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Unifernsehen in Passau - Jung, frech und anders

Film ab für die Spätschicht

Der Name ist Programm: Für das Unifernsehen Spätschicht TV schlagen sich 13 Studenten schon mal die Nacht um die Ohren. Um die 100 Stunden wendet jeder für die zwei Sendungen pro Semester neben dem normalen Unibetrieb auf – rein zeitlich entspricht das einem Proseminar.

veröffentlicht von Laura Lugbauer am 24.03.2011 18:53 Uhr im Ressort Bilder

Recherchieren, moderieren, filmen, schneiden, vertonen. Jeder Spätschichtler muss alles können. Natürlich nicht von Anfang an. „Uns ist wichtig, dass jeder sich mal ausprobieren kann“, sagt Projektleiter Peter Penjak, „dann nehmen wir auch mal nicht so perfekte Beiträge“. Trotzdem hat die Gruppe einen hohen Anspruch an ihr Produkt. Maßstab ist TRP1.

Entstanden ist das Projekt im Rahmen der Summerschool, einer Art „Ferienweiterbildung“ im Medienbereich. Mit Experten aus der Praxis produzierten die MuK-Studenten (Medien und Kommunikation) eine 20-minütige Sendung. Macht Spaß, stellten sie fest und beschlossen weiterzumachen. Zwei Folgen sind im letzten Semester entstanden, das soll auch die Vorgabe für die Zukunft bleiben. Seit kurzem wird die Projektgruppe auch offiziell als Hochschulgruppe geführt und von der Uni gefördert.

Moderation? Gern auch mal in der Badehose

Zunächst war die Spätschicht als Partyformat rund ums Nachtleben geplant. So entstand auch der Name. Die Macher stellten aber schnell fest, dass ihnen das nicht reicht. Mehr „handfeste“, „härter recherchierte“ Geschichten wurden ins Programm genommen. Zum Beispiel ein Blick hinter die Kulissen einer Studentenverbindung. Fester Programmbestandteil bleibt der „Freizeit-Checker“, eine Rubrik in der Fabian Wiedel Angebote aus der Region testet und dafür schon mal fast nackt aus dem Balineum berichtet sowie Satire-Beiträge.



Klar, die Redaktion besteht rein aus Studenten, da ist die Hochschule beherrschendes Thema. Trotzdem soll die Spätschicht auch eine Zielgruppe außerhalb des Campus ansprechen. „Wir wollen schon über den Tellerrand der Uni rausschauen“, sagt Julian Hetzenecker. Deshalb wurden zum Beispiel auch Reportagen über Improvisationstheater oder das Scharfrichter-Kino gedreht. „Alle Ideen werden in einem Pool gesammelt und einmal pro Woche treffen wir uns zur Besprechung in der Lehrredaktion der Uni“, erklärt Peter Penjak. Im Prinzip kann jeder machen, worauf er Lust hat, „solang er einen Kameramann findet, der mitmacht“. Jung, frech und anders sollen die Beiträge sein. Das spiegelt sich auch in den Moderationen wider. Immer wieder wird die Perspektive gewechselt, sodass der Zuschauer einen Blick hinter die Kulissen und auf die Kamera-, Licht- und Tonleute bekommt.

"Wir sind kein elitärer Club"

Ein Kameramann und zwei Redakteure sind jeweils an einem Beitrag beteiligt. Etwa zwei Wochen dauert ein Dreh. Meistens wird der aber erst auf den letzten Drücker durchgezogen. „Wir brauchen schon eine Deadline. Ohne die würden wir wahrscheinlich nie in die Gänge kommen. Schließlich haben wir alle mit dem Studium genug zu tun“, erzählt Patrick Hübner. Richtig rund geht dann am „Produktionswochenende“, an dem die Beiträge zusammengeschnitten und vertont werden und die Sendung den letzten Schliff erhält. Ein Zehn-Stunden-Tag kommt da leicht zusammen.

Personell wird es mit 13 Leuten schon manchmal knapp. Vor allem, weil fast alle in höheren Semestern sind und die Uni bald verlassen. „Viele glauben, wir sind ein elitärer Club nur für die Summerschool-Leute“, sagt Julian Hetzenecker, „aber das ist überhaupt nicht so. Wir freuen uns über jeden, der mitmachen will.“ Und wenn jemand einsteigen will, der gar kein Student ist? "Dann sind wir die letzten, die nein sagen. Aber das müssen wir mit dem Lehrstuhl besprechen, der uns ja auch das Equipment zur Verfügung stellt." Demnächst soll auch die Kooperation mit dem Uniradio „Campus Crew“ und der Projektgruppe Filmpraxis (Pro.fil) sowie den Unimagazinen ausgebaut werden.

Wo man sich die Spätschicht ansehen kann? Als Kostprobe haben wir hier die aktuelle Folge:



Mehr gibt es auf www.spaetschicht.tv. Die nächste Sendung ist für Ende Mai geplant.


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Veröffentlicht in folgenden Zeitungen:
Passauer Gschichten, Passauer Universitätsnachrichten
Schlagwörter & Themen:
Campus Crew , Spätschicht , MuK

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