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Meine Uni Passau: Der Studiengang Caritaswissenschaft

Der Mensch im Mittelpunkt

Magdalena Eber (25) studiert den Masterstudiengang Caritaswissenschaft im ersten Semester. In „Meine Uni Passau“ erzählt sie von Non-Profit-Organisationen, von Wochenendseminaren und wo man am besten in der Mittagspause essen geht.

veröffentlicht von Vinzenz Gebhardt am 23.01.2012 09:23 Uhr im Ressort Bildung & Kultur
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Theologie als zentrales Thema


Wenn man Caritaswissenschaft studieren möchte, muss man bereits ein abgeschlossenes Studium vorweisen können. Welche Art von Studienfach, sei allerdings egal: „Manche haben soziale Arbeit studiert, andere BWL oder Germanistik. Sogar ein Jurist sitzt bei uns in den Vorlesungen mit drin“, erklärt Magdalena. Trotzdem ist die Ausrichtung des Studiums eindeutig. „Der Mensch steht bei uns im Mittelpunkt, man lernt, nicht nur des Geldes wegen zu arbeiten“, sagt Magdalena. Die praktische Theologie sei zentrales Thema und kirchliche Aufgaben würden wissenschaftlich aufgearbeitet. „In Caritaswissenschaft hat alles einen religiösen Hintergrund.“ Sie selbst hat vor ihrem Masterstudium Theologie studiert.


Magdalena arbeitet vier Tage die Woche als wissenschaftliche Mitarbeiterin, ihr Studium ist berufsbegleitend

In zwei Semestern zum Master


Wer diesen religös und sozial geprägten Master macht, wird auf Führungsaufgaben in Non-Profit-Unternehmen und Wohlfahrtsverbänden vorbereitet. Man könne in der Jugendarbeit, bei Beratungsstellen oder auch, wie der Name schon sagt, für die Institution Caritas arbeiten. Damit sie später Führungsaufgaben übernehmen kann, muss sie zu den theologischen Veranstaltungen auch betriebswirtschaftliche Seminare belegen. Dies ist auch gezielt ein Teil des Studiums. Sie selbst könne sich vorstellen, später in einem kirchlichen Verband zu arbeiten.

Magdalena hat gerade erst im Wintersemester mit ihrem Studium der Caritaswissenschaft begonnen, da spricht sie kurioserweise schon vom baldigen Ende ihres Studiums. „Mein Ziel ist es, das Masterstudium in zwei Semestern zu studieren.“ Ihr Studiengang ist eigentlich auf vier Semester angelegt, aber Magdalena Eber hat bereits während ihrem Theologiestudium Scheine für den Master gemacht und außerdem wurden ihr zusätzlich alte Scheine angerechnet.

Bayernweit nur in Passau möglich


Im Moment arbeitet sie am Lehrstuhl für Religionspädagogik und Didaktik des Religionsunterrichts als wissenschaftliche Mitarbeiterin. Dort betreut sie Studenten bei ihrem Praktikum und leitet dazu Seminare. Außerdem organisiert sie die Ausstellung „Local heroes“ mit. Das alles funktioniere deshalb, weil das Studium berufsbegleitend angelegt sei. Das heißt, dass sie von Montag bis Donnerstag arbeitet und Donnerstagabends und Freitags studiert. „Zusätzlich haben wir an den Wochenenden Blockseminare“, berichtet Magdalena.

Caritaswissenschaft kann man im Freistaat ausschließlich in Passau studieren. „In Freiburg könnte man es auch noch studieren, aber ich hab mich für Passau entschieden“, erzählt Magdalena. Sie stammt aus Straßkirchen und sie wollte weiterhin in der Heimat bleiben. Außerdem kennt sie hier die Dozenten. Schließlich hat sie in Passau auch ihr Theologiestudium abgeschlossen.

Die Uni in der Uni


Nicht nur alle ihre Dozenten kennt Magdalena. In ihrem Studiengang kennen sich auch alle Studenten untereinander. Circa 40 Caritaswissenschaft-Studierende sind im Moment eingeschrieben und man trifft sich somit ständig. Eine Besonderheit des Studiengangs ist, dass alle Veranstaltungen im Department für katholische Theologie (Kurz KT) stattfinden. Dieses Department befindet sich neben dem Leopoldinum, ca. 900 Meter entfernt vom restlichen Universitätsgelände inmitten der Altstadt. „Man fühlt sich manchmal schon ein wenig wie ein Exot“, sagt Magdalena. Auf das Hauptgelände der Uni an der Innstraße gehe man selten. „Wir gehen eigentlich nie in die Mensa. Bis wir dort wären, wäre die Mittagspause schon vorbei.“ Dafür gehe man oft gemeinsam in eines der anliegenden Cafés oder Wirtshäuser.


In dem schönen Altbau in der Michaeligasse spürt man auch ohne Vorwissen, dass man sich auf geschichtsträchtigen Pfaden bewegt. Eine schwere alte Eingangstüre, lange Gänge mit hohen Decken und Holzvitrinen, ein Treppenhaus mit einer Galerie der Professoren. „Das alte Gebäude hat ein besonderes Flair. Hier ist der Ursprung der Universität, die philosophisch-theologische Hochschule war der Ausgangspunkt“, erklärt die Caritaswissenschaftlerin. Bis August 2011 konnte man hier Theologie auf Diplom studieren. Seit 2007 ruht allerdings die Katholisch-Theologische Fakultät für 15 Jahre und wurde deshalb in Department für katholische Theologie umbenannt. Magdalena war somit vorerst eine der Letzten, die ihr Theologiestudium in Passau absolvieren durfte.


Eine gut informierte Gemeinschaft


Besondere Tipps möchte Magdalena interessierten Studenten nicht mit auf den Weg geben. „Ich habe mich von Anfang an gut informiert gefühlt und jeder hilft einem weiter.“ Gerne habe sie sich mit den „älteren“ Semestern unterhalten und da es eine kleine Gruppe an Studenten sei, biete sich dies auch unumgänglich an.

Fotos: Vinzenz Gebhardt


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Schlagwörter & Themen:
Innstraße , Leopoldinum , Studenten, Straßkirchen

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