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Konzept des Barockjahres 2012 findet Zustimmung im Ausschuss

„Vielleicht beste Marketing-Maßnahme, die wir je hatten“

Der Ausschuss für Wirtschaft, Marketing und Arbeit befasste sich mit dem Barockjahr 2012. Bei Stadträten aller Fraktionen bekam das Konzept breite Zustimmung. Eine 50.000-Euro-Bürgschaft der Stadt sorgt jedoch für Uneinigkeit.

veröffentlicht von Esther Mischkowski am 19.10.2011 12:05 Uhr im Ressort Politik
Mehr zum Thema: Alle Beiträge zum Thema "350 Jahre Barockstadt Passau" findest Du auf unserer Themenseite.

Das Jahr 2012 wird in Passau ganz im Zeichen des Barocks stehen. Der Stadtkern wurde nach einem verheerenden Brand vor genau 350 Jahren im barocken Stil wieder aufgebaut. Um dieses Jubiläum zu feiern, wurde in den letzten Monaten ein umfassendes Marketingkonzept erstellt, das gestern das zentrale Thema in der Ausschusssitzung Wirtschaft, Marketing und Arbeit war. Das Stadtmarketing unter der Leitung von Christa Tausch hat in enger Zusammenarbeit mit City Marketing e.V. das Konzept ausgearbeitet und dafür Begeisterung im Ausschuss geerntet. „Wir verfolgen vor allem zwei große Ziele: Erstens wollen wir überregionale Präsenz zeigen und damit mehr Gäste und Besucher anziehen, aber wir wollen auch zweitens die Passauer für die Stadt und ihr historisches Erbe begeistern“, fasst Tausch zusammen.

In den vergangenen Wochen wurden über 600 Vereine, Organisationen, Künstler und Veranstalter mit der Bitte angesprochen, sich einzubringen. „Es gab sehr, sehr positive Rückmeldungen“, so Tausch. Und die erhielt das Konzept auch bei den Stadträten. Grünen-Stadtrat Stephan Bauer sprach sogar von der „vielleicht besten Marketing-Maßnahme der Stadt überhaupt“. Zurückhaltung zeigten er und auch FDP-Stadtrat Andreas Dittlmann im Bezug auf den finanziellen Beitrag der Stadt. Dittlmann fragte explizit nach: „Frau Tausch, reichen Ihre Haushaltsmittel im Stadtmarketing oder brauchen wir einen Sondertopf Barock-Marketing?“ Und die Dienstellenleiterin gab zu: „Die Umsetzung des Marketingkonzeptes wird mit den derzeit vorhandenen Mitteln abgedeckt, aber beim Thema Barockfest muss ich fairerweise sagen: Da zwickt´s noch.“


Barockjahr 2012: Fotoshooting und andere Marketing-Maßnahmen fanden breiten Anklang in der Ausschusssitzung.

Dittlmann: Kein Blankoschein für Barockfest-Bürgschaft


Schon länger steht ja eine Ausfallbürgschaft der Stadt für das von 31. August bis 2. September 2012 geplante Barockfest in Höhe von 50.000 Euro im Raum. Und City Marketing-Chefin Christiane Kickum nutzte die gestrige Sitzung, um nochmals dafür zu werben: „Damit wären wir auf der sicheren Seite.“ Sponsorengelder könne man noch nicht mit einer festen Summe einrechnen, denn die werden erst bei der Auftaktveranstaltung gezielt angesprochen, die morgen in der Redoute stattfindet. Dittlmann konnte jedoch auch gestern nicht komplett überzeugt werden: „Ich werde jetzt noch nicht zustimmen, nicht, weil ich prinzipiell dagegen bin, sondern weil ich bisher für meinen Geschmack zu wenig Details kenne – ich werde keinen Blankoschein ausstellen.“ CSU-Stadtrat Alois Ortner ging das alles zu zögerlich: „Bei so einen Leuchtturm von Marketing-Maßnahme müssen wir das im Ausschuss im Kreuz haben, das hier und jetzt zu entscheiden.“

Da die Entscheidung aber letztendlich erst bei den Haushaltsplanungen im November gefällt wird, wurde trotz Ortners leidenschaftlichem Appell mit einer Gegenstimme (Dittlmann) lediglich beschlossen, dann eine entsprechenden Empfehlung für die Bürgschaft einzubringen. Ebenfalls mit Gegenstimme Dittlmanns einigte sich der Ausschuss, beim Haushaltsentwurf eine Budget-Erhöhung für die Dienststelle Stadtmarketing einzubringen. „Wir bitten um eine maßvolle Erhöhung 2012 auf 100.000 Euro“, so Tausch. In diesem Jahr waren rund 86.000 Euro zur Verfügung gestellt worden. Beim Entwurf für nächstes Jahr schlägt die Umsetzung des Barock-Marketingkonzeptes mit rund 15.000 Euro zu Buche. Und auch die schon vieldiskutierte neue Stelle eines Marketing-Experten ist ein Grund für den erhöhten Bedarf.

Barockjahr: Rund 120 Veranstaltungen sind derzeitiger Stand


Doch wie sieht das viel gelobte Marketing-Konzept für das Barockjahr 2012 im Detail aus? Gestartet wird zuallererst noch in diesem Monat die Onlinepräsenz. Unter www.barockstadt-passau.de können sich ab morgen Interessierte über Veranstaltungen und Mitwirkende informieren, inklusive eines Onlineshops. Auch eine eigene Facebookseite wird an den Start gehen. Mit einem eigens entworfenen Logo will man auch auf Partnerseiten und Ähnlichem einen Wiedererkennungswert schaffen. Das kann man übrigens auch nächstes Jahr auf der Post von Stadt Passau und dem Passau Tourismus e.V. bewundern. Eine bayernweite Plakatierung, um insbesondere das Barockfest auch überregional zu bewerben, ist in Zusammenarbeit mit der Deutsche Städte Medien GmbH geplant. „Wir haben eigens ein Fotoshooting mit Barock-Models gemacht“, verrät Christa Tausch.

Mit Anzeigen und redaktionellen Beiträgen will man auch in national erscheinenden Medien Aufmerksamkeit erregen, außerdem wird intensiv mit Reiseveranstaltern zusammengearbeitet. Bei der Zahl der Veranstaltungen im Rahmen des Barockjahres sei man derzeit bei etwa 120, so Tausch. „Wir verfolgen bei Künstlern und Veranstaltern grundsätzlich den Ansatz, dass wir ihnen keine Gagen zahlen, sondern für sie einen Mehrwert durch Werbung schaffen“, legt sie dar. Morgen Abend findet zudem eine offizielle Auftaktveranstaltung „350 Jahre Barockstadt Passau“ statt. Zahlreiche Firmen und Stiftungen wurden als potenzielle Sponsoren dazu eingeladen. „Ich bin richtig begeistert“, schwärmt Stadtrat Stephan Bauer, „beim Antrag vor ein paar Monaten haben wir eigentlich gar nicht gewusst, wie das Ganze ausschauen wird, und jetzt ist das schon so ein Selbstläufer.“

Foto: Stadtmarketing Passau

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