25.10.2011 Fliegende Wurstsemmeln und barbusige Studentinnen23 bis 24 Uhr: Auf ein Bier an der Zentraltankstelle 19.10.2011 Die Hinfahrt ist Hochdeutsch, die Rückfahrt ist Bairisch22 bis 23 Uhr: Eine Stunde im Passauer Stadtbus, Linie 1 Weitere Beiträge auf der Themenseite 05.03.2012 Singlewanderung war wieder ein großer ErfolgJeden ersten Sonntag im Monat wird gewandert Weitere Bilder & Schnappschüsse Die meist geklickten BeiträgeAktuelle KommentareAm 29.02. 19:46 Uhr von Markus Ihle bei Und immer wieder der Weg zum Oberhaus Am 29.02. 19:31 Uhr von Jürgen Hellwing bei Und immer wieder der Weg zum Oberhaus Am 29.02. 11:26 Uhr von Marcel Köth bei Waldkirchen: 90-Jähriger richtet Pistole gegen sich selbst Am 29.02. 10:55 Uhr von Marco Madness bei Waldkirchen: 90-Jähriger richtet Pistole gegen sich selbst Am 28.02. 12:54 Uhr von Karina Mischkowski bei Baukunst aus Raum und Licht Am 26.02. 13:33 Uhr von Karina Mischkowski bei Den Winter nochmal einfangen | 13 bis 14 Uhr: Am Stausee OberilzmühleDie flinken Wolken und der tote FischDie dreizehnte Stunde hat geschlagen in unserer Serie, bei der wir rund um die Uhr Passau beleuchten. Zeit für eine kleine Entspannung am Stausee Oberilzmühle. Mehr zum Thema: Alle Beiträge zum Thema "24 Stunden Passau" findest Du auf unserer Themenseite. Es ist immer ein kleiner Zwiespalt, hier entspannt zu liegen. Auf der einen Seite ist es ein kleines Paradies: der weitläufige See, von dichtem Wald umzingelt, von kleinen Fischerzillen geschmückt. Auf die Wiese legen, den Wolken am Himmel zuschauen, in Gedanken schwelgen und sie zu schätzen wissen, diese wunderbare Natur, nur einen Katzensprung oder eine Mini-Radtour vom Stadtzentrum entfernt. Die letzten Sommerhungrigen Heute gehen sie rein, die letzten Sommerhungrigen. Es ist einer dieser Tage kurz bevor der Herbst kommt: Für ein paar Stunden heizt die Sonne die Luft nochmal so auf, dass man sich denkt: rein in die Badesachen. Schwimmen. Wohl ein letztes Mal heuer. Die große Liegewiese ist trotzdem kaum bevölkert. Das Ehepaar, das sich Liegestühle am Zaun aufgestellt hat, sich hinter Zeitung und Zeitschrift verschanzt. Die wollen Ruhe. In der Mitte hat sich eine Runde junger Leute im Kreis zusammengesetzt. Ein Grill, die Gitarre, der Gesang: Ist das "Wonderwall" von Oasis, was die da performen? Ein bisschen schräg. "Wir haben hier unsere Abiprüfungen auch schon so gefeiert. Und jetzt feiern wir, dass wir bald zum Studieren anfangen", erklärt einer von ihnen. Nur ein paar von ihnen bleiben da, "er geht nach München, er nach Berlin, er nach Wien". Der Finger wandert von Freund zu Freund. Ein letztes gemeinsames Foto vielleicht? Oh, lieber nicht, grinsen sie: "Wir haben zu viel Bier dabei. Nein, das wenn die andren wieder sehen." ![]() Der mit der Gitarre stimmt jetzt "Have you ever seen the rain" von Creedence Clearwater Revival an. Die beiden Wanderer, die gerade mit großen Rucksäcken über die Wiese stapfen, am Wasserwacht-Häuschen vorbei in Richtung Wald, von wo der Weg die Ilz aufwärts führt, summen mit. "Das hab ich auch schon lange nicht mehr g'hört", sagt einer zum anderen. Mitzählen, wie lange die Wolke von A nach B braucht Beobachtungswechsel. Jetzt ist der Himmel dran. Hinlegen, nach oben schauen, die Sonnenstrahlen wegblinzeln. Der Himmel ist heute so bayerisch, wie jeder Klischee-Bayer ihn sich nur wünschen kann: knallblau mit weißen Wattewolken. Kaum eine Minute, in der der Anblick der gleiche ist. Die weißen Flecken ziehen flink weiter. Mal zum Test eine so lange beobachten vom Augenblick an, an dem sie hinten, in der Kurve, da, wo die Mausmühle liegt, auftaucht am Firmament bis zu dem Zeitpunkt, an dem sie jenseits der Staumauer aus dem Blickfeld verschwindet. Keine fünf Minuten. Es wird wirklich Herbst. Dann Hochschrecken, weil es laut "Platsch" macht auf dem See. Nichts zu sehen, nur Wasserringe. Ein Fisch hat für den Bruchteil einer Sekunde über die Oberfläche geschnappt. ![]() Standortwechsel. Hin zum Steg. Der ist heute leer. Die Bretter hat die Sonne gewärmt. Die Füße ins Wasser hängen lassen. Die Holzfläche wackelt ein wenig. Draußen auf dem See dümpelt die Plattform vor sich hin. Auch leer. Das Wasser ist überraschend sauber. Vor ein paar Tagen noch, in dieser letzten heißen schwülen Woche, da stank es hier nach Algen. Da trieb ein zäher grüner Schaum in Richtung Stauwerk, sammelte sich in den kleinen Buchten entlang der Liegewiese. Und da schwamm er an der Oberfläche, der tote Fisch. Ein enorm großer toter Fisch. Ein so großer toter Fisch, dass die Schwimmer hektisch herauskletterten aus dem Wasser, einer nach dem anderen, weil es langsam immer näher kam und in Richtung Stauwehr trieb, dieses mords Drum Fisch. Der tote Fisch ist weg Der Fisch ist weg. Und geregnet hat es dieser Tage auch. Das hat den Oberilzmühlstausee, der immer noch ein fließendes Gewässer ist, sauber gespült. Und so beschließen drei junge Männer, die eigentlich nur eine Runde mit der Zille rausfahren wollten, nun doch noch ein Bad zu nehmen. "Weil's wohl das letzte Mal heuer ist", sagt einer und die anderen nicken. Und weil die Leiter hinab ins Wasser klettern ja wohl total uncool ist, wird Anlauf genommen. Er wackelt ganz schön, der Steg, als sechs Beine drüberlaufen, sich kräftig abdrücken und drei verschiedene Figuren ins Wasser hüpfen. Eine Spinnengleiche, mit den Gliedmaßen in alle Richtungen gestreckt. Eine Zusammengekrümmte, der der geplante Hechtsprung gehörig misslingt. Und eine schlichte Gestreckte, die ganz einfach die gute alte Kerze macht. Was bleibt, ist ein lautes "Platsch", sind Abiturienten, die das Gitarrespiel kurz unterbrechen (aktuell gepielter Titel: "Island in the sun" von Weezer) und laut johlen, ist ein Ehepaar, das für einen Moment hinter den Zeitungen hervorlugt. Und was ebenso bleibt, sind Wasserspritzer auf dem Steg, die nicht so schnell trocknen werden. Denn es wird Herbst. ![]() Fotos: Wax
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