05.03.2012 Singlewanderung war wieder ein großer ErfolgJeden ersten Sonntag im Monat wird gewandert Weitere Bilder & Schnappschüsse Die meist geklickten BeiträgeAktuelle KommentareAm 29.02. 19:46 Uhr von Markus Ihle bei Und immer wieder der Weg zum Oberhaus Am 29.02. 19:31 Uhr von Jürgen Hellwing bei Und immer wieder der Weg zum Oberhaus Am 29.02. 11:26 Uhr von Marcel Köth bei Waldkirchen: 90-Jähriger richtet Pistole gegen sich selbst Am 29.02. 10:55 Uhr von Marco Madness bei Waldkirchen: 90-Jähriger richtet Pistole gegen sich selbst Am 28.02. 12:54 Uhr von Karina Mischkowski bei Baukunst aus Raum und Licht Am 26.02. 13:33 Uhr von Karina Mischkowski bei Den Winter nochmal einfangen | Hund Wurzl und sein Herrchen zeigen uns ihr RevierJäger sein vor den Toren der StadtWurzl liegt unbewegt am Fuße des Hochsitzes. Das Reh hat er gesehen. Wie es da unten aus dem Waldrand hervorlugt. Die schwarzen Knopfaugen, man erkennt sie, man sieht das helle Fell in den aufmerksam aufgerichteten Ohren. Doch Wurzl rührt sich nicht. Über dem Hochsitz steht der Mond. Es ist noch nicht dunkel, aber der Vorbote der Nacht schon da. Hans Parhofer hat das Fernglas an die Augen gelegt. Beobachtet, hält sich ganz still. Der Bayerische Gebirgsschweißhund Wurzl und er sind ein eingespieltes Team. Der Hund und der Jäger. Am Stadtrand von Passau, im Revier Hacklberg I: Jagen rund um eine Stadt, etwas ganz besonderes. Und doch so natürlich, ruhig und abgeschieden wie auf dem Land. Ein Rascheln, dann springt ein Hase aus dem Maisfeld Jetzt raschelt es im Maisfeld nebenan. Ein Hase springt in einem Satz heraus, sitzt auf dem gemähten Feld. Minutenlang lässt er sich bewundern, dreht seine langen Löffel in alle Richtungen, putzt sich mit den Vorderbeinen das Gesicht. Dann erspäht er Wurzl und den Mann auf dem Hochsitz. Ein Sprung, und er ist wieder im Mais verschwunden. ![]() Der Himmel über dem Feld färbt sich langsam dunkler. Bis eine Stunde nach Sonnenuntergang darf er jagen, sagt Hans Parhofer. Er rückt sich den Hut auf dem Kopf zurecht. Sobald es dämmert heißt es besonders aufpassen, erklärt er: „Wir haben hier im Gebiet viele Spazierwege. Da sind mir die Leute im Wald schon mit der Stirnlampe begegnet.“ Zurzeit seien besonders viele Schwammerlsucher unterwegs. Der viele Publikumsverkehr entlang der Wiesen und Felder am Stadtrand beeinträchtige zwar die Rehwildpolulation nicht, sagt der 70-Jährige: „Das Jagen aber erschwert es enorm.“ Die tolle Aussicht, die er in Hacklberg I teilweise hat, der Blick auf ganz St. Anton und Haidenhof, dahinter Schardenberg, dann die Stelle, an der er in einem Hochsitz direkt über dem Kachlet sitzt, noch weiter hinten der Blick Richtung Schalding, der perfekte Ort für den Sonnenuntergang: Alles schön und gut . „Aber man muss bedenken dass meine Kaliber vier Kilometer weit reichen. Ich kann ein Wild fast nicht vor der Kulisse der Häuser schießen.