25.10.2011 Fliegende Wurstsemmeln und barbusige Studentinnen23 bis 24 Uhr: Auf ein Bier an der Zentraltankstelle 19.10.2011 Die Hinfahrt ist Hochdeutsch, die Rückfahrt ist Bairisch22 bis 23 Uhr: Eine Stunde im Passauer Stadtbus, Linie 1 Weitere Beiträge auf der Themenseite 05.03.2012 Singlewanderung war wieder ein großer ErfolgJeden ersten Sonntag im Monat wird gewandert Weitere Bilder & Schnappschüsse Die meist geklickten BeiträgeAktuelle KommentareAm 29.02. 19:46 Uhr von Markus Ihle bei Und immer wieder der Weg zum Oberhaus Am 29.02. 19:31 Uhr von Jürgen Hellwing bei Und immer wieder der Weg zum Oberhaus Am 29.02. 11:26 Uhr von Marcel Köth bei Waldkirchen: 90-Jähriger richtet Pistole gegen sich selbst Am 29.02. 10:55 Uhr von Marco Madness bei Waldkirchen: 90-Jähriger richtet Pistole gegen sich selbst Am 28.02. 12:54 Uhr von Karina Mischkowski bei Baukunst aus Raum und Licht Am 26.02. 13:33 Uhr von Karina Mischkowski bei Den Winter nochmal einfangen | 10 bis 11 Uhr: Auf dem WochenmarktEine kleine, eingeschworene MarktgemeinschaftFreitags, da geht es rund. Keine Chance auf einen Parkplatz, Gewurle auf dem Domplatz. Dienstags, da ist es ruhiger. Die abgespeckte Wochenmarkt-Version. Ein Besuch lohnt sich aber umso mehr. Mehr zum Thema: Alle Beiträge zum Thema "24 Stunden Passau" findest Du auf unserer Themenseite. Otto Bischof sagt, er sagt es wie es ist, es ist hier nicht perfekt. "Der Dom hier, die Kulisse, ja das ist schon schön. Aber das bringt mir keinen Umsatz." Den Strohhut auf dem Kopf, ein weißes Hemd, eine kurze Hose an, die Arme verschränkt, so steht Otto Bischof am Stand seiner Markt-Nachbarin Nicole Lichtenauer. Hier gibt es Käsespezialitäten aus Vorarlberg - und immer was zu Ratschen. Die Standler am Passauer Wochenmarkt, vor allem die am Dienstag, sagt Nicole Lichtenauer, "die halten zusammen. Wir sind wie eine Familie." Die Domuhr steht gerade auf 10 Uhr, als sie Passanten eine Scheibe Käse entgegenhält: "Wollen'S probieren, die Herrschaften? Käse aus Vorarlberg." Die Herrschaften wollen. Die Sache mit der Parkplatzsuche und den Erdäpfeln Ein Kunde kommt her, drückt Otto Bischof einen 50-Euro-Schein in die Hand: "Wie immer, weißt a's eh." Otto Bischof antwortet "Ja, ja", und will den Schein einstecken. dann lacht er laut, geht zu seiner Kasse und gibt dem Mann das Wechselgeld. Ein paar Tüten mit verschiedenem Gemüse hat er sich ausgesucht. Doch Otto Bischof bleibt beim Thema. Freitags, da sei es halt immer das gleiche Bild. "Die Frau steigt aus, der Mann sucht derweil einen Parkplatz. Dann findet er endlich einen, da ganz unten am Platz. Derweil hat die Frau aber einen schweren Sack Erdäpfel gekauft." Er schüttelt den Kopf. "Den trag ich ihr dann bis da runter, das gehört halt mal zum Service. Aber ich muss wieder vom Stand weg, das passt mir nicht." Der Gatte sucht den Parkplatz, die Frau kauft ein, so haben es heute Edeltraud Pöppl und ihr Mann gemacht. Nur ist es ein ruhiger Dienstag, der Wagen parkt gleich gegenüber des Gemüsestands von Claudia Bachhuber, wo sich Edeltraud Pöppl gerade großzügig Tüten vollpacken lässt. Tomaten, Bohnen, Salat. "Ich verstehe nicht, wie die Leute im Supermarkt Gemüse von weit her kaufen können wenn wir es hier aus der Region bekommen", sagt sie. "Und besser schmecken tut es auch." Ein Satz, den wohl jeder Standler gern hört. "Solche Stammkunden sind enorm wichtig", bestätigt Claudia Bachhuber, während sie Tomaten abwiegt. "Davon leben wir. Und Frau Pöppl kommt manchmal sogar extra wegen einer Sorte Gemüse her." Ja, wegen der Bohnen zum Beispiel, ergänzt die. "Ich komme jede Woche zwei Mal, und freitags nehme ich meist den Bus. Wegen