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St. Nikola und Niedernburg bekommen 2.000 Euro Zuschuss

Mehr Geld für die Armenspeisung

Immer mehr Menschen nehmen die Armenspeisung der Passauer Klöster in Anspruch. Darum sollen die Einrichtungen mehr Geld bekommen: Den Zuschuss hat die Stadt gestern auf 2.000 Euro erhöht.

veröffentlicht von Susanne Wax am 21.10.2011 10:53 Uhr im Ressort Politik

Alte und junge Menschen, deren Geld für ein warmes Mittagessen nicht reicht. Mütter mit Kindern in finanzieller Not. Personen ohne festen Wohnsitz. Sie finden eine Anlaufstelle bei den Passauer Armenspeisungen: in den Teestuben im Nikolakloster und im Kloster Niedernburg. Hier gibt es warmes Essen. Die Stadt bezuschusste die Klöster im Jahr 2010 mit je 500 Euro. Das reicht nicht, finden ÖDP und SPD: Zwei Anträge auf Erhöhung wurden gestern im Sozialausschuss behandelt. Mit Erfolg: Künftig bekommt jedes Kloster 2.000 Euro für die Armenspeisung.

"Zwischen 900 und 1.000 Essen" gibt das Kloster Niedernburg im Monat an Arme aus, erklärte Max Seiler (ÖDP). Für das Nikolakloster hatte er keine Zahlen parat, die Stadträte sollen sie aber im Nachgang zur Sitzung erfahren. "Der Bedarf ist in beiden Klöstern gestiegen. Es dürften in St. Nikola etwa gleich viele sein", sagte SPD-Kollegin Patricia Veitengruber.


Im Kloster Niedernburg gibt es eine Teestube, die immer mehr "Kundschaft" hat.


Dass die Bedürftigkeit da ist, stellte keiner in Frage. Auch nicht, obwohl nur das Nikolakloster einen Antrag auf einen höheren Zuschuss gestellt hatte. Es sei wohl die - falsche - Bescheidenheit, nicht der geringere Bedarf, der die Niedernburger bisher daran gehindert hat, lautete der Tenor. Sozialamtsleiter Josef Loher machte deutlich: "Beide Klöster sollten so viel Vertrauensvorschuss bekommen, dass wir nicht anfangen, die Leute abzuzählen. Der Bedarf wird definitiv immer deutlicher." Einzig Helmut Krautstorfer (SPD) verweigerte sich zunächst, stimmte anschließend aber doch für den beiderseitigen Zuschuss: "Wer keinen Antrag stellt, hat anscheinend genügend. Da werden wir sicher nicht von uns aus mehr Geld geben." Ins Nikolakloster würden immerhin Mütter