05.03.2012 Singlewanderung war wieder ein großer ErfolgJeden ersten Sonntag im Monat wird gewandert Weitere Bilder & Schnappschüsse Die meist geklickten BeiträgeAktuelle KommentareAm 29.02. 19:46 Uhr von Markus Ihle bei Und immer wieder der Weg zum Oberhaus Am 29.02. 19:31 Uhr von Jürgen Hellwing bei Und immer wieder der Weg zum Oberhaus Am 29.02. 11:26 Uhr von Marcel Köth bei Waldkirchen: 90-Jähriger richtet Pistole gegen sich selbst Am 29.02. 10:55 Uhr von Marco Madness bei Waldkirchen: 90-Jähriger richtet Pistole gegen sich selbst Am 28.02. 12:54 Uhr von Karina Mischkowski bei Baukunst aus Raum und Licht Am 26.02. 13:33 Uhr von Karina Mischkowski bei Den Winter nochmal einfangen | Einrichtung an der Ilz gibt über 20 Katzen ein ZuhauseGestatten: Die Bewohner der Villa MaunzZwei bernsteinfarbene Augen begrüßen die Besucherin. Dann ein fragendes "Mau?" Die dreifarbige Katze verlässt ihren Platz auf dem Zaun, kommt ans Tor. Diese Fremde einlassen in die Villa Maunz? Anscheinend wirkt sie unverdächtig, denn nun wird der Schweif hoch erhoben, das nächste "Mau" klingt einladend und durch die Bretter des Tors gibt es eine erste Anbandelung mit dem Menschenbein. Das bedeutet Einlass in die Villa Maunz, ein 1600 Quadratmeter großes Areal mit Haus, Schuppen, großem Garten an der Ilz hinter Hals, hinter der Wendeplatte an der Stadtbushaltestelle Hochstein. In der Abgeschiedenheit mitten im Grün ist hier ein kleines Paradies für Vierbeiner, eine Zufluchtsstätte für misshandelte Katzen und ein Ort, an dem Gerlinde Michael eines tun kann: Helfen. Gerlinde Michael ist Vorsitzende des Arbeitskreis Katzenhilfe, des Trägers der Villa Maunz. 20 Katzen wohnen derzeit in der Villa Maunz. "Nur", sagt Gerlinde Michael. Nur? "Bald haben einige Babys und auch ansonsten hatten wir schon viel mehr Tiere hier." Platz ist genug: Etwa zehn Tiere sind Freigänger, die übrigen sind im Haus untergebracht. Wo man geht und steht sind Körbchen mit Decken, stehen Kratzbäume, sind kleine Luken als Verstecke hergerichtet worden. Seit 2006 kann der Verein das Areal nutzen. "Vorher hatten ich und andere Mitglieder die Miezen bei uns zu Hause", sagt Gerlinde Michael. Zwar habe bereits in den 80ern die verstorbene Bewohnerin das Haus samt Umfeld der Katzenhilhe vererbt. Doch konnte man erst lange danach gegen einen Mieter durchsetzen, es auch nutzen zu dürfen. Bewohnt ist das Gebäude nun nur noch von Katzen. Gerlinde Michael ist täglich da, fährt aber stets nach Hause nach Kellberg. Katzen, die nicht mehr gewollt werden: "Der Klassiker" In die Villa Maunz kommen Katzen auf verschiedenen Wegen. Menschen, die ein angefahrenes Tier finden, bringen es hierher. Dann sind es die verwahrlosten Katzen, die Gerlinde Michael und ihre Vereinskollegen aus unzumutbaren Haushalten holen. Die Kontakte sind da gut: "Zum Glück gibt es noch aufmerksame Nachbarn." Und der "Klassiker", wie Michael sagt: "Katzen, die nicht mehr gewollt werden. Auch solche haben wir hier." In der Villa Maunz gibt es volle Verpflegung, Sterilisation, Kastration. Futter, Tierarztkosten: Das geht ins Geld. "Wir sind auf Spenden angewiesen", sagt Gerlinde Michael. Ein neues Zuhause für die