der Parkplätze." Dienstags kauft sie, was sie bis Freitag verkochen kann, erklärt sie: "Und am Freitag kauf ich dann fürs Wochenende ein." Claudia Bachhubers Stand ist an beiden Markttagen da. Sie ist Händlerin und Beraterin: Manche wollen Tipps für das eigene kleine Gewächshaus zu Hause. "Haben Sie keine Zuckerhutpflanzen mehr?", fragt gerade eine Frau, die an den Stand gekommen ist. "Leider nicht, aber für die ist es fast schon zu spät", sagt Claudia Bachhuber. ![]() Eine Stammkundin beim Ratsch und Einkauf: Claudia Bachhuber (l.) wiegt Tomaten für Edeltraud Pöppl ab. "Es ist eine kleine Sucht, das Marktfahren" ![]() Käse aus Vorarlberg kann man bei Nicole Lichtenauer probieren. Nicole Lichtenauer, die junge Frau mit dem Käsestand, mag die Stimmung auf dem Dienstagsmarkt. Sie baut ihre Theke nur an diesem Tag in Passau auf, ist an den anderen Tagen auf anderen Märkten in Niederbayern und Oberösterreich vertreten. "Wenn hier einer mal nicht da ist, dann reden wir gleich darüber und hoffen, dass ja wohl nichts passiert ist", erklärt sie. Die 32-Jährige ist seit fünf jahren Marktfrau. "Ich war vorher viel auf Messe- und Promotionarbeit unterwegs und bin dadurch irgendwie reingekommen", sagt sie. Und mittlerweile kann sie es sich anders nicht mehr vorstellen: "Es ist eine kleine Sucht, das Marktfahren." Auch Renate Mischur, die nebenan Wolle und Selbstgestricktes, Handgestecktes und Nudeln, Taschen und Rücksäcke verkauft, hat das frühere Leben gegen das Markttreiben getauscht. "Ich hatte viele Jahre einen Laden, bin seit 1974 selbstständig. Seit zwei Jahren fahre ich nur noch auf Märkte", sagt sie. Auch wenn es mit der Wolle wie mit den Winterreifen sei, wie sie erklärt: "Von Ostern bis Oktober. In dieser Zeit wollen die Leute kaum stricken." Die Gruppe Frauen, die gerade vorbeigeht, schaut sich die Knäuel in den vielen bunten Farben dennoch eingehend an. Den Platz am Fuße des Doms, da gibt Renate Mischur Otto Bischof Recht, der sei wirklich nicht ideal. "In Burghausen waren wir mal auf einem Supermarkt-Parkplatz. da ging das Geschäft für alle gut." Man muss es mögen, das Marktleben, sagt Renate Mischur. "Bei Wind und Wetter ist das alles andere als angenehm", erzählt sie. Oder als vergangenes Jahr der Domplatz wegen einer Bombendrohung geräumt werden musste, die Marktbuden standen da noch: "Da musste es Ruckzuck gehen mit dem Räumen und man wusste nicht: Passiert was?" ![]() Renate Mischur an ihrem Stand: Bis vor zwei Jahren hatte sie einen Laden, nun fährt sie nur noch auf Märkte. Gleich ist es 11 Uhr, es ist extrem heiß und schwül. Der August ist ein schlechter Monat, sind sich die Standler einig, die sich zu einem Ratsch zusammengestellt haben. Die Hitze, die Urlaubszeit. Erika Höltl hat ihre Blumen in Eimer mit viel Wasser gestellt. Und Sonnenschirme aufgebaut. Einer der Domaufseher, der gleich seinen Dienst antreten muss, hat sie gerade in Sachen Pepperoni um Rat gefragt, man gibt sich gegenseitig Tipps zum richtigen Lagern und Züchten. "Wir ratschen oft, ich kenne ihn auch ein bisserl vom Palmbuschenbinden", erzählt die Blumenfrau. Schön bunt ist ihr Stand, er schmückt den Domplatz. Überhaupt, diese Kulisse, die jetzt vom Elf-Uhr-Läuten des Doms untermalt wird. "Freilich schön. Aber so mancher kennt den Markt hier nicht mal", mischt sich Otto Bischof ein. Dabei habe Passau 9.000 Studenten, sagt er. "Da wenn jeder mal hier durchgeht und kauft auch nur einen Apfel, für den Wochenmarkt wäre das ein Gewinn." ![]() Erika Höltl und die Blumen: Ein buntes Bild, das vom Passauer Wochenmarkt nicht wegzudenken ist. Fotos: Wax
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