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„myPlanets“: Passauer Ralf Mnich entwickelt Online-Spiel

Ein Vater-Sohn-Projekt gegen „Ballerspiele“

Neue Welten entdecken, erobern und kolonialisieren: Ein Weltraumabenteuer für den Computer hat der Passauer Ralf Mnich geschaffen.

veröffentlicht von Esther Mischkowski am 26.01.2012 13:45 Uhr im Ressort Land & Leute

Doch kein normales „Ballerspiel“ ist „myPlanets“ geworden, sondern ein anspruchsvolles „Online-Text-Adventure“, wie es der 47-Jährige nennt.

Angefangen hat alles eigentlich schon vor zwanzig Jahren. „Damals habe ich schon Online-Spiele programmiert, als es noch gar kein Internet gab“, erklärt Mnich. Über Telefonleitung habe man die PCs verbunden und gegeneinander gespielt. Und schon damals war Science Fiction die Rahmenhandlung - „das ist einfach mein Thema“, gesteht er. Auch beruflich ist Mnich mit dem Programmieren bestens vertraut, er ist Systemverwalter – also EDV-Spezialist – beim Zoll. „Ich selbst bin gar nicht so der Spiele-Freak, mich interessiert eher die Technik dahinter“, verrät er.


Weil er seinem Sohn Alexander (r.) eine Alternative zu den gängigen Online-"Ballerspielen" bieten wollte, hat Ralf Mnich (l.) selbst ein Browser-Game entwickelt.

Die Leidenschaft aus seiner Jugend flammte vor rund einem Jahr wieder auf: Sein heute elfjähriger Sohn Alexander kam so langsam in das Alter, in dem ihn Computerspiele magisch anziehen. „Mich hat aber immer schon gestört, dass es eigentlich fast nur ballernde und bluttriefende Online-Spiele gibt“, meint Mnich. Deshalb reifte in ihm die Idee, einfach selbst ein anspruchsvolles Online-Spiel zu entwerfen, mit dem sich sein Sohn bedenkenlos die Zeit vertreiben kann. Und er setzte diese Idee flugs in die Tat um: Auf Basis eins kostenlosen Browsergames entwickelte er ein ganz neues Weltraumabenteuer und nannte es „myPlanets“. Auch bei seinem Sohn fand die Idee sofort Anklang, Alexander mischte von Anfang an tatkräftig mit bei der Entwicklung. „Der hat oft gesagt, `Papa, mach das doch lieber so´, und im Nachhinein hat er dann meistens Recht gehabt“, verrät der hörbar stolze Vater. Herausgekommen ist bei dem Vater-Sohn-Projekt ein spannendes, kostenloses Internetspiel, das für Klein ebenso wie für Groß geeignet ist. Zwar steht der Spaß beim Spielen eindeutig im Vordergrund, aber nichtsdestotrotz sollen die User dabei auch was lernen. Lesekompetenz ist da ein zentrales Stichwort. Denn viel Lesen muss man, wenn man bei dem Spiel bestehen will: „Es ist ein Text-Adventure, man muss sich durch Texte kämpfen“, erklärt Mnich.

Wie man spielt, entscheidet jeder für sich


Eigentlich geht es in dem Spiel darum, neue Welten, neue Galaxien zu erschließen. Wie der Spieler das macht, liegt dabei allein in seiner Entscheidung. „Es ist definitiv nicht auf Krieg und Kampf ausgelegt“, betont Mnich. Allerdings gäbe es durchaus die Möglichkeit, Welten kriegerisch zu erobern. „Da könnte man eine Sozialstudie betreiben“, sagt der Entwickler lachend. Denn das Verhalten der Spieler spiegele deutlich ihr Sozialverhalten wider. „Manche gehen Konflikten permanent aus dem Weg, andere sind das genaue Gegenteil“, hat Mnich die Erfahrung gemacht.

Auch weil das Spiel sehr textlastig ist, ist der Entwickler unablässig dabei, neue „Zuckerl“ für seine User einzubauen, um sie bei Laune zu halten. „Gerade die Jungen stürzen sich am Anfang darauf, haben aber dann wenig Durchhaltevermögen“, berichtet Mnich. Deshalb sei auch mindestens die Hälfte der Spieler Erwachsene, meint er. Genau kann er das nicht sagen, denn bei der Registrierung müssen keinerlei persönliche Angaben gemacht werden. Aber in dem extra eingerichteten Chat könne man anhand der Sprache schon oft herauslesen, dass sich dahinter Erwachsene verbergen.



Alexander kennt das Spiel in und auswendig


Seit etwa einem halben Jahr schon ist das Spiel nun online. Noch ist myPlanet nur einer kleinen Fangemeinschaft bekannt, derzeit sind es etwa 130 aktive Nutzer. „Wir müssen um neue Spieler kämpfen, weil sie nicht so leicht zu begeistern sind“, berichtet der Programmierer. Einen eingefleischten Fan hat das Spiel aber schon längst: Alexander Mnic. Sein Sohn ist nicht nur Spieler, sondern auch Administrator und gibt anderen Usern Tipps, wenn sie im Spiel nicht mehr weiter wissen. „Er kennt das Spiel in- und auswendig“, freut sich Ralf Mnich. Von anderen Spielern bekommt er im Userforum ebenfalls viel positives Feedback. Und auch Eltern scheinen froh zu sein über dieses pädagogisch wertvolle Spiel. Als vor einigen Wochen schon einmal in der Zeitung über „myPlanets“ berichtet wurde, habe er anschließend eine Mail von einem der Spieler bekommen: „Darin stand: Der Papa hat gesagt, ich soll mir das mal anschauen.“

Fotos: Ralf Mnich


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