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Passauer Nachwuchsfilmer planen großen Coup

Mit einem Lächeln gegen die Zeit

„Ein Film in 99 Stunden? Da können wir doch mehr!“, hat sich Mathias Sartor gedacht, als er die Ausschreibung des diesjährigen 99FIRE-FILMS AWARD gelesen hat. Anstatt nur einen einzigen 99-Sekunder einzureichen, will er mit gleich fünf Kurzfilmen an den Start gehen.

veröffentlicht von Stefan Daller am 03.02.2012 15:36 Uhr im Ressort Land & Leute


Seit Anfang der Woche herrscht im ProLi in Passau wieder reges Treiben.

„Eigentliches Ziel des Wettbewerbs ist es, in exakt 99 Stunden einen Film zu konzipieren, zu drehen und zu schneiden.“, erklärt Mathias Sartor (24), Nachwuchsschauspieler aus Salzweg bei Passau. „Wir haben aber schon längere Filme in viel kürzerer Zeit gemacht. Mit einem eingespielten Team sind bis zu fünf 99-Sekunder in der Zeit sehr gut machbar!“

Vorbereitung ist alles

Mit mehreren Wochen Vorbereitung hat Sartor ein 18-köpfiges Filmteam um sich geschart, um seine Idee in die Tat umzusetzen. Seit Montag haben sie das ehemalige Kulturzentrum ProLi in Passau in Beschlag genommen. Neben Schauspielerkollegen, Freunden und Filmlaien hat Sartor auch einige Profis mit an Bord holen können – auf ehrenamtlicher Basis. Wegen des sehr engen Budgets ist an Gagen nicht zu denken. „Bisher habe ich fast 2.000 Euro in das Projekt gesteckt, den größten Teil davon für Technik und Fahrtkosten.“, erklärt Sartor und hofft auf das Preisgeld in Höhe von 9.999 Euro. Gleichzeitig möchte er den wenigen Sponsoren danken, die an das Projekt glauben. Neben der Familie Vesper, den Inhabern des ProLis, sind das vor allem das Passauer Startup mymuesli und das Hofkirchener Familienunternehmen Troiber.

Put A Smile On Your Face

Am Dienstag fieberte das ganze Team der Themenvergabe entgegen. Um kurz nach Zehn war es dann soweit: „Put A Smile On Your Face“, hieß es aus Berlin. Seither sind knapp 60 Stunden vergangen und die ersten beiden Filme sind bereits im Kasten. Im Augenblick arbeiten die Nachwuchsfilmer mit Hochdruck an Nummer 3. „Pfandleihe“ soll er heißen und in einer ebensolchen spielen. Die ersten Szenen sind schon abgedreht. Und während ein Teil des Teams gerade mit Tonbearbeitung und Cutten beschäftigt ist, kommt Sartor und seinem Schauspielerkollegen Moritz von Zeddelmann (23) schon die Idee für den nächsten Film: „Eine Pokerrunde!“, begeistern sich die beiden gegenseitig. „Nachdem alle Spieler die ganze Zeit über ihr bestes Pokerface aufgesetzt haben, geht der Gewinner am Ende mit einem breiten Lächeln vom Tisch!“ Die Motivation springt schnell auf die anderen Mitstreiter über und der vierte Film nimmt erste Züge an.

Bereits Ideen für nächstes Jahr

Mit bis zu fünf Filmen an den Start zu gehen, erhöht natürlich auch die Chancen des Teams, vor der hochkarätigen Jury zu bestehen. Der gehören neben den Schauspielern Bettina Zimmermann und Wotan Wilke Möhring unter anderem auch Regisseur Leander Haußmann und Modedesigner Wolfgang Joop an. Die in ihren Augen besten neun Kurzfilme werden Mitte Februar bei der Berlinale prämiert.

Ob sie schlussendlich zu den Gewinnern zählen oder nicht, Mathias Sartor und sein Team wollen auch im nächsten Jahr wieder antreten. Dann allerdings mit mehr Vorlaufzeit und noch professionellerer Umsetzung. „Vielleicht ziehen wir das Ganze dann sogar als Kulturförderprogramm mit mehreren Workshops auf.“ Doch bevor es soweit kommt, sind die Filmemacher noch bis zum Samstag voll eingespannt. Dann müssen ihre fünf Filme in Berlin eingegangen sein.


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