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Was 2010 alles ins Netz gingDie kuriosen Funde der FahnderInsgesamt 1802 Straftaten haben die Passauer Fahnder 2010 aufgedeckt. Das waren die spektakulärsten Fälle. | |  |
Mehr zum Thema: Alle Beiträge zum Thema "Passauer Blaulichter" findest Du auf unserer Themenseite. Drogen am Steuer, in der Seitenverkleidung und im Überraschungsei
Knapp 30 kg Betäubungsmittel haben die Beamten sichergestellt. Darunter etwa 11 kg Cannabis-/ Marihuanaprodukte, 7,5 kg Kokain, 6 kg Amphetamin, mehr als 2300 Stück Ecstasy-Tabletten, 2 kg verbotener Arzneimittel. Die Verstecke werden dabei immer kreativer: In Lebensmittelverpackungen, Cola-Dosen und Shampoo-Flaschen wurden die Beamten fündig.„Nebenbei“ konnten knapp 160 Fahrzeuglenker „aus dem Verkehr gezogen“ werden, die unter Drogeneinfluss standen.
Drei Kilo Kokain in der Tür
Im Februar kontrollierten die Fahnder zwei Albaner, die mit einem griechischen Fahrzeug aus den Niederlanden kommend unterwegs waren. Im Türrahmen fanden sie zwölf mit Kabelbinder befestigte Pakete. Inhalt: 3100 Gramm Kokain.
Ungarische "Kollegen"
Ebenfalls im Februar legte ein Ungar bei der Kontrolle einen Ausweis der Nationalgarde vor, am Wagen war auch ein entsprechender Aufkleber angebracht. Der Mann gab an, Mitglied der ungarischen Polizei zu sein. Das kam den „Kollegen“ dann doch spanisch vor. Bei der Durchsuchung des Mannes wurden sie fündig: 102 Gramm Kokain wollte der Ungar in seiner Unterhose schmuggeln. Für die Kurierfahrt hatte er 600 Euro Lohn erhalten, wie er später zugab.
Als Polizist wies sich auch ein Landsmann des angeblichen Nationalgardisten im Juni aus. Im Kofferraum hatte er 5,5 Kilo Kokain in Weinkartons und Kinderspielzeug versteckt.
Marihuana, Kokain und ein geladener Schießkugelschreiber
Näher sahen sich die Beamten im März auch einen Österreicher an. Der Mann war unter Drogen am Steuer. In der Reserveradmulde hatte er 584 Gramm Marihuana verstaut, in der Mittelkonsole 78 Gramm Herion. In der Ablage neben dem Lenkrad hatte er einen geladenen Schießkugelschreiber.
Im Auto unterwegs – aber nicht im eigenen
Oberklassefahrzeuge wie BMW, Audi oder Mercedes sind bei Fahrzeugdieben und -schiebern besonders beliebt. 75 Aufgriffe (87 Täter) gab es in diesem Deliktfeld. Mehrmals konnte auch die Verschiebung hochwertiger Baumaschinen in Richtung Osteuropa verhindert werden. Der Wert eines der sichergestellten Fahrzeuge betrug alleine schon 380 000 Euro.
Verdächtige Vollmachten
Im Dezember kontrollierten die Fahnder auf der A3 einen BMW X6 und einen Audi A8 – allerdings ohne fündig zu werden. Die Fahrer wieder auf die Reise geschickt, wurden Nachermittlungen eingeleitet. Wenige Minuten später erreichte die Beamten die Mitteilung, dass ein unterschlagener Mercedes E350 CDI in ihrem Dienstbereich unterwegs sein sollte. An der Rastanlage Donautal-West griffen sie diesen und einen weiteren Mercedes E 250 CDI auf. Der 33-Jährige Fahrer legte eine Vollmacht einer Kölner Firma zur Nutzung des Fahrzeugs im Ausland vor. Die Kontrollbeamten wurden misstrauisch. Waren doch bei den zuvor kontrollierten X6 und A8 ähnliche Vollmachten vorgelegt. Über die Einsatzzentrale wurde eine Fahndung in Österreich eingeleitet. Die Fahrzeuge konnten in der Steiermark angehalten werden. Die Kontrolle der Schleierfahnder und die weiteren Ermittlungen von Kripo und Staatsanwaltschaft Passau führten zur Aufklärung von diversen Kfz-Schieberein großen Ausmaßes.
Wie gewonnen, so zerronnen
Über ein Internetportal haben zwei Türken im Juli mit Wohnsitz in den Niederlanden einen schwarzen Mercedes C220 CDI gekauft. Den 25 000 Euro teuren Wagen holten sie selbst beim Verkäufer in Italien ab, die Anschaffung sollte nun bei Verwandten in der Türkei präsentiert werden. Bei der Fahrzeugkontrolle stellte sich jedoch heraus, dass die Fahrzeugdaten manipuliert worden waren. Ein halbes Jahr zuvor war der Mercedes in Italien gestohlen worden. Die stolzen Käufer mussten den Wagen abgeben.
