25.10.2011 Fliegende Wurstsemmeln und barbusige Studentinnen23 bis 24 Uhr: Auf ein Bier an der Zentraltankstelle 19.10.2011 Die Hinfahrt ist Hochdeutsch, die Rückfahrt ist Bairisch22 bis 23 Uhr: Eine Stunde im Passauer Stadtbus, Linie 1 Weitere Beiträge auf der Themenseite 05.03.2012 Singlewanderung war wieder ein großer ErfolgJeden ersten Sonntag im Monat wird gewandert Weitere Bilder & Schnappschüsse Die meist geklickten BeiträgeAktuelle KommentareAm 29.02. 19:46 Uhr von Markus Ihle bei Und immer wieder der Weg zum Oberhaus Am 29.02. 19:31 Uhr von Jürgen Hellwing bei Und immer wieder der Weg zum Oberhaus Am 29.02. 11:26 Uhr von Marcel Köth bei Waldkirchen: 90-Jähriger richtet Pistole gegen sich selbst Am 29.02. 10:55 Uhr von Marco Madness bei Waldkirchen: 90-Jähriger richtet Pistole gegen sich selbst Am 28.02. 12:54 Uhr von Karina Mischkowski bei Baukunst aus Raum und Licht Am 26.02. 13:33 Uhr von Karina Mischkowski bei Den Winter nochmal einfangen | 7 bis 8 Uhr: Mit der Stadtgärtnerei bei der ArbeitDie Harten im KlostergartenNur die Harten kommen in den Garten, sagt man. Heute kommen die Harten aber nicht rein sondern raus. Nämlich die harten verdörrten Zweige und Knospen der Rosen. Mehr zum Thema: Alle Beiträge zum Thema "24 Stunden Passau" findest Du auf unserer Themenseite. Vorarbeiter Uli Braml (44) und seine Mannen von der Stadtgärtnerei sind schon seit 6 Uhr im Klostergarten zugange. Mittlerweile ist es 7 Uhr. Es nieselt, am Vorabend hat es ein Gewitter gegeben. „Mei, grad haben wir aufgeräumt, geht es schon wieder los“, sagt Andreas Kaltenecker (21). Richtig kalt ist es nicht, trotzdem hat er die charakteristische grün-leutorange Arbeitsjacke übergeworfen, die ihn als Stadtgärtner ausweist. Die Kollegen arbeiten im T-Shirt. Während sie dafür sorgen, dass die Kiesfläche auch Kiesfläche bleibt und das Gras daraus entfernen, ist an Andreas für das Zuschneiden der Rosen zuständig. Mit den Pflanzen ist es wie mit der Freundin Eine stachelige Angelegenheit. Andreas steht mitten im Beet, zwischen satt roten Blüten, grünen Blättern und den bräunlich-knittrig verwelkten Trieben. Die müssen ab. Nicht nur, weil sie nicht schön ausschauen, sondern auch, damit die Rosen weiter wachsen können. „Wenn wir sie nicht entfernen, leitet die Pflanze die Nährstoffe in diese Knospen. Das wollen wir aber nicht, denn diese Nährstoffe werden anderswo gebraucht, damit die Pflanze weiter wachsen kann – und wieder blühen“, erklärt Andreas. In der einen Hand hält er die Blumenschere, mit der anderen greift er die Blütenstände, bevor er sie abzwickt. Ohne Handschuhe. Braucht man nicht, sagt er, wenn man weiß, wo man hinfassen muss. Mit den Fingerspitzen greift er nur den kleinen Knubbel unter den Blättern. Ganz vorsichtig. „Wie bei meiner Freundin“, sagt er und grinst. Da muss man auch wissen, wo man hinfassen muss. Immer weiter arbeitet er sich durch die Rosensträuche, zwickt ein paar Zweigerl ab, schiebt Äste zur Seite, zwickt wieder. Was abgeschnitten wird, landet in einem Eimer. Schnipp, schnipp, schnipp. Rascheln. Schnipp, schnipp. Rascheln. Schnipp, schnipp, schnipp, schnipp. Noch mehr Rascheln. Wieder schnipp, schnipp. Konzentriert man sich nur auf dieses Geräusch und auf Andreas' Hände, die sich vorsichtig, aber zügig durchs Gebüsch arbeiten, wirkt diese Szene idyllisch. Ruhig. Im Vordergrund die roten Rosen, im Hintergrund die Mauern des Nikolaklosters. Der Betrunkene auf der Parkbank Egal wie sehr man sich aber aufs Schnippen und Rascheln fixiert: der Klostergarten liegt mitten in der Stadt, es ist 7.30 Uhr. Es herrscht Berufsverkehr, die Autos brummen vorbei, schieben mit ihren Reifen das Wasser auf der Straße zur Seite. Die ersten Menschen gehen mit knirschenden Schritten über den Kies zur Arbeit, zur Uni, in die Stadt. Auf der Bank bei der Ampel vorm Handy-Kistl rappelt sich ein Betrunkener auf, der eben noch dort seinen Rausch ausgeschlafen hat. Mit schlurfendem Schritt schleppt er sich durchs Gras, über die Straße, verschwindet. ![]() Suchbild: Wer versteckt sich hier hinter den Blumen? Tipp: Mal genau die Bildmitte betrachten... Gerade zwei Schritte hat er gemacht, da spricht ihn ein weiterer Mann an. Er ist vermutlich jünger als er aussieht, kommt ein bisschen gebückt daher und wirkt auch nicht ganz nüchtern. Den Weg zur Apotheke will er wissen. Andreas Kaltenecker erklärt ihm, wie er dort hinkommt, der Mann bedankt sich und zieht ab. Sein Lächeln ebbt ab, auf der Stirn macht zeichnet sich eine leichte Sorgenfalte ab. „Das ärgerliche ist ja, dass man den Leuten meistens noch dabei zuschauen muss, wie sie hier unsere Arbeit kaputt machen – in so einer Situation wie jetzt muss man dann aber trotzdem freundlich bleiben, auch wenn man den Pappenheimer kennt.“ Die Polizei rufen, klar das machen sie schon, wenn jemand im Klostergarten randaliert. „Aber bis jemand da ist, sind die meistens schon wieder weg“, sagt Andreas. Hilft ja nicht. Er widmet sich wieder den Pflanzen. Hier ist der Boden nicht so dicht bewachsen, man sieht ein Paar Kronkorken auf der Erde liegen. Uli Braml steht mit dem Rechen ein bisschen weiter vorne, Andreas Kaltenecker geht auf die Knie, stellt den Eimer neben sich ab, beginnt wieder, verwelkte Blüten abzuzwicken. Diesmal raschelt es aber nicht. Nur: schnipp, schnipp, schnipp. Gestatten, der Klostergarten-Hase ![]() Na, erraten? Auf dem vorherigen Foto waren beim genauen Hinsehen die Ohren dieses putzigen Zeitgenossen zu sehen. Der Hase wohnt seit ein paar Wochen im Klostergarten. Der Zeiger von Uli Bramls Uhr ist gerade über die Acht drüber. Zeit zu gehen. Die Stadtgärtner haben noch ein paar kleinere Arbeiten im Klostergarten, dann geht es weiter ins Dreiflüssestadion. Dort müssen zwei Bäume gefällt werden. „Das hier war eher was für's Fingersptzengefühl“, sagt Andreas Kaltenecker und lacht, „jetzt gibt’s dann ein bissl Action.“ Fotos: Lugbauer
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