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Taucher heben Fund unter großem Medienrummel

Großer Bahnhof bei Bergung der Granate

Die Granate aus der Donau auf Höhe des alten Zollamtes ist geborgen. Sie ist sicher verstaut und im Wagen des Bergungstrupps auf dem Weg zum Waffenentsorgungsdepot in Ingolstadt.

veröffentlicht von Susanne Wax am 10.03.2011 11:21 Uhr im Ressort Blaulicht
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Nicht nur viele Fußgänger schauten der Polizei, dem Tauchertrupp und dem Kampfmittelräumdienst zu, auch das Interesse der Medien war enorm.


Fotos: Wax


Die etwa neun Kilogramm schwere Granate hatten Taucher am Montag bei Restaurierungsarbeiten am Grunde der Kaimauer entdeckt. Heute um 10 Uhr rückten Polizei, Wasserschutzpolizei, Industrietaucher und Sprengungstrupp zur Bergung an. Für etwa zehn Minuten wurden Fritz-Schäffer-Promenade und Hängebrücke für den Verkehr gesperrt.

Von einem kleinen Boot aus ging Taucher Wolfgang Bujnow unter Wasser, nach 20 Minuten hatte er die Granate nach oben gefördert. Martin Tietjen vom Sprengungskommando München nahm sie entgegen, verstaute sie in einem Behälter und legte sie in den Wagen. Der entsprechend geschulte Taucher habe bereits unter Wasser erkannt, dass die Granate nicht entsichert, somit nicht hochgehen kann und transportfähig ist, erklärte Tietjen.

Die Waffe stammt aus dem Zweiten Weltkrieg und hat zur US-Army gehört, so Tietjens erste Einschätzung. "Es war damals nicht unüblich, Waffen in Gewässern zu entsorgen. Ob sie tatsächlich reingeworfen wurde, und wenn ja, wo, kann man aber nicht mehr hundertprozentig nachvollziehen."


"Schad, da hätt i gern namoi neiknipst", sagt ein älterer Herr, der die Bergung an der Donaulände verfolgt hat. Er hat einen kleinen Fotoapparat in der Hand. Gerade hat der Leiter des Sprengtrupps, Martin Tietjen, die Granate im Wagen verstaut, den Kofferraumdeckel zugeschlagen. Dem Herrn ging das zu schnell. Auch die vielen Reporter, Fotografen und Kameraleute, die vor Ort sind, bitten darum, noch einmal einen Blick auf die Waffe werfen zu dürfen.

Die Kameras klicken, die Aufnahmebänder laufen. Etwa ein Dutzend Medienvertreter sind da. Viele hatten sich auf der Hängebrücke postiert, um den besten Blick auf die Bergungsarbeiten zu haben. Sah man minutenlang nur Blubberblasen an der Wasseroberfläche der Donau, die die Position des Tauchers anzeigten, geht plötzlich alles zack, zack: Taucher Wolfgang Bujnow kommt an die Oberfläche, die Granate in der Hand, er gibt sie ab, sie kommt in den Wagen - vorbei. Doch jeder will Nahaufnahmen. Eine Granate in der Donau: Das gibt es nicht alle Tage.

Martin Tietjen öffnet den Kofferraum nochmal, holt das Stück aus der Transportsicherung, gibt allen Journalisten die Möglichkeit, ausreichend Fotos vom Fund zu machen.

Mehrmals täglich rücken er und seine Kollegen teils zu solchen Bergungen aus. Was sie bei einer Bergung wie dieser jedesmal beobachten, erklärt Tietjen, ist die Mischung aus Angst und Neugier bei Passanten und Journalisten. Und so heute auch in Passau: "Bleibt's ihr da so nah stehen?", fragt eine Radfahrerin die Reporter. "Na, wenn, dann habt's wenigstens na Bilder für die Nachwelt."


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Veröffentlicht in folgenden Zeitungen:
Passauer Altstadt, Passauer Blaulichter, Passauer Gschichten
Schlagwörter & Themen:
Fritz-Schäffer-Promenade , Wasserschutzpolizei , Zoll , Waffen

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