Mit Leasingwagen durchgebrannt
Oktober, 3 Uhr früh an der Rastanlage Donautal-Ost: Die Beamten kontrollierten zwei Bulgaren, die mit einem BMW X5 auf dem Weg nach Belgien waren. Bei der Überprüfung des Wagens wurden Manipulationen festgestellt. Die Ermittlungen in Bulgarien ergaben, dass der Pkw dort noch aktuell auf eine Leasing-Firma zugelassen war. Die Raten wurden da bereits seit 1,5 Jahren nicht mehr bezahlt. Der Wagen wurde sichergestellt.
Geschleuste zusammengepfercht und im Handschuhfach versteckt
244 Mal sind vergangenes Jahr bei den Kontrollen Reisende mit gefälschten Papieren aufgeflogen – und dadurch gesuchte Straftäter gefasst und illegale Einreisen verhindert werden können.
375 illegale Ausländer sind festgenommen worden, 260 davon bei Straßenkontrollen, 115 bei Bahnkontrollen. Schleuser nutzen immer wieder internationale Konflikte aber auch die schlechte wirtschaftliche Lage aus, die Menschen zur Flucht aus ihrer Heimat zwingt. Der Transport wird teilweise unter menschenverachtenden Umständen durchgeführt. Den Geschleusten stehe häufig eine Zukunft als billiger Schwarzarbeiter bevor. Frauen würden in vielen Fällen zwangsweise der Prostitution zugeführt, informiert die PI Fahndung. 25 Schleusungen mit 38 Schleusern und 71 Geschleusten wurden festgestellt. Die Geschleusten kamen vorwiegend aus dem Jugoslawien.
Besonders erschreckend: Geschleuste im Handschuhfach. Drei mal fanden die Fahnder im vergangenen Jahr dort eingezwängte Menschen. Die Aktivität der Organisation, die diese Methode betreibt, geht schon bis 2009 zurück. Im August diesen Jahres hielten die Fahnder einen Chrysler mit 18 Kosovaren an. Der Fahrer, ein 23-jähriger Kroate stand unter Drogen um wach zu bleiben.
Tägliches Geschäft: Gesuchte finden
„Alltäglichen Fahndungserfolge“ sind für die Beamten das Aufgreifen von Personen, die von Behörden, auch mit Haftbefehl, gesucht werden. Auch nach Sachen wird gefahndet.
Zwei Mörder gestellt
Einen nicht ganz so alltäglichen Erfolg hatten die Fahnder im Februar. Da an der Rastanlage Donautal-Ost einen seit dem Vortag in Tschechien gesuchten, dringend tatverdächtigen Doppelmörder festnehmen. Der Mann hatte in Budweis eine Frau und einen Mann erschossen.
Im Mai beendeten die Fahnder am Parkplatz Brand die Flucht eines mit internationalem Haftbefehl gesuchten Mörders. Der in Österreich als Asylbewerber anerkannte, 31jährige Russe war mit zwei Landsleuten in Richtung Österreich unterwegs. Laut Haftbefehl des Bezirkgerichts Groznenzky/Tschetschenien vom November 2009 hat er als Mitglied einer kriminellen Bande im Februar 2004 in Tschetschenien aus einem fahrenden Fahrzeug mit drei Komplizen mit halbautomatischen Gewehren auf zwei Männer geschossen. Ein Opfer verstarb bei diesem Überfall. Seither befand er sich auf der Flucht.
Verräterische Fußabdrücke
Fußabdrücke im Schnee haben im Februar einen rumänischen Einbrecher überführt, der in sieben Gewerbebetriebe im Passauer Westen eingebrochen ist. Aufgeschreckt von einem Alarm war der Täter von seinem letzten Tatort geflüchtet. Wenig später wurde in einem Betrieb in der Nähe ein weiterer Einbruch festgestellt. Dort wurden Fußspuren gefunden, die offensichtlich vom Täter stammen. Beamte der PI Fahndung konnten schließlich zwei Rumänen (24 und 43 Jahre) an der Rastanlage Donautal-Ost festnehmen. Die Schuhabdrucke des völlig durchnässten Beifahrers passten zu den Tatortspuren. Nachträglich wurden fünf weitere Einbrüche in Gewerbebetriebe in Heining und Rittsteig gemeldet. Die PI Wörth an der Donau teilte mit, dass dort bei einer Einbruchsserie in sieben Gewerbebetriebe zwei Wochen vorher, exakt dasselbe Schuhsohlenmuster als Spur gesichert worden ist.
