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Zacher: Zahlen der Stadt teils höher als die der Bürger

Innstadt-Verkehr: Der Gegenbeweis

Lärm, Lkw-Kolonnen, verstopfte Straßen, ein subjektiv empfundenes Problem. Um es zu einem Offiziellen zu machen, kann man sich nur nach Zahlen richten. In der Innstadt werden sie neu erhoben.

veröffentlicht von Susanne Wax am 05.10.2011 10:21 Uhr im Ressort Politik
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Lärm, Lkw-Kolonnen, verstopfte Straßen, ein subjektiv empfundenes Problem. Um es zu einem Offiziellen zu machen, kann man sich nur nach Zahlen richten. In der Innstadt werden sie neu erhoben.

Auch wenn es sie laut Ordnungsamtsleiter Josef Zacher schon gibt: Daten, die belegen, dass es mehr Anwohner- als Durchgangsverkehr in der Innstadt gibt. "Es ist eine neue Diskussion ausgelöst worden durch Zahlen des Bürgerforums, die unsere in Frage stellen", sagte Zacher gestern im Ordnungsausschuss. "Ich möchte hier den Gegenbeweis antreten, um wieder ein objektives Bild zu erhalten." Dennoch wird entsprechend einem SPD-Antrag nächste Woche neu gezählt.

Der bisherigen Zählung der Stadt liegen Ergebnisse eines Detektors zu Grunde: ein Gerät, am Karolinenplatz angebracht, das automatisch jedes vorbeifahrende Fahrzeug erfasst. Und so komme man auf Zahlen, die sogar teils höher sind als die, die das Bürgerforum nennt, so Zacher. Dieses erfasste am 28. Juli 20.700 Fahrzeuge - Pkw, Lkw, Busse. Die Detektoren kamen auf 21.138. Am Tag darauf, am 29. Juli, notierte das Bürgerforum 22.443 Fahrzeuge, die Detektoren erfassten laut Zacher "nur geringfügig weniger": 21.968.

"Man muss genau betrachten: Was ist Anlieger- und was ist Durchfahrtsverkehr?", fuhr Zacher fort. Dazu habe man die Kennzeichen der am Karolinenplatz erfassten Autos mit denen verglichen, die über die Grenze fahren, also deren Ziel nicht in der Innstadt liegt.

Das Ergebnis:

Von 5 bis 8 Uhr waren 43 Anlieger und 12 Durchfahrer unterwegs.
Mittags waren es ebenfalls 43 Anlieger und lediglich vier Durchfahrer.
Abends wurden 21 Anlieger und wiederum vier Durchfahrer gezählt.


Stark beanspruchte Verbundungsstrecke: Über 20.000 Fahrzeuge fahren am Tag über die Marienbrücke in die oder aus der Innstadt.

Diese Zählung Durchfahrer/Anlieger wird nächste Woche wiederholt, wie Zacher ankündigte. Allerdings nur im Zeitraum 7 bis 8 Uhr: "Es ist unheimlich aufwendig, die Kennzeichen zu vergleichen." Die Verkehrslage nicht drastischer machen als sie ist, allerdings auch das augenscheinliche Problem nicht zu verkennen, dazu rief Zacher auf: "Wir verkennen mit Sicherheit nicht die Verkehrsproblematik der Innstadt. Dieser Stadtteil leidet sehr unter dem hohen Verkehrsaufkommen."


Wie sich dieses über die Jahre entwickelt hat, stellte der Ordnungsamtsleiter ebenfalls anhand einer Grafik dar. In Jahreszahlen und gezählten Autos im Tagesdurchschnitt:

2002: 15.170
2003: 15.246
2004: 16.804
2005: 16.598
2006: 18.201
2007: 19.068
2008: 19.093
2009: 18.045
2010: 17.349
2011: (bis inkl. August) 17.522

Man erkenne am enormen Anstieg um 2006/2007 genau, wann der Tanktourismus in Passau gestartet sei, so Zacher. "Mittlerweile merkt man aber auch wieder einen deutlichen Rückgang."

Auch einen Monatsvergleich gab es, an dem man die Steigerung in den Urlaubsmonaten erkenne, kommentierte Zacher. So fuhren im Januar 2010 im Schnitt 13.000 Autos durch die Innstadt (2011: 15.037), im Juli 2010 waren es 20.000 (August 2011: 17.135) und im Dezember 2010 16.700.


Der Schwerlastverkehr


Um den Verkehr generell und um den Schwerlastverkehr im Speziellen geht es dem Bürgerforum. Darum hatte Zacher auch hier Zahlen parat. Hätte das Bürgerforum an einem Tag 350 Fahrzeuge mit über 3,5 Tonnen Gewicht gezählt, kam die Stadt sogar auf zehn mehr: 360. Vorjahresbeispiele zeigen, dass es schon schlimmer war: 1995 waren es 399 am Tag, im Jahr 2000 473.

Armin Dickl (CSU) fragte nach den Reisebussen, um die es dem Bürgerforum ebenfalls geht. An zwei aufeinanderfolgenden Zählungstagen habe man am ersten 53, am zweiten 35 erfasst, erklärte Zacher. "Auch das schwankt aber mit den Jahrenszeiten stark. Momentan haben wir noch Hochsaison an Touristenbesuchen."

"Fass ohne Boden"


Dass sich großartig was ändert am Innstadt-Verkehr, daran glaubt Peter Pell (FDP/PAL) nicht, wie er in der Sitzung sagte: "Ich glaube das wird das viel zitierte Fass ohne Boden."

Foto: Archiv

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