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Der Piratenstammtisch - Auf dem Weg zur Hochschulgruppe?

Die "Freibeuter" der Universität

Angefangen hat alles vor ein paar Wochen. Die Passauer Studenten Geli und Tobias, beide Parteimitglieder bei den Piraten, wollen mit ihrer Partei in der Hochschulpolitik mitwirken.

veröffentlicht von Andrea Bogensperger am 05.03.2012 08:58 Uhr im Ressort Passau. Ich liebe Dich.
Mehr zum Thema: Alle Beiträge zum Thema "UNI TIATIVE - Hochschulgruppen in Passau" findest Du auf unserer Themenseite.

Bevor sie jedoch hochschulpolitisch aktiv werden können, müssen sie eine offizielle Hochschulgruppe werden. Bevor sie eine Hochschulgruppe werden können, brauchen sie Mitglieder. Und um die zu finden, beschließen der Informatikstudent und die angehende Kulturwirtin, einen „Piratenstammtisch“ ins Leben zu rufen. Über Mundpropaganda und Plakate wird die Nachricht verbreitet, Geli und Tobias treffen sich am 20. Dezember zum ersten Mal mit potenziellen zukünftigen Piratenkollegen. Fortan kommt der Stammtisch, der aus fünf bis sechs Studenten besteht, wöchentlich in der Gmoa zusammen.


"Jeder kann sich noch einbringen"


Auf dem Kneipentisch liegen iPad und Smartphones jedweder Art, die Interessierten, mit Ausnahme von Geli allesamt Informatikstudenten meist höheren Semesters, unterhalten sich ruhig, peinliches Schweigen wird überbrückt durch einen kurzen E-Mail-Check auf den Displays, dann wendet man sich wieder den aktuellen Diskussionspunkten zu. Beratschlagt wird darüber, wie es weitergehen soll mit den Piraten an der Uni, wie die Gruppe mehr Bekanntheit erlangen könnte. Solange sie nämlich keine offizielle Hochschulgruppe sind, dürfen die Piraten etwa keinen Stand auf der Orientierungswoche haben, sich nicht für die Wahlen des Studierendenparlaments aufstellen lassen. Warum sie die Gründung dann nicht einfach sofort fix machen, sei die Gruppengründung doch eigentlich für Ende Januar vorgesehen gewesen. „Wir möchten erst mal, dass unser Programm Hand und Fuß hat, deshalb haben wir die Gründung erst einmal vertagt“, erklärt Jakob, der im achten Semester Informatik studiert. Geli ergänzt: „Wir wollen niemanden ausschließen, der noch Ideen in unsere Gruppe einbringen möchte. Das entspräche dann nicht mehr dem basisdemokratischen Prinzip, für das die Piraten stehen“.


Die Stammtischmitglieder haben sich mehrheitlich gegen ein Gruppenfoto entschieden, auch wollen sie nicht mit vollem Namen im Artikel erscheinen - getreu der Parteilinie bezüglich Datenschutz.

„Mein Papa weiß nicht, dass ich bei den Piraten bin“


Sie selbst ist seit einigen Monaten Parteimitglied der Piraten, „aber mein Papa weiß nichts davon“, sagt sie. Geli möchte wie auch die anderen Stammtischler nicht, dass ihr voller Name genannt wird, konsequent an der Parteilinie orientiert „aus datenschutzrechtlichen Gründen“, wie sie selbst sagen. Auch wenn ihre Mutter wenig von ihrer Parteizugehörigkeit hält und ihr Vater gar nichts davon weiß, Mitglied sei Geli aus Überzeugung geworden: „Ich war schon immer politikinteressiert, vermisse bei anderen Parteien aber das Basisdemokratische und ich mag die festgefahrenen Strukturen nicht“. Die Piraten seien neu und anders, dennoch habe sie „selbst noch etwas Schiss“ vor der Zukunft der Piratenpartei, die, wie Geli meint, „noch auf wackligen Beinen steht“. Um zumindest eine Zukunft für die Hochschulgruppe zu ermöglichen, wird sie sich in den nächsten Tagen und Wochen noch mit dem Studentischen Konvent und dem AStA-SprecherInnenrat zusammensetzen, um vielleicht auch dort noch Interessierte zu finden.

Zudem soll in naher Zukunft mit den anderen politischen Hochschulgruppen zusammengearbeitet werden. Jakob und Geli hatten etwa die Idee, für die nächsten Uniwahlen einen „Wahl-O-Mat“ zu programmieren, wie man ihn von den Land- und Bundestagswahlen kennt. Der Vorschlag stößt auf großes Interesse bei den anderen „Freibeutern“. Wichtig sei es, meint Tobias, Informatikstudent im elften Semester, dass alle Parteien die Fragen natürlich selbst beantworteten, um zum bestmöglichen Ergebnis zu kommen. Doch wie würden die Piraten selbst die Fragen zu hochschulpolitischen Themen beantworten? Gegen Studiengebühren, für Datenschutz... Aber unterscheiden sie sich damit wirklich so sehr von den anderen Hochschulgruppen? „Das wissen wir im Moment noch nicht“, sagt Tobias, „Wir sind im Moment noch ein unbeschriebenes Blatt und müssen unseren genauen Kurs erst festlegen. Sollten wir feststellen, dass unsere Meinung gar nicht so unterschiedlich von denen der anderen ist, so müssen wir die Gruppengründung vielleicht noch einmal überdenken“.

Interessierte sind dem Piratenstammtisch jederzeit willkommen, dazu muss man kein Parteimitglied sein. In ungezwungener Atmosphäre trifft sich der Stammtisch derzeit jeden Montag um 20 Uhr in der Gmoa.

Wer über die Piratenpartei mehr erfahren will, der findet im „Piratenwiki“ allerlei nützliche Informationen rund um die Partei und ihre Aktivitäten in der Stadt und an der Uni sowie die Kontaktdaten.

Foto: Andrea Bogensperger


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Studiengebühren , Studenten, Inn, Passau, Stadt, Piraten, Hochschulgruppen

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