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Feuerwehrfahrzeug Heining: Luxus oder Notwendigkeit?

Eine (weitere) mühselige Diskussion

Ein Logistikfahrzeug mit allem Drum und Dran: So eines bekommt die Feuerwehr Heining. Zu viel Luxus, sagen die einen. Den Begriff Luxus gibt es angesichts ehrenamtlicher Leistungen nicht, sagen die anderen.

veröffentlicht von Susanne Wax am 05.10.2011 12:04 Uhr im Ressort Politik

Ein Xenon-Lichtmast zum Ausleuchten von Einsatzstellen für 6.000 Euro. Ein Notstromaggregat um den selben Preis. Vier Pressluftatmer-Halterungen für 1.500 Euro. Ein Martinhorn für 1.200 Euro und mehrere Rollcontainer für je 2.500 Euro. Das sind ein paar Beispiele der Liste an Extras für den Gerätewagen Logistik, den die Freiwillige Feuerwehr Heining bekommt. Alles zusammen macht Mehrkosten von 35.000 bis 40.000 Euro. Das Fahrzeug will die Stadt ausschreiben, vorher aber sollte die Liste vom Ordnungsausschuss abgesegnet werden. Doch wie schon bei der Sanierung der Hauptfeuerwache artete das Thema zur langen Diskussion aus.

"Ich weiß, das ist ein Dienstwagen für Freiwillige der Stadt. Aber das ist Luxus. Und ich bin nicht der Meinung, dass wir uns diesen Luxus leisten können", sagte Stephan Bauer (Grüne). Ihm komme es vor, "als wenn es in diesem Fahrzeug keine einzige Halterung für irgendwas gäbe". Und warum zum Beispiel ein Martinhorn statt eines gewöhnlichen Elektrohorns? "Na, weil man das weiter hört", kam es von der Fraktion gegenüber, von der, die Bauer Kontra gab: die Seite FDP/PAL in Person von Andreas Dittlmann und Peter Pell.




Stadtbrandmeister Dittlmann argumentierte, es handle sich hier um eine Sicherheitsangelegenheit. "Aber wenn jemand sagt, er ist aus Prinzip dagegen, dann bringt die ganze Sachkunde nichts", sagte er in Bauers Richtung. Der bekam wiederum Rückendeckung von Rainer Holzmann (SPD): "Eine Halterung für Kabeltrommeln, eine Halterung für Vollmasken. Privat würde sich niemand so teures Zeug kaufen."

Die scheinbaren Extras dienen der Unfallsicherheit, erklärte Stadtbrandrat Dieter Schlegl, der mit im Gremium saß. Dazu komme, dass einzelne Module austauschbar seien und an andere Wehren verliehen werden können. Er versuchte klar zu machen, wer sich da eine gute Ausstattung wünscht: "Zum Beispiel Blitzkennleuchten dienen der Sicherheit derer, die damit arbeiten. Das sind keine Dinge, die in unseren Augen als Luxus angesehen werden können."

"Es geht ja bisher auch"


Die Austauschbarkeit einzelner Module gefiel Stephan Bauer: "Dem kann ich zustimmen." Doch seien Feuerwehrler auch jetzt schon sicher ausgestattet: "Es geht ja bisher auch. Ich das wirklich nötig?" Insgesamt, so sagte Bauer, koste es "einfach unheimlich viel Geld".

"Es ist immer alles zu teuer. Da gebe ich dem Kollegen uneingeschränkt recht", kam es von Peter Pell. Doch das war auch die einzige Übereinstimmung: "Wir haben Hunderttausende für irgendwelche Moore und Barockfeste, die Feuerwehr aber geißelt man. So geht's nicht." Es sei außerdem nicht Aufgabe des Ausschusses, jeden einzelnen Extraposten zu erörtern. "Bis zum heutigen Tage haben wir Fahrzeuge abgesegnet, weil die Details nicht aufgelistet waren. Jetzt sind sie es und jetzt diskutieren wir seit einer Dreiviertelstunde über Rollcontainer." Es gehe um Personen, die ehrenamtlich arbeiten, sagte Pell, "die tun das umsonst und unter gefährlichsten Umständen."

Die Beleuchtungsgegenstände, die Halterungen, Koffer und Rollcontainer: Sie seien ja nicht einfach so abgenickt worden, ergänzte Andreas Dittlmann: "Diese Liste ist das Ergebnis einer mühseligen Diskussion zwischen Feuerwehr und Stadtverwaltung." Bürgermeister Urban Mangold (ÖDP) machte den Vorschlag, Fragen zu einzelnen Punkten künftig vorab an die Feuwehrvorstandschaft zu richten. Dann ließ er abstimmen - und alle, auch Bauer und Holzmann segneten die Ausschreibung des Fahrzeugs ab. Das Ende einer - wie sagte Dittlmann? - mühseligen Diskussion.

Fotos: Archiv Wax

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Feuerwehr , Urban Mangold , Andreas Dittlmann , Stephan Bauer , Unfall , lokalnews , ödp , SPD , FDP , Rainer Holzmann

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