulturelle Feste organisieren“, erzählt er. Dazu brauche man viele Beziehungen, die er bereits während dem Studium knüpfe. „Melanie und ich organisieren mit anderen Studenten zusammen das Benefizfestival Muestra.“ Ein iberoamerikanisches Filmfest mit Kurzfilmen aus spanischsprachigen Ländern.

Melanie kann sich vorstellen, später in Lateinamerika zu arbeiten. „Die Botschaft und das Konsulatswesen interessieren mich“, sagt sie. Der Kultursektor sei nicht groß, deshalb müsse man erstmal einen Fuß in die Tür bekommen.

Bei Mathe nicht verzweifeln



Melanie will später ins Ausland
Auch für Neustarter haben beide einige Ratschläge parat: „Nach dem ersten Semester darf man nicht verzweifeln“, so Melanie. Man müsse erst lernen, nicht zu viel zu Beginn zu belegen. Sieben Prüfungen pro Semester seien genug und besonders bei Mathe dürfe man nicht verzweifeln. Außerdem solle man richtig recherchieren, welcher Dozent und welche Fächer einen am besten bei der späteren Berufswahl weiterhelfen, sagt Paul. Das „Campus-Management-System“ Stud.IP sei dafür eine große Hilfe. Im Kuwinetzwerk www.kuwi.de findet man weitere Tipps für Studenten.



Fotos: Gebhardt


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