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Teil 29: Der Dompfarrer abseits seiner täglichen Pfade

Passau – meine Stadt: Die Weite

Seit 29 Folgen sind wir auf der Suche nach dem typisch Passauerischen. Passauer – bekannte oder unbekannte – begleiten wir an ihre Lieblingsstelle in der Stadt, an der man sich nicht sattsehen kann.

veröffentlicht von Susanne Wax am 14.07.2011 16:09 Uhr im Ressort Passau. Ich liebe Dich.
Mehr zum Thema: Alle Beiträge zum Thema "Passau - meine Stadt" findest Du auf unserer Themenseite.

Heute zeigt uns Dompfarrer Helmut Reiner sein persönliches Passau.





Ihre Lieblingsstelle in Passau, Pfarrer Reiner?
Der Aussichtspunkt hier oben am Jägerhof, hoch über Grubweg, hoch über dem Oberhaus und hoch über dem Rest Passaus. Ich glaube ich sollte es lieber als Ebnerhof bezeichnen. So hieß das Anwesen früher und so kennen es wohl noch mehr Leute. Mir gefällt hier oben speziell das Kreuz mit den beiden Bänken und den Bäumen.


Und warum ist diese Stelle typisch Passau?
Weil man die Stadt in ihrer Weite sieht. Unten in den Altstadtgassen, da ist es auch schön. Aber eng und ohne diesen Blick, und wenn man in einem Pulk von Touristen läuft, dann sieht man kaum was. Hier schaue ich fast über ganz Passau, und aber auch über das Umland. Man sieht da vorne nach Österreich, hier hinten blickt man auf Kellberg, auf Thyrnau, Richtung Hauzenberg. Man kann von hier oben viel besser die Ausdehnung der Stadt erfassen und auch ihre landschaftliche Lage.


Wann haben Sie diese Stelle entdeckt?
Da war ich elf oder zwölf Jahre alt. Ich habe im Knabeninternat St. Max gewohnt und da unternahmen wir am Wochenende oft weite Spaziergänge. Wir sind hier rauf gegangen, und manchmal weiter bis nach Thyrnau. Der Ebnerhof hat mir gleich gefallen. Der Blick auf die Berge des Bayerischen Waldes besonders. Ich stamme aus Regen, mir sind Hügel und Bäume vertraut. Ich könnte nie auf einer Ebene leben.


Wie oft kommen Sie her?
Ich würde sagen alle Vierteljahre. Je nachdem, wohin ich meine Spaziergänge gerade unternehme. Ich gehe viel, ich brauche das als Ausgleich zur vielen Büroarbeit. Wenn ich wenig Zeit habe, gehe ich nur mal um die Ortsspitze. Wenn ich mehr Zeit habe, komme ich hier hoch oder ich marschiere eine große Runde. Die führt übers Mühltal in der Innstadt nach Schardenberg und wieder nach Passau.


Wen oder was nehmen Sie mit?
Manchmal habe ich Begleitung dabei, meistens aber bin ich allein. Ich will dann einfach raus an die Luft und die Ruhe genießen.


Heute sind Sie aber nicht zu Fuß, sondern mit dem Auto da?
Heute bin ich mit dem Auto da. Ich bin über Grubweg hergefahren, nicht über den Klosterberg hoch, wo ich normalerweise gehe. Diese Serpentinen, oh je, und wenn einem ein Auto entgegenkommt, dann wird es brenzlig.


Helmut Reiner ist 62 Jahre alt und ist als Dompfarrer und Stadtdekan für den Pfarrverband Altstadt zuständig. "Mein Tätigkeitsbereich ist eigentlich mit dem Spitz am besten zu beschreiben", sagt er. Der "Spitz", damit meint er das in die Flüsse ragende Passau, als deren Grenzen er nennt: "das ASG-Gymnasium auf der einen Seite, das Capitol-Kino in der Mitte und der Hauptbahnhof auf der anderen Seite". Helmut Reiner ist in Regen geboren und aufgewachsen. Er ging in Passau auf das Gymnasium Leopoldinum, wohnte im Knabeninternat St. Max, später St. Valentin. Zum Priester wurde er 1975 geweiht, war vier Jahre Kaplan in Pfarrkirchen, anschließend 13 Jahre in Passau als Diözesanpräses der Katholischen Arbeitnehmerbewegung sowie als Diözesankaplan der Christlichen Arbeiterjugend. Es folgten zehn Jahre in Hutthurm, bevor er wieder nach Passau berufen wurde. Seit 2006 gibt es den Pfarrverband Altstadt. Pfarrer Reiner betreut 12.000 Menschen. Ein Problem: Davon haben nur 3.000 ihren Hauptwohnsitz in Passau. "Wenn jemand nicht langfristig in der Stadt bleibt, ist es für mich als Pfarrer schwer, ihn zur Mitarbeit gewinnen zu können. Es wohnen so viele Studenten in der Altstadt. Wenn sich von ihnen jemand engagiert, dann natürlich bei der Studentengemeinde und nicht in meiner Kirche."

Foto: Wax


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Veröffentlicht in folgenden Zeitungen:
Passau Grubweg, Passauer Altstadt, Passauer Gschichten
Schlagwörter & Themen:
Oberhaus , Gymnasium Leopoldinum , Bistum Passau , Wallfahrt , Exerzitien , Mariahilf , Leopoldinum , Spectrum Kirche , Ortspitz

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