Schützlinge suchen, das sei nur zum Teil Aufgabe, sagt Gerlinde Michael: "Wir vermitteln unsere Tiere, aber nicht alle. Das geht nicht." Marga zum Beispiel ist geistig behindert. Mausi nicht stubenrein. Oder Wilma, die zwar zutraulich ist, sich aber anscheinend nur in der Villa Maunz wohlfühlt: "Zweimal schon haben wir sie weggegeben, an gute Plätze. Jedesmal wurde sie nach wenigen Tagen zurückgebracht. Woanders hält sie es nicht aus", sagt Gerlinde Michael. Der blinde und dreibeinige Bärli soll ebenfalls in vertrauter Umgebung bleiben können. Oder Pauli, der graue Kater mit den sanften Augen, sei schlichtweg zu alt, um vermittelt zu werden: "Er ist 15. Er bekommt hier sein Gnadenbrot." Auf Menschen, die eine Mieze aufnehmen wollen, hofft sie wiederum in den nächsten Wochen, wenn einige Kätzinnen Junge bekommen: "Die Kleinen versuchen wir schon zu vermitteln." Fangen spielen mit dem hoppelnden Mitbewohner Draußen vor dem Haus geht es jetzt rund. Alle Freigänger haben sich im hinteren Bereich des Gartens versammelt. Denn da halten sich die einzigen Mitbewohner auf, die nicht von ihrer Art sind: die Hasen. Ein beiger und ein schwarzer hoppeln über den Rasen, andere werden in Ställen gehalten und schauen neugierig heraus. Man versteht sich bestens mit den Samtpfoten. Meistens: Ein grauer Hase nähert sich der schwarzweißen Katze Wilma. Dann ignoriert er sie. Das passt ihr nicht. Sie geht in Lauerstellung, das Hinterteil wackelt, ein Satz nach vorn, der Hase schreckt hoch. Er rennt davon, es wird munter Fangen gespielt. "Ach, oft weiß man nicht, wer hier wen jagt", sagt Gerlinde Michael und lacht. Die Katzenmama, die selber übrigens auf kein Foto will ("Hier geht es ja um die Tiere"), hat ihre Freude mit den Tieren der Villa Maunz. Aber auch ihre Sorgen. Wenn sie die schmale Treppe ins Obergeschoss hinaufsteigt zum Beispiel, zu den zwei Katzen, die vor ein paar Tagen hierher gebracht wurden. "Aus Zuständen, die können Sie sich nicht vorstellen. Nein, die wollen Sie sich gar nicht vorstellen", sagt sie. Eine schwarzweiße Katze schaut den Besuch neugierig an, die andere, eine dunkelbraune, hat sich in eine finstere Ecke verzogen. Beiden fehlt großflächig das Fell, sie haben Beulen. Eine Vereinskollegin kümmert sich täglich ein paar Stunden um die beiden, um sie an sanftere Menschen zu gewöhnen, sagt Gerlinde Michael: "Sie sitzt hier oft stundenlang mit ihnen auf dem Stuhl. Ich denke, wir kriegen das wieder hin." Streicheleinheiten, an denen mangele es allen ihren Bewohnern, da könne sie selbst noch so viel Zeit hier verbringen, sagt sie. "Ein junger Mann kommt regelmäßig zum Streicheln. Von denen bräuchten wir mehrere." Mehr Menschen mit ein bisschen Zeit, und mehr Menschen mit mehr Mut zu Taten, sagt Gerlinde Michael: "Davon, Tieren helfen zu wollen, reden viele Leute. Reden. Leider bleibt es oft dabei." Zum Internetauftritt der Villa Maunz geht es hier. In Notfällen erreicht man Gerlinde Michael unter Telefon 0160 / 2848629. E-Mail: info@arbeitskreis-katzenhilfe.de Das Spendenkonto des Arbeitskreises Katzenhilfe: Sparkasse Passau BLZ 740 500 00 Konto 510 909 Fotos: Wax
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