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Nächste Woche eröffnet das Couch CaféIm Katzensprung zur LandratteStreichen, schrauben, bohren: Martina Schmölz (31) und Harm Röbel (33) erfüllen sich den Traum vom eigenen Café in Eigenregie. | |  |
Seit zwei Monaten renovieren sie das Gewölbe in der Schrottgasse, das bis vor zwei Jahren das Coffee Fellows beherbergt hat. Außer ein paar Fliesen bleibt kein Stein auf dem anderen. Sie haben die Wände geweißelt, die Küche und die Sanitäranlagen auf Vordermann gebracht. Gerade basteln ein paar Handwerker noch an der großen Theke - „das war so ziemlich das einzige, was wir nicht selber machen konnten“, sagt Martina, während zwei ältere Damen ihre Köpfe zur Tür hereinstrecken: „Wann macht ihr denn endlich auf?“ - „Die Nachbarn sind schon sehr gespannt, da kommt ständig jemand und schaut, wie weit wir schon sind“, erklärt Harm und schmunzelt. Den Segen der Nachbarn haben sie also schon mal.
Nach der Baustelle erstmal in ruhigeres Fahrwasser
Nächste Woche - „sobald wir fertig sind, wann auch immer das ist“ - soll es erst einmal ein „Soft Opening“ geben, erklärt Martina. Es wird erstmal ohne großes Brimborium der Betrieb aufgenommen und nach ein paar Wochen dann im größeren Rahmen die offizielle Eröffnung gefeiert. Wenn die Baustelle endlich fertig ist, freuen sich die beiden aber erst einmal auf ruhigeres Fahrwasser.
A propos Wasser: Da hat sich das Paar auch kennengelernt, auf einem Schiff, genauer gesagt. Harm, der aus Schleswig-Holstein stammt, hat zehn Jahre lang auf See gearbeitet, war Küchenchef. Bei einer Tour mit dem Kreuzfahrtschiff hat er die Urlauberin Martina aus dem Allgäu kennen und lieben gelernt. Weil die in Passau Kulturwirtschaft studiert hat, ist der Küchenchef zur Flusskreuzfahrt an die Donau gewechselt. „Das werde ich schon vermissen“, sagt er. Aber das Café ist schließlich nur einen Katzensprung von der Anlegestelle entfernt - und so kommen immer mal wieder alte Kollegen auf einen Sprung vorbei und besuchen die Neu-Landratte.
Möbel und Kunden: Eine bunte Mischung soll es sein
Dass sie ihr Couch Café jetzt so nah am Wasser einrichten, das ist „ein schöner Zufall“, sagt Harm. So ein eigenes Café, mit dieser Idee haben sie schon lange gespielt. Als dann Allgäuerin Martina ihr Studium abgeschlossen hatte, haben sie sich immer mal wieder auf dem Immobilienmarkt umgesehen – halb im Ernst, halb im Spaß. Mehr zufällig sind sie dann auf ein Objekt in Passau aufmerksam geworden, haben es besichtigt und Blut geleckt. „Das hat dann nicht geklappt, aber der Plan stand“, erzählt Martina. Und plötzlich war da das Haus in der Schrottgasse, das schon seit mehr als zwei Jahren leer steht. Auch München hätte sie kurz gereizt, letztendlich fiel die Entscheidung für Passau aber leicht, sagen beide. „Die hohen Pachten in München haben uns etwas abgeschreckt. Und es gefällt uns sehr gut hier, da bleiben wir gerne in der Stadt.“
Familiär ist Passau, gemütlich und es gibt eine bunte Mischung an Leuten. Das spiegelt auch das Couch Café wieder. Altstädter, Studenten, die Büroangestellten aus der Umgebung, Touristen – jeder soll seine Lieblingsnische finden. Noch steht alles etwas durcheinander: Ein hoher Tisch mit Barhockern, eine lange Bank unter einem Barockspiegel, Stühle mit dickem Lederpolster, Nierentische und natürlich auch die namensgebende Couch. Das Hirschgeweih, das darüber aufgehängt werden soll, liegt auch schon bereit. Ein „Highlight“ sind für Martina und Harm aber auch die gemütlichen Schalensessel, die an der Theke aufgestellt werden sollen.
Noch gibt es Leberkäs statt Parmaschinken
„Wir wollen etwas Spezielles bieten für jedermann“, fasst Martina das Konzept zusammen, das nicht nur für die Einrichtung, sondern auch für die Küche gilt. Es soll eine kleine, wechselnde Speisekarte geben, nichts zu Ausgefallenes aber mit Augenmerk auf die Qualität. Saisonale und regionale Produkte ohne Zusatzstoffe, darauf legt Küchenchef Harm Wert. Besonders stolz ist er neben dem speziellen Holzkohlegrill auch auf die handbetriebene Schneidemaschine, durch die soll in wenigen Tagen zum Beispiel Parmaschinken gleiten. Einfache Gerichte, aber qualitativ Hochwertiges wollen sie anbieten. Martina drückt das so aus: „Etwas Gutes nehmen, das ordentlich behandeln und etwas Tolles daraus machen.“ In den wenigen Tagen, bis es soweit ist, gibt es noch ein klassisches Baustellen-Essen: Die Eltern von Martina bringen Leberkässemmeln.
Fotos: Lugbauer
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