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Folge 1: Norbert Täuber und die DreiländerhalleDer „Betonschädel“ zeigt sein ReichIn unserer neuen Serie „Passaus gute Geister“ blicken wir hinter die Kulissen von bekannten Passauer Gebäuden. Und stellen euch die Personen vor, ohne die dort gar nichts geht, die dafür sorgen, dass alles seinen reibungslosen Ablauf hat. In unserer ersten Folge: Norbert Täuber, Hüter der Dreiländerhalle. | |  |
Mehr zum Thema: Alle Beiträge zum Thema "Passaus gute Geister" findest Du auf unserer Themenseite. Auch wenn das Gebäude mit seinen acht Jahren noch relativ jung ist, Norbert Täuber ist eng verwurzelt mit der Dreiländerhalle und seiner Arbeit. Denn sie ist schon fast eine Familientradition. Schon die Nibelungenhalle (NiHa) hatte er unter seinen Fittichen, und davor war das die Aufgabe seinen Vaters.
 Seit die Dreiländerhalle 2004 geöffnet wurde, ist Norbert Täuber der Betriebsleiter. Davor war er schon für die mittlerweile abgerissene Nibelungenhalle zuständig.
„Bin praktisch in der Nibelungenhalle aufgewachsen“
„Ich bin praktisch in der Nibelungenhalle aufgewachsen“, erinnert sich Täuber. Als Siebenjähriger zog er 1958 mit seinem Vater in die dortige Hausmeisterwohnung – und blieb. Als er jedoch 30 Jahre später im Jahr 1989 den Posten seines Vaters übernahm, wurde die Wohnung aufgelöst und in Büroräume umfunktioniert. War der Abriss der Halle im Jahr 2004, die lange seine Heimat war, da nicht schlimm für ihn? „Es wäre hart gewesen, wenn wir hier draußen nicht so einen guten Ersatz gehabt hätten“, meint der 60-Jährige.
Hier draußen – damit meint er die Dreiländerhalle in Kohlbruck. Darüber wacht Täuber nun als Betriebsleiter. Alles, was in der knapp 3.000 Quadratmeter großen Halle passiert, geschieht unter seiner Anleitung. Als Veranstaltungstechnikmeister ist Täuber hochqualifiziert. „Es hat sich in den letzten zehn, fünfzehn Jahren so viel verändert, da könnte man nicht einfach irgendwen als Hausmeister hinstellen, das wäre zu viel Verantwortung“, meint Täuber. Er ist Angestellter der städtischen Tochter Event GmbH und deren Prokurist. Sein Job ist anstrengend: Die vielen Veranstaltungen in der Halle und auf dem gesamten Messegelände, inklusive Eisarena und X-Point-Halle, erfordern viele Überstunden, Nacht- und Wochenendschichten. „In der Veranstaltungsbranche braucht man Herzblut. Heuer werd ich 61, wenn´s mir keinen Spaß machen würde, würde ich sofort aufhören“, betont er.
Wachsames Auge auf die Sicherheit
Reges Treiben herrscht in der Dreiländerhalle: Innerhalb eines Tages wird für das Konzert "Rock meets Classic" auf- und wieder abgebaut. Dichtes Gewusel herrscht gerade in der Dreiländerhalle, am Abend findet „Rock meets Classic“ statt. Die Künstlergarderoben sind schon hergerichtet, Snacks stehen bereit. Die Veranstalter bauen schon den ganzen Tag die Technik auf, bis zum Soundcheck ab 15 Uhr muss alles stehen. Die Event stellt die Infrastruktur: Bühne, Zuschauertribüne, Elektrizität. Und als Betreiber der Veranstaltungsstätte ist sie auch für die Sicherheit zuständig. Die Fluchtwege müssen sichergestellt werden, immerhin passen sitzend 3.600 Personen und im Stehen sogar 7.000 in die Halle. Deshalb hat Täuber ein ganz wachsames Auge auf die verwendete Technik des jeweiligen Veranstalters: „Wir müssen nach dem Aufbau alles abnehmen.“ Passiert ist bisher kaum etwas, bei den Toten Hosen verbog das Gewicht der hängenden Lautsprecher- und Lichtanlagen mal einen Dach-Querträger. Und bei André Rieu musste 2006 im Winter die Feuerwehr vor der Veranstaltung anrücken und das Dach vorsorglich abschaufeln, da Regen prognostiziert war und die Schneelast sonst zu hoch gewesen wäre.
