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Faltner: Übertragung "lediglich ein Fleckenteppich"

Livestream: FDP lädt SPD zur Diskussion

Die Wiederholung ließ ebenfalls zu wünschen übrig. Nach Runde zwei im Passauer Stadtrats-Livestream lädt die FDP, die die Übertragung angeregt hatte, die SPD, die sich am meisten sträubt, zur Diskussion.

veröffentlicht von Susanne Wax am 27.09.2011 12:17 Uhr im Ressort Politik
Mehr zum Thema: Alle Beiträge zum Thema "Der Passauer Stadtrat live im Internet" findest Du auf unserer Themenseite.

Schwarze Bilder, ein Bild von der Stuckdecke, ein Bild von der Lampe in der Ecke. Der Ton: Fehlanzeige. Die Zuschauerfreundlichkeit: ebenfalls. Die zweite Ausgabe des Livestreams aus einer Passauer Stadtratssitzung - gestern aus dem Finanzausschuss - war nicht wesentlich besser und sinnvoller zu verfolgen als die erste (hier geht es zum Bericht aus der Sitzung der ersten Übertragung, hier zum Text als Zuschauer vor dem PC).

Die FDP, die unter Federführung von Dr. Max Stadler die Live-Übertragungen als Zeichen von mehr Transparenz einst angeregt und beantragt hatte, fordert nun die Verweigerer zum öffentlichen Schlagabtausch. Da sich überwiegend SPD-Stadträte weigern, in Bild und Ton bei ihren Wortbeiträgen gezeigt zu werden, richtet sich ein Schreiben von Kreisvorsitzendem Korbinian Faltner an diese Fraktion. Vorgeschlagen wird der 13. Oktober, 18.30 Uhr, im Gasthof Bayerischer Löwe (die Einladung im Wortlaut siehe unten).

"So wie derzeit der Probebetrieb läuft, kann von wirklicher Information nicht gesprochen werden, da der aufmerksame Verfolger vor dem Bildschirm lediglich einen Fleckenteppich verschieder Redebeiträge erhält, aus denen er sich einen Zusammenhang reimen muss", so Faltner. Und weiter: "Mit großer Sorge sehen wir, wie derzeit mit diesem Thema, das die Bürger wirklich interessiert, umgegangen wird. Diesen Umstand möchten wir mit der SPD-Fraktion diskutieren und laden sie daher zu einer öffentlichen Diskussion ein."


Hier gab es ausnahmsweise Bild UND Ton: Prof. Dr. Gerhard Waschler (v.r.) spricht, Armin Dickl (beide CSU) tippt ins iPad, Andreas Dittlmann (FDP) hat den Kopf auf die Hände gestützt und lauscht.


Die Stadt hat indes 10.000 Euro an Mehrausgaben für die Technik zur Livestream-Übertragung bewilligt. Von dem Geld sollen eine bessere Kamera, Mikrofone und ein Encoder angeschafft werden. Das hat der Finanzausschuss gestern beschlossen. Den nächsten Livestream gibt es übrigens heute um 16.15 Uhr: Dann wird der Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr auf www.passau.de übertragen. In insgesamt 47 Sitzungen wird gefilmt. Kameramann ist Stadtarchivar Richard Schaffner.


Köpfe, Stirnen, Haaransätze: Die Kamera-Einstellung während des Redebeitrags eines Sitzungsteilnehmers, der nicht gefilmt werden will.


Die Einladung der FDP im Wortlaut:

Sehr geehrte Damen und Herren,
lieber Markus (Sturm, Fraktionsvorsitzender, Anm. d. Red.),
das Thema „Livestream im Passauer Stadtrat“ bewegt nicht nur die politischen Akteure, sondern auch die
Passauer Bürgerinnen und Bürger. Wir haben den Antrag auf Liveübertragung von Stadtrats- und Ausschusssitzungen des Passauer Stadtrats im Internet gestellt, weil wir uns hiervon für die Passauer Bürgerinnen und Bürger mehr Informationsmöglichkeiten über die Arbeit der Passauer Stadträte erwartet haben. Unser Ziel ist es, durch moderne Medien möglichst viele Bürgerinnen und Bürger zu erreichen und für Politik zu begeistern.

Die dauerhafte Attraktivität dieses Mediums hängt –natürlich neben den behandelten Themen- davon ab, wie nachvollziehbar das Übermittelte bei den Zusehern am PC ankommt. Nur eine lückenlose Übermittlung aller Standpunkte versetzt die Zuschauer in die Lage, für sich selbst ab zu wägen, welchen Standpunkt sie selbst unterstützen.

Zu unserem großen Bedauern haben offenbar fast alle Mitglieder Ihrer Fraktion einer Liveübertragung Ihrer Redebeiträge im Internet widersprochen. Ihre Fraktion ist mit 12 Mitgliedern eine der größten im Passauer Stadtrat. Entsprechend störend ist es für die Zuseher natürlich, wenn dementsprechend oft der Ton der Übertragung ausgeschaltet wird und auch nicht gezeigt werden darf, wer gerade spricht.
Unsere beiden Parteien vertreten demnach einen gegensätzlichen Standpunkt. Das ist bedauerlich. Denn ein funktionierender Live-Stream wäre eine Möglichkeit, Bürgerinnen und Bürgern durch die Nutzung neuer technischer Möglichkeiten mehr Information über die Kommunalpolitik anzubieten.

Ein funktionierender Live-Stream wäre für Passau insgesamt eine Chance, sich positiv zu präsentieren. Die derzeitige Situation wird dagegen von vielen eher als peinlich für unsere Stadt empfunden. Wir möchten gerne einen Dialog führen, wie wir mit der Thematik künftig umgehen, und zwar im Interesse der
Bürgerinnen und Bürger und der Stadt Passau. Daher laden wir die SPD hiermit zu einer öffentlichen Diskussion ein.

Thema Vorreiter oder Blockade- die Zukunft von Livestream aus dem Passauer Stadtrat
Datum Donnerstag, 13.10.2011
Zeit 18.30 Uhr
Ort Gasthof Bayerischer Löwe, Dr.- Hans- Kapfinger- Straße 3 94032 Passau

Unseren Standpunkt wird Dr. Max Stadler in der Diskussion vertreten. Bitte informieren Sie uns bis zum 05.10.2011, ob Sie für eine solche Diskussion zur Verfügung stehen und wer Ihren Standpunkt vertreten wird. Moderiert wird die Diskussion von einem noch zu findenden, möglichst neutralen, Moderator.

Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung und verbleibe
Mit freundlichen Grüßen
Korbinian Faltner
Kreisvorsitzender
FDP Passau- Stadt




Schwarzes Bild, kein Ton: Minutenlang bot sich den Zuschauern gestern dieser Anblick.

Screenshots: Wildfeuer


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