Deine kostenlose Zeitung für Passau!

Weitere Beiträge auf der Themenseite


Die meist geklickten Beiträge


Aktuelle Kommentare



17 bis 18 Uhr: Eine Stunde im Berufsverkehr

Wo ist der Stau, wenn man ihn braucht?

Die Fahrt vom lokalnews-Büro heim in die Innstadt kostet mich Abend für Abend viel Zeit und Nerven. Heute sitze ich im Auto, habe freie Fahrt - und bin der Verzweiflung nahe.

veröffentlicht von Laura Lugbauer am 16.09.2011 12:27 Uhr im Ressort Land & Leute
Mehr zum Thema: Alle Beiträge zum Thema "24 Stunden Passau" findest Du auf unserer Themenseite.

Rückblende: Bereits um 16.30 Uhr, eine halbe Stunde bevor die eigentliche Reportage für diesen Teil der Serie startet, sitze ich im Wagen gen Achleiten und reibe mir die Hände. Es staut sich schon, die Tankstelle ist absolut überfüllt. Schaut nach guten Bedingungen aus für meine Stunde im Passauer Berufsverkehr. Von der Innstadt übers Klinikum zur Neuburger Straße, dann wieder Richtung Stadtmitte, über die Ringstraße und die Schanzl- zur Straußbrücke, dann durch den Ilzdurchbruch - das ist die Route, die ich mir vorgenommen habe. Ob ich das innerhalb einer Stunde überhaupt schaffe, da bin ich mir nicht so sicher.

Wir springen nach vorne: Um 17 Uhr bin ich in der Neuburgerstraße. Los geht's. Ich schalte vom CD-Wechsler zum Radio. Der Moderator kündigt gerade den nächsten Song an: "She's the one - Derzeit das Lieblingslied aller Jäger". Aha, denke ich noch, als die Auflösung kommt: Klingt fast wie "Schießt Yvonne", die oberbayerische "Kuh, die ein Reh sein will" und mittlerweile wieder eingefangen wurde. Ha, ha, ha. Ich drehe das Radio ein bisschen leiser, während ich an der Ampel am Exerzierplatz Höhe Löwenbräustüberl stehe. Bis hierhin bin ich problemlos gekommen. Komisch eigentlich.




Das Licht wird grün, ich rolle um die Ecke, zur Ampel an der Ringstraße. Die ist rot. Na, wenigstens das ist normal. Denn vor mir stehen nur zwei Autos. Wäre ich jetzt nicht auf der Suche nach einem Stau sondern auf dem Weg zu, sagen wir: einem Termin im Rathaus, dann würde ich schon vor dem Querungshilfe beim Nikolakloster zum Stehen kommen. Weiter geht's, mit dem Fuß tippe ich aufs Gaspedal. Und setze kurz darauf auf die Schanzlbrücke. Wenigstens hier wird es doch hapern.

Was ist da heute los?


Ich komme im fließenden Verkehr durch die Nikolastraße, am Ludwigsplatz ist sogar die Ampel grün. Am Schanzl das gleiche Spiel. Ich muss zwar an der Ampel halten, bin aber auf meiner Linksabbiegespur in Richtung Vilshofen ganz allein. Was ist heute eigentlich los?, denke ich als ich mich auf den Weg zur Straußbrücke mache. Auch die kann ich übrigens mit minimalsten Beeinträchtigungen passieren. Wo ist denn nur der Stau, wenn man ihn mal braucht?

Ein Ass habe ich ja noch im Ärmel: den Anger. Viele Stunden bin ich hier schon gestanden, von allen Seiten eingekeilt zwischen den anderen Autos. Hier werde ich bestimmt fündig. Und tatsächlich - kurz vor der Hängebrücke komme ich zum Stehen. Die Ampel ist rot. Aber hier habe ich auch mal ein paar andere Fahrzeuge vor- und hinter mir. Schnell ein Foto. Dann darf ich auch schon wieder kuppeln.