Manche Stars meckern einfach aus Prinzip
Überhaupt, viel erlebt hat Norbert Täuber schon mit den Stars und Sternchen, die in der Dreiländerhalle und in der NiHa aufgetreten sind. Wolfgang Ambros beschimpfte ihn mal als „grauhaarigen Betonschädel“, weil er keine Feuerschale aufstellen durfte, und drohte mit dem Abbruch. „Am Ende geht’s plötzlich doch immer“, sagt Täuber augenzwinkernd. Viele, so kommt es ihm vor, meckern einfach aus Prinzip. Anekdoten kann er hunderte erzählen, wie die vom russischen Klavierspieler, der sich lauthals beschwerte, dass das Schweinwerferlicht zu heiß sei, und er nicht spielen würde, wenn das nicht innerhalb von zwei Stunden in Ordnung gebracht werde. Nach eben diesen zwei Stunden kam er wieder und sagte, jetzt passt es. „Dabei haben wir gar nix gemacht“, erinnert sich Täuber und lächelt schelmisch.
Für die so langsam eintrudelnden Künstler steht schon ein Büffet bereit. Man merkt ihm an, dass er seine Arbeit gern macht, dass er auch bei exzentrischen Ausbrüchen von Stars, die seiner Meinung nach früher um einiges schlimmer gewesen waren, gelassen bleibt. Das, betont er, liege auch an seinem 13-köpfigen Team. „Wir sind noch von früher zusammengeschweißt, es macht viel Spaß in einer Crew zu arbeiten, die so zusammenhält“, schwärmt der 60-Jährige. Und auch auf seine Dreiländerhalle ist er sichtlich stolz, hat er sie doch selbst mit aus der Taufe gehoben. „Ich hatte die Bauleitung und habe zusammen mit einem Architekten auch die Feinplanung übernommen“, erklärt Täuber.
Viele Nachteile der NiHa wurden so ausgemerzt. „Die Sitztribüne kann man innerhalb von 3 1/5 Minuten ausfahren, das ist eine der wesentlichen Errungenschaften“, meint Täuber. Einen eigenen Trafo hat das Gebäude, der bis zu 1,4 Megawatt leisten kann. Und die zwei Toilettenanlagen funktionieren völlig autark voneinander. „Da ist es dann nicht so schlimm, sollte eine mal ausfallen“, erklärt der Betriebsleiter. Ein paar Wünsche blieben aus Kostengründen aber auch offen. „Wir hätten es gern gehabt, dass die gesamte Halle unterkellert ist“, erzählt Täuber. So wird manchmal der Stauraum doch etwas knapp. Und einen Nachteil hat die Dreiländerhalle trotz ihrer Modernität gegenüber der alten Nibelungenhalle: „Man kann nicht mehr so gut improvisieren“, so Täuber. Bei der NiHa war es kein Problem, zum Beispiel mal schnell irgendwo eine Schraube in den Boden zu drehen.
Geländefahren als Ausgleich
Verheiratet ist Norbert Täuber mit seiner Arbeit trotz aller Leidenschaft jedoch nicht. Er hat nämlich ein ausgefallenes Hobby: Offroad-Rallye-Fahren. Sogar beim Paris-Dakar-Rennen war er schon dabei, wahrscheinlich wird er im Herbst zum dritten Mal bei einer Rallye in Rumänien acht Tage lang quer durch die Karpaten brettern. „Das ist mein Ausgleich“, verrät er. Natürlich ist da aber auch die Familie. Täuber ist verheiratet und hat eine Tochter. „Die ist aber nicht in der Veranstaltungsbranche tätig“, erzählt der Vater. Eine dritte Generation Täubers als Hüter über die Dreiländerhalle ist also sehr unwahrscheinlich.
Fotos: Mischkowski
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