“ Als er letztens den Auftrag hatte, einen angefahrenen Rehbock zu schießen, wartete er lange darauf, dass er ihm an einer passenden Stelle begegnete. „Oft hab ich ihn nur vor der Kulisse von St. Anton gesehen“, sagt Hans Parhofer. Klee, Malven, Kohl: Ein Nahrungsparadies fürs Wild Die Wildpopulation im Rahmen zu halten, kranke und verletzte Tiere zu schießen, das sind nur zwei Aufgaben eines Jägers. Dazu kommt, den Tieren den Lebensraum zu garantieren. Und gleichzeitig den Wald zu erhalten. Keine leichte Aufgabe. Denn zum einen brauchen die Tiere die Wiesen rund um die Wälder, damit junge Bäume vor Verbiss geschützt werden. Zum anderen gibt es dank Wegen und Straßen nur wenige Stellen, an denen das Wild ungestört äsen kann. Bevor Hans Parhofer auf den Hochsitz geklettert ist, gab es eine Rundfahrt durch das Revier. Ein Halt an einer bunten Wiese. „Das ist eine unserer Wildackerflächen“, sagt Hans Parhofer. Klee, Malven, Kohl, Raps, Buchweizen: All das wächst hier durcheinander. Ein Paradies für Rehe und Hasen. „Wir haben das Stück mit einer speziellen Mischung angesäht“, sagt er Ein paar hundert Meter weiter steht ein Maisfeld, die Kolben werden nicht geerntet: „Hier sollen die Tiere sich ungestört bewegen können.“ Über alledem ziehen sich die Kabel der KV-Leitung, die hinunter zum Kachlet führt. Ein Korridor, der landwirtschaftlich nicht genutzt werden kann – also haben die Jäger ihn für ihre Zwecke umgestaltet. Um den Zweck der ausreichenden Futterstellen zu verdeutlichen, geht Hans Parhofer voran in den Wald. Zwischen hohen Tannen und Fichten stehen junge Bäume, die meisten sind nicht mal einen halben Meter hoch. Etwa an jedem zehnten befindet sich ein roter Plastikigel, auch sind die Nadeln an etlichen Bäumchen weiß gefärbt. Beides Methoden, das Wild vom Knabbern abzuhalten. Die Farbe schmeckt bitter, das Plastik stört. Der Baum kann überleben. „Wenn nur jeder zehnte Baum übrig bleibt reicht das aus, um den Fortbestand des Waldstücks zu sichern“, sagt Hans Parhofer. Er deutet auf ein paar Bäumchen. „Es tragen eigentlich nur die Tannen den Schutz. Die Tanne, müssen Sie sich denken, ist für das Wild der duftende warme Leberkas. Die Fichte daneben ist der Kalte.“ Auf dem Hochsitz wird es jetzt Zeit. Zeit, herunterzusteigen, Wurzl loszubinden und in Richtung Auto zurückzugehen. Durch die Baumwipfel sieht man es knallrot scheinen: Der Sonnenuntergang. Eine Stunde dürfte Hans Parhofer noch jagen. Doch der Wind hat sich gedreht, die Tiere die Witterung der Menschen aufgenommen. Mit dem Wagen geht es auf Feldwegen zurück zum Stelzlhof. Und dann präsentiert es sich doch noch, das wilde Leben am Stadtrand: Mitten in einer prächtigen Kleewiese, vor dem Panorama der Stadt, steht ein Reh. Die Ohren aufgerichtet, steht es starr da und schaut das Auto an. Ein paar Meter weiter auf der linken Seite das Gleiche: ein Reh im Abendlicht, es schaut neugierig und frisst dann weiter. „Die Natur braucht uns Menschen nicht“, sagt Hans Parhofer und lässt den Wagen wieder anrollen. „Eigentlich stören wir sie nur.“ ![]() Fotos: Wax
Aktuelle Meldungen Am heutigen Freitag, den 13., beenden wir lokalnews.de |
Deine kostenlose Zeitung für Passau!
| Passau Domlauf: Diese Woche noch anmelden Nur noch knapp eine Woche haben alle Laufbegeisterten Zeit sich ... mehr |






















