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Bürgerforum: "Alarmierende Verkehrssituation"

In der Innstadt staut sich die Wut

Die Innstädter sind unzufrieden. Der Grund ist die Verkehrsbelastung im Stadtteil. Eine Bürgerinitiative hat ihn gezählt. Und ist auf weit mehr Fahrzeuge gekommen als die Stadt bei ihren Schätzungen.

veröffentlicht von Laura Lugbauer am 27.09.2011 11:09 Uhr im Ressort Land & Leute
Mehr zum Thema: Alle Beiträge zum Thema "Verkehr in der Innstadt" findest Du auf unserer Themenseite.

"Die Verkehrssituation ist nicht mehr haltbar", sagte Konrad Frank, Vorsitzender des Bürgerforums "Leben in der Innstadt" gestern bei der Vorstellung der Ergebnisse bei einer CSU-Veranstaltung. Zwei Tage lang haben Freiwillige den Verkehr in der Innstadt gezählt. Bei Schätzungen der Stadt sei bisher die Rede von 43 Lkw am Tag gewesen. "Das haben wir pulverisiert", meinte Frank. 245 Lkw wurden in den beiden Tagen gezählt, dazu kamen nochmal 80 Busse - "Touristenbusse wohlgemerkt", betonte Frank, "die Stadtbusse haben wir gar nicht mitgezählt." Außerdem wurden 31.977 Pkw an den beiden Tagen - dem 28. und 29. Juli - erfasst.


Über die Marienbrücke fahren täglich tausende von Autos in die Innstadt bzw. in die andere Richtung. Die Bürgerinitiative hat sie gezählt.


"Alarmierend" seien diese Zahlen, so Frank, der berichtete, dass bei Untersuchungen zu einer möglichen Donaubrücke die Stadt von rund 18.000 Fahrzeugen täglich ausgegangen sei. SPD-Fraktionsführer Markus Sturm hatte in der Lokalpresse vorab kritisiert, dass das Bürgerforum für seine Zählung zwei besonders verkehrsreiche Tage gewählt habe. "Ein Durchschnittswert mag die Verkehrsplaner interessieren", sagte Frank in Bezug darauf. "Für uns Innstädter ist aber jeder Patient, der im Sanka im Stau steht, oder den der Notarzt nicht erreichen kann, zu viel." Die Sicherheitslage sei unverändert dramatisch.

Nicht auf Brückenlösung fixiert


Man sei weder parteiorientiert noch auf eine Brückenlösung fixiert, so Frank weiter, kritisiere aber, dass die Stadt entgegen einstiger Behauptungen durchaus die finanziellen Mittel für eine Donaubrücke aufbringen könne. Er appellierte für mehr Solidarität unter den Stadtteilen. "Die andere Seite hat Angst vor erhöhtem Verkehrsaufkommen. Der Verkehr wird aber nicht mehr, er fließt nur anders. Hier sollte die ganze Stadt zusammenhalten und vielleicht auch mal ein Stadtteil für einen anderen zurückstecken."

Adolf Hiendl, Mitbegründer des Bürgerforums, verwies auch auf die Lärmbelastung durch den Verkehr. "Ich bin ja schon fast froh, wenn Stau ist, weil dann ist wenigstens mal eine Ruhe", sagte er. "Jedes Dorf hat eine Ortsumgehung, nur bei uns läuft der Verkehr mitten durch."

Die CSU-Stadtratsfraktion, die fast vollzählig zum Gespräch erschienen war, zeigte Verständnis für die Anliegen des Bürgerforums. Und beklagte, dass dies bei vielen Kollegen nicht so sei. Sepp Reischl: "Es gibt so viele Entscheidungsträger hier herüben, nur für ihren eigenen Stadtteil scheinen sie nicht viel übrig zu haben."

Ärger gebe Kraft, meinte ein Mitglied des Bürgerforums: "Irgendwann stehen wir auf der Brücke. Und dann machen wir zu."

Foto: Archiv Wax


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