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Dommusiker präsentieren Programm am Fuße der Orgel

Musik auf der "most famous organ in the world"

Den Dom muss man auch als Passauer immer wieder erleben. Als Wahrzeichen der Stadt, als Bauwerk - und als Ort der Musik.

veröffentlicht von Susanne Wax am 20.04.2011 15:25 Uhr im Ressort Bilder

An Qualität und Vielfalt können sich die Konzerte im Stephansdom sehen lassen. Sorgfältig wird ausgewählt, was auf der Orgelkanzel dargeboten wird - und dann zum Programm der Dommusik zusammengefasst. Das Aktuelle wurde heute von den "Berufsmusikern" des Doms sowie dem Hausherrn vorgestellt: Domdekan Dr. Otto Mochti, Domkantorin Brigitte Fruth, Domkapellmeister Gerhard Merkl und Domorganist Ludwig Ruckdeschel.

Wann kommt man schon rauf auf die Kanzel, auf der sie aufgebaut ist, die Orgel, die lange als die größte der Welt zählte, dann nur noch als größte Kirchenorgel und nun noch "eine der größten"? Am Fuße der Orgelpfeifen fand die Pressekonferenz statt, droben auf der Kanzel mit Blick über den kompletten Kircheninnenraum.

Hier gibt's ein paar Bilder:



"Nur noch eine der größten Orgeln", damit müsse sich Passau dennoch nicht verstecken, sagte Ludwig Ruckdeschel. Er sei letztens für ein Konzert in New York gewesen und angekündigt worden als Mann aus der Stadt mit der "most famous organ in the world", der bekannstesten Orgel der Welt. "Sie ist vielleicht nicht die Größte, aber die Berühmteste. Und wir müssen uns immer wieder bewusst machen, was für einen Schatz wir hier im Dom haben", sagte Ruckdeschel.


Mittags, abends, feiertags: Nahezu täglich Musik


Die Orgel würdigen, das tut man mit dem Musikprogramm. Ob Mittags- und Abendkonzerte, geistliche Konzerte, Musik im Gottesdienst und Sonderkonzerte: Einheimischen wie Touristen bieten sich zig Möglichkeiten, die Orgel in ihrem Klang oder die Stimmgewalt der Passauer Domchöre zu erleben. Die Sache mit dem Glauben mit professioneller Musik aufzuwerten, das sei in Zeiten der Kritik an der Kirche wichtig, betonte Domdekan Dr. Otto Mochti: "Man redet in Sachen Kirche nur noch von Skandalen und Missständen. Mit Musik von unserer Kanzel der Verkündigung hier können wir die Herzen noch mehr erreichen als mit Aussagen aus manchen Mündern."

Domkantorin Brigitte Fruth stellte die Arbeit der Domsingschule heraus, die derzeit 70 Kinder im Alter von 5 bis 17 Jahren besuchen und die das Programm im Dom zusätzlich bereichere. Regen Zulauf habe die Domsingschule wieder, die schon schwierigere Zeiten erlebt hat. Ab 17 Jahren singen die Jugendlichen im Domchor bei Domkapellmeister Gerhard Merkl. "Man muss Jugendliche für Kirchenmusik begeistern", sagt der. Die "Musica sacra" gelte es, wach zu halten: "Wir können alle Kräfte gebrauchen. Wer gerne singt, kann jederzeit zu uns kommen." (Kontakt: 0851 / 3938153)


Alte Musik vs. DSDS


Junge Leute hätten oft eine Hemmschwelle gegenüber alter Musik, sagt Domorganist Ludwig Ruckdeschel: "Die denken sich: Ich schaue lieber DSDS. Doch es gibt auch zeitgemäße Kirchenmusik." Das sei die herausforderung beim Komponieren: "Die Feierlichkeit eines Gottesdienstes zu wahren und dennoch eine zeitgemäße Tonsprache zu finden."


Die nächsten Termine der Dommusik


Sonderkonzerte:
Samstag, 30. April, 19 Uhr Benefizkonzert zugunsten des KDFB für Frauen in Not bei freiem Eintritt mit der Bitte um Spenden; an der Orgel: Iveta Apkalna

22. bis 24. August 8. Internationale Orgelakademie mit Orgelmeisterkurs Improvisation; Mittagskonzerte der Dozenten Gereon Krahforst (Paderborn), Hans Haslböck (Wien) und Ludwig Ruckdeschel (Passau)
jeweils um 12 Uhr

Mittagskonzerte:
von 2. Mai bis 31. Oktober täglich
außer an Sonn- und Feiertagen;
je ab 12 Uhr, Eintritt 4 Euro

Internationale Abendorgelkonzerte:
jeden Donnerstag im Wechsel mit Geistlichen Abendkonzerten, die nächsten:
5. Mai: Anne Horsch (München)
12. Mai: Ludwig Ruckdeschel (Passau)
19. Mai: Trompeten (Matthias Edler von Pollak und Michael Beck) und Orgel (Ludwig Ruckdeschel)
je ab 19.30 Uhr, Eintritt 8 Euro

Geistliche Konzerte:
Chor- und Bläsermusik aus allen Jahrhunderten; nächster Termin:
26. Mai Geistliches Konzert I, Joseph Haydns Mariazellermesse "Missa Cellensis" mit Solisten der Dommusik, Domchor, Domorganist Ludwig Ruckdeschel, Leitung: Domkapellmeister Gerhard Merkl
je ab 19.30 Uhr, Eintritt 10 Euro

Musik im Gottesdienst:
morgen, Gründonnerstag, 9.30 Uhr G. B. Casali: Missa in G, Motetten
Karfreitag, 15 Uhr Motetten von Schütz, Anerio, Palestrina u.a.
Osternacht am Ostersamstag, 21 Uhr A. Gabrieli: Missa brevis
Ostersonntag, 9.30 Uhr J. Haydn: Große Orgelsolomesse "In honorem Beatissimae Virginis Mariae" Hob. XXII: 4
Ostermontag, 9.30 Uhr W. A. Mozart: Orgelsolomesse KV 259

Der komplette Programm der Dommusik: www.dommusik.bistum-passau.de


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