Ich gleite durch den Tunnel zur Ilzstadt und biege gleich wieder Richtung Stadtmitte ab. Wieder der Tunnel, dann wieder freie Fahrt am Anger. Ich schaue auf die Anzeige am Amaturenbrett. 17.20 leuchtet mir da in eckigen Ziffern entgegen. 20 Minuten? So schnell komme ich normalerweise nicht mal von der Redaktion in der Neuburger Straße in die Innstadt rüber. Was mach ich jetzt? Nochmal eine Runde drehen!

Schon bei der Hornbach-Kreuzung habe ich Erfolg. Erfolg heißt: Hier stehe ich, an der Ampel, und vor, hinter und neben mir sehe ich Autos, die auch stehen. Im zweiten Anlauf erst schaffe ich es durch die Ampel - und freue mich wie ein Schnitzel. Kurz komme ich mir ein bisschen komisch vor, normalerweise würde ich jetzt nämlich meinen Vordermann beschimpfen, der sich nicht noch schnell durchgezwängt und mir damit die Fahrt bei Dunkelorange ermöglicht hat.

Eine Autoschlange - leider auf der anderen Seite


Ich biege ab auf die Straußbrücke und was sehen meine Augen? Eine Autoschlange! Leider in der anderen Fahrtrichtung, meine Spur ist frei. Ich brumme also Richtung Autobahn, wende am Parkplatz und reihe mich freudig in den Stau ein. Minutenlang komme ich nur im Standgas oder gar nicht voran. Mein Fußgelenk ziept ein bisschen vom häufigen Heben und Senken aber das stört mich nicht. Es ist Stau! Endlich habe ich was zu schreiben. Während ich noch auf meinen Block kritzle, wird der Abstand zum Vordermann schon wieder größer. Es geht weiter. Das war's dann wieder mit meinem Stau.

Schon leicht genervt biege ich in Richtung Innenstadt ab. Bei der zweiten Runde geht es mir ähnlich wie bei der ersten. Vom Berufsverkehr, der mich sonst so quält - kaum eine Spur. Klar, es sind Semesterferien. Aber die Schule läuft schon wieder und für die meisten Arbeitnehmer ist die Urlaubszeit auch vorbei. Es kann doch nicht sein, dass nur die Studenten alles aufhalten!

Missmutig fahre ich meine Runde nochmal ab. Am Anger stehe ich ein bisschen, aber auch das ist kaum der Rede wert. Um 17.45 gebe ich auf. Die Radiowerbung macht mich wahnsinnig, ich schalte wieder auf CD um und biege ab auf die Innstraße. Auch hier muss ich - ganz entgegen meiner Gewohnheit - nicht bremsen. Ebenso bei der Marienbrücke, erst nach der Hälfte gehe ich vom Gas. Vor mir sehe ich rote Bremslichter. Endlich: ein Stau. Obwohl: Auf den hätte ich jetzt auch verzichten können.


Fotos: Laura Lugbauer


1.167.531
Bericht wurde veröffentlicht von
Für Kritik, Lob oder Verbesserungsvorschläge nutze unser Feedbackformular. Gerne auch 100% anonym.
Veröffentlicht in folgenden Zeitungen:
Passauer Gschichten
Schlagwörter & Themen:
Bundesagentur für Arbeit , Ludwigsplatz , Schanzlbrücke , Innstraße , Neuburger Straße , lokalnews , Nikolastraße , Hängebrücke , Nikolakloster

Aktuelle Meldungen

Am heutigen Freitag, den 13., beenden wir lokalnews.de

...und jetzt sagen wir endgültig: Servus !

Das war's von uns: Mitte Februar haben wir euch informiert, dass lokalnews.de beendet wird. Am heutigen Freitag, 13. April, räumen wir unser Büro. Und bedanken uns für eine schöne Zeit! zum Artikel

Passau beteiligt sich an BayernTour Natur

Von Dobln und anderen Naturdenkmälern

Von April bis Oktober heißt es in diesem Jahr wieder „Erleben und Verstehen“ im Rahmen der BayernTour Natur. In Passau werden dazu 16 interessante Touren angeboten. zum Artikel

Weitere Meldungen im Tagesticker

Deine Meinung