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Ami-Fahrzeuge kutschieren Anna Rosmus und US-Veteranen

Des einen Hobby, des andern Erinnerung

"Das schreckliche Mädchen" in Passau: Autorin Anna Rosmus ist mit einer Gruppe US-Kriegsveteranen zu Gast in der Stadt. Dazu gehörte heute eine Fahrt in Original-Autos.

veröffentlicht von Laura Lugbauer am 04.05.2011 16:13 Uhr im Ressort Land & Leute

Vier US-Verteranen mit ihren Angehörigen, Angehörige bereits verstorbener Veteranen sowie ein Holocaust-Überlebender sind gemeinsam mit der Autorin Anna Rosmus zehn Tage auf den Spuren ihrer Vergangenheit in Passau unterwegs.

Der Anlass: Die gebürtige Passauerin Anna Rosmus, die seit 1994 in den USA lebt, hat nach längjähriger Forschungsarbeit und Fotosammlung ihr zweites Buch über das von US-Soldaten fotografierte Kriegsende in Passau vorgestellt: "Ragnarök" heißt es.


Und nach Begrüßung bei Bürgermeister Urban Mangold und Orgelkonzert im Dom galt es, vier Militärfahrzeuge zu besteigen. Originale aus dem Krieg, mit denen Mitglieder der Bayerischen Militärfahrzeugfreunde angereist waren und als Chaffeure für die Gäste dienten.



Für die Veteranen waren die Fahrzeuge Erinnerungen an die Zeit des Kriegs. Für Werner Würf aus Walchsing sind sie Leidenschaft. Im Original-Kriegsoutfit, mit dem Stahlhelm, der mit einem Netz überzogen ist, mit Begeisterung in den Augen hat der 62-Jährige heute vor dem Dom auf die Fahrgäste gewartet. Ein komplettes Museum mit historischen Fahrzeugen hat er zu Hause, erzählt er.


"Uns geht es rein um das Historische"

Viel Wert auf Originales legen er und seine Bekannten von den Bayerischen Militärfahrzeugfreunden. Von der Ami-Flagge am Auto bis zum Seil an der Stoßstange: Alles muss passen. Dass der Kriegsfuhrpark in dem ein oder anderen negative Erinnerungen wecken könnte, weiß er. Und stellt klar: "Für uns geht es nur darum, das Historische zu erhalten. Mit Kämpfen und Ähnlichem wollen wir nichts zu tun haben."

Die Älteren unter den Gästen aus den USA, die Kinder und Gehbehinderten durften mitfahren mit den Dodges. Die übrige Gruppe ging zu Fuß zum Mahnmal am Inn, der nächsten Station des Passau-Besuchs.


"Lasse lieber einen Profi übersetzen"

Vormittags hatte 2. Bürgermeister Urban Mangold die Gäste im Großen Rathaussaal begrüßt. "Manche Politiker hierzulande sprechen besser englisch als deutsch. Ich gehöre nicht dazu und lasse lieber einen Profi übersetzen", begann Mangold, bevor er die Besucher Willkommen hieß. Bei der Begrüßung der Stadtratskollegen hakte es dann auch beim Dolmetscher etwas. Brachte er die Namen Brummer, Karl-Hellwing und Schürzinger noch flüssig über die Lippen, musste bei der Aussprache von "Helmut Krautstorfer" kapitulieren. Der guten Stimmung im Rathaussaal tat das aber keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil.


"Menschen wie Sie sind heute Vorbilder"

Vize-Regierungspräsidentin Monika Weinl griff ein aktuelles Ereignis auf: den Tod von Osama bin Laden. "Auch sie, liebe Veteranen", sagte sie dann, "haben im Zweiten Weltkrieg für die Demokratie und gegen die Diktatur Hitlers gekämpft. Menschen wie Sie sind heute Vorbilder für unsere Soldaten und unsere Gesellschaft."


"Passau ist mir die liebste deutsche Stadt"

Stanley Eric Reinhart jun., Sohn des Passauer Eroberers, der 1975 verstorben ist, erklärte, Passau sei ihm und seiner Frau immer noch die liebste deutsche Stadt. "Mein Vater hatte damals den Auftrag, so schnell wie möglich weiter nach Linz vorzustoßen. Deshalb bin ich mir nicht sicher, ob er die Zeit hatte, zu sehen, wie schön Passau ist. Aber er hat mir oft davon erzählt, von der geschichtlichen Bedeutung."

Im Anschluss trugen sich die Besucher in das Gästebuch der Stadt ein. Die Veteranen lobten den Einsatz von Anna Rosmus, die als einzige Frau weltweit Ehrenmitglied in mehreren Armeedivisionen ist. Im Anschluss ging es in den Dom zum Orgelkonzert.

Text: Lugbauer / Wax, Fotos: Wax


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Veröffentlicht in folgenden Zeitungen:
Passauer Gschichten, Passauer Silver Surfer
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Urban Mangold

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