Filmreife Verfolgungsjagd
Eine wilde Jagd mit den Fahndern hat sich im August ein Ehepaar geliefert. Ihr Ford Kombi sollte angehalten werden, da festgestellt worden war, dass für den Wagen eine Fahndungsnotierung wegen Diebstahls bestand. Als mehrere Streifen der PIF Passau den Wagen zu einem Parkplatz ausleiten wollten, suchte der Fahrer mit einem halsbrecherischen Manöver – ein unbeteiligtes Fahrzeug musste deshalb eine Vollbremsung machen und ein Polizeifahrzeug ausweichen – auf der Autobahn das Weite und flüchtete mit hohem Tempo. Kurz vor dem nächsten Parkplatz konnten ihn die Beamten auf den Pannenstreifen ausleiten. Nach dem Anhalten blieb die Frau auf dem Beifahrersitz sitzen, der Fahrer sprang aus dem Pkw und flüchtete zu Fuß in ein Maisfeld. Das Feld wurde von Kräften der Landes-, Bundespolizei und des Zolls umstellt. Mit Hilfe eines Diensthundes und Einsatz eines Hubschraubers konnte der Gesuchte festgenommen werden.
Tankbetrüger gesucht, Totschläger gefunden
Bei der Überprüfung eines 57-jährigen Rumänen und seiner zwei Mitreisenden im Oktober wurde festgestellt, dass der Wagen wegen Tankbetrug zur Fahndung ausgeschrieben war. Der Fahrer räumte die Tat sofort ein, er habe aus Übermüdung das Zahlen vergessen. Nach Begleichung seiner Tankschulden und Hinterlegung einer Kaution konnte er seine Heimreise antreten. Sein 45-jähriger Begleiter dagegen wurde in die JVA Passau eingeliefert. Gegen ihn bestand ein Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Bremen wegen Raub mit Todesfolge. Aus einer Gesamtfreiheitsstrafe von 13 Jahren waren noch 1493 Tage Restfreiheitsstrafe offen.
Von Möpsen und Testosteron
Auch abseits von Drogen, Diebesgut und Schleusern machen die Beamten der PIF immer wieder überraschende Funde.
Welpen und Waffen
Bei der Kontrolle eines Slowaken (32) fanden die Fahnder am Parkplatz Irrsamer auf der Rücksitzbank des Fahrzeugs zwei Transportboxen mit insgesamt fünf Hundewelpen und im Kofferraum eine Soft-Air-Waffe, die einer Maschinenpistole nachempfunden war. Da er für die fünf jungen Möpse fragwürdige Papiere vorlegte und weder einen Herkunftsnachweis noch die geforderten EU-Impfdokumente vorlegen konnte, wurde das Veterinäramt eingeschaltet. Die Hunde waren für den Verkauf in Deutschland bestimmt. Außerdem wurde die Waffe sichergestellt, da er für diese den erforderlichen kleinen Waffenschein nicht hatte. Nach der Anzeigenaufnahme trat der Slowake ohne Hunde und ohne Waffe seine Heimreise an.
Mit Dopingmittel nicht weit gekommen
Einen rumänischen VW Polo kontrollierten die Beamten auf Höhe der Rastanlage Donautal-West. Der 30-jährige Fahrer und sein 23-jähriger Beifahrer waren unterwegs in Richtung Österreich. Bei der Kontrolle wurden im Reisgepäck des Beifahrers sieben Ampullen Testosteron aufgefunden. Das Mittel wird häufig von Bodybuildern und Ausdauersportler zu Dopingzwecken verwendet um ihren Muskelaufbau zu beschleunigen oder die natürliche Leistungsgrenze zu überwinden.
Elfenbein angeblich vom Flohmarkt
Zwei rumänische Staatsangehörige (20 und 32 Jahre) befanden sich auf dem Weg von Frankreich nach Rumänien. Bei der Durchsuchung des Pkw wurden unter dem Reisegepäck diverse Elfenbeinstücke (Stoßzahn eines Elefanten, geschnitzte Elfenbeinfigur, Elefantenherde, Christusfigur) aufgefunden. Angeblich gehörte beiden das mitgeführte Elfenbein, das sie auf einem Flohmarkt in Paris für 50 Euro gekauft hätten. Nach Auskunft eines Passauer Antiquitätenhändlers dürfte das Elfenbein mehrere tausend Euro Wert sein.
 PHK Alfred Gassner, Dienststellenleiter Ludwig List und sein Stellvertreter Günter Pauli (v.l.) stellen den Jahresbericht vor
Die Polizeiinspektion Fahndung Passau mit der nachgeordneten Polizeistation Fahndung Simbach führt mit mobilen Fahndungsteams im Grenzgebiet bis zu einer Tiefe von 30 km entlang der 136 km langen Grenze zu Oberösterreich die Schleierfahndung durch.
Das Hauptaugenmerk liegt bei der Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität mit den Fahndungsschwerpunkten Kfz-Verschiebung, Rauschgift- und Waffenschmuggel, Dokumenten- fälschung, der organisierten Eigentumskriminalität und Hehlerei, der illegalen Einreise und Einschleusung, Menschenhandel und der allgemeinen Fahndung nach gesuchten Personen und Sachen. Fotos: PI Fahndung Passau
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