05.03.2012 Singlewanderung war wieder ein großer ErfolgJeden ersten Sonntag im Monat wird gewandert Weitere Bilder & Schnappschüsse Die meist geklickten BeiträgeAktuelle KommentareAm 29.02. 19:46 Uhr von Markus Ihle bei Und immer wieder der Weg zum Oberhaus Am 29.02. 19:31 Uhr von Jürgen Hellwing bei Und immer wieder der Weg zum Oberhaus Am 29.02. 11:26 Uhr von Marcel Köth bei Waldkirchen: 90-Jähriger richtet Pistole gegen sich selbst Am 29.02. 10:55 Uhr von Marco Madness bei Waldkirchen: 90-Jähriger richtet Pistole gegen sich selbst Am 28.02. 12:54 Uhr von Karina Mischkowski bei Baukunst aus Raum und Licht Am 26.02. 13:33 Uhr von Karina Mischkowski bei Den Winter nochmal einfangen | Das"Hoftheeater" kombiniert faire Waren mit PuppenspielWo Krokodil Paula im Hinterzimmer wohntVorne haben sich Hexen rund um besondere Kräuter angesiedelt. Und hinten, im Nebenzimmer, da wohnt Paula, das Krokodil. Paula hat viele Mitbewohner. Die Hexe Morchula Stink zum Beispiel, oder die Fee Philipendula. Der Kasperl wohnt auch da und der Professor Doktor Buntspecht sowieso. Paula hat ein rotes Telefon mit gelben Tasten und ein rosa-gelb gemustertes Sofa. Paula hat es gemütlich. Eingerichtet haben ihr Zuhause Susanne Kubiak sowie die Schwestern Gesa und Dörte Peters. Susanne und Gesa halten das Puppentheater Lumumba mit Paula und ihren Freunden lebendig, Dörte kümmert sich um den Laden, der in den vorderern Räumen liegt. Am Steinweg ist im "Königlichen Hoftheeater-Laden" eine verspielte Mischung entstanden. Die Schwestern und Freundinnen betreiben ein kombiniertes Geschäft: Vorne gibt es fair gehandelte Lebensmittel, Tees und homöopathische Produkte, dazu Bücher und selbst angefertigte Handpuppen. Hinten ist ein kleines Puppentheater mit Platz für etwa 25 Kinder eingerichtet. Jeden Samstag ist Vorstellung. In den Räumen riecht es nach Kräutern, kleben verspielte Rosen-Tapeten an den Wänden, ist eine kleine gemütliche Ecke eingerichtet, in der man sich die Waren in Ruhe anschauen kann. Der Name, "Hoftheeater-Laden", verbindet beide Konzepte: Theater und Tee. Und, so erklärt Dörte Peters, "im 18. Jahrhundert schriebt man Tee tatsächlich mit einem ,h'." Dörte Peters (50), geboren in Hamburg, seit 1987 in Passau, erzählt, dass es "eine Art Intuition war", den Laden und das Puppentheater zu eröffnen. "Wir wollten Räume für Fair-Trade-Sachen, für Kunsthandwerk und für das Theater. Und genau da, als wir uns entschlossen haben, uns mal umzuschauen, wurde dieser Laden hier frei." Die Produktpalette hat sich seit der Eröffnung bereits geändert. Gab es anfangs Tee, Kaffee, Kunsthandwerk und Brot, hat Dörte Peters sich mittlerweile auf Bücher aus zweiter Hand und auf Naturprodukte wie von der Marke Hildegard von Bingen spezialisiert. "Hinter jedem Produkt steckt eine Geschichte" Die ausgebildete Heilpraktikerin legt Wert auf eine gesunde Lebensweise: "Einfach so im Supermarkt würde ich nie einkaufen. Mit ist wichtig, dass Lebensmittel unter fairen Bedingungen hergestellt und transportiert wurden." Den Kaffee im Regal liefert eine kleine Biorösterei in Bremen, die als Verein organisiert ist: Nur ein Beispiel von vielen. Und es gebe durchaus Bedarf für so etwas in Passau. "Bei uns kaufen Leute ein, denen es nicht wichtig ist, mit dem Auto direkt vor den Supermarkt fahren zu können." Auch, wenn Dörte Peters sich noch ein bisschen mehr Mundpropagande in der Stadt wünscht: "Unsere Lage ist nicht so die typische Stadtbummel-Runde der Passauer." Über der Verkaufstheke hängen Handpuppen. Der Petzi-Bär in fünf Varianten. Eine Tschechin hat sie genäht. "Sie hat sich mal im Laden umgeschaut und uns das dann angeboten", erzählt Dörte Peters. Eine gute Überleitung zum Puppentheater Lumumba. Das gibt es schon seit vielen Jahren. Susanne Kubiak (42) und Gesa Peters (49), die sich beim Jobben auf dem Passauer Wochenmarkt kennengelernt haben, haben ihre gemeinsame Leidenschaft zum Beruf gemacht. Susanne kommt aus dem Chiemgau, hat Lehramt Grundschule in Passau studiert und wollte "seit jeher etwas Künstlerisches machen". Gesa hat immer schon gerne Puppenköpfe modelliert. Hexen mit langen spitzen Nasen, nette Kasperls mit runden Backen. Und Gesa hat gerne Stücke geschrieben. Mit dem Zwerg Nase fing es an Das erste, das sie unter dem Namen Lumumba aufführten, war die Geschichte von Zwerg Nase. Einige Jahre hatten die Puppenspielerinnen ihren Platz im Cafe Unterhaus, wo sie erst ein Mal im Monatm dann zwei Mal im Monat spielten. "Jedes Mal aufbauen, abbauen, das war aufwändig. Wir hatten bald den Traum von einem eigenen Theater", sagt Susanne Kubiak. "Vor allem, weil wir wie die Verrückten Stücke entwickelt haben." 26 an der Zahl seien es mittlerweile. Viele handeln von Paula, dem Krokodil. Paula ist beliebt bei den Kindern, die in die Samstagsvorstellungen kommen. Susanne Kubiak und Gesa Peters schauen, dass die Stücke kindgerecht ist. In der Vorstellung für Kinder ab vier Jahren haben die meisten Puppen ein Klappmaul. "Das ist für die Kleinen besser, sie können dem Geschehen dann besser folgen", erklärt Susanne Kubiak. Viele hätten ihre jüngeren Geschwister dabei, oft waren schon zwei- oder Dreijährige in der Vorstellung: "Die können den Geschichten folgen, wenn man es entsprechend gestaltet." Dass Puppenspielerei nicht nur etwas für Kinder ist, haben die beiden im vergangenen Jahr gezeigt. Im Rahmen der Feierlichkeiten zu "1000 Jahre Goldener Steig" haben Susanne Kubiak und Gesa Peters ein Stück für Erwachsene verfasst und aufgeführt. Es heißt "Raub und Morditaten an der Säumerbrücke". Zwar sprechen die beiden lieber von einem "Figurentheater", wenn sie Menschen jenseits des Kindesalters ansprechen wollen. Doch sei die Faszination rund um Puppen, von denen man nicht genau weiß, wer dahintersteckt, bei den Erwachsenen die Gleiche. Puppen, so sagt Susanne Kubiak, haben etwas Lebendiges. "Raub und Morditaten" wird am 10. September im Passauer Cafe Museum aufgeführt. das 70-minütige Stück beginnt um 20 Uhr. Die Aufführungszeiten der Kinderstücke gibt es hier. Fotos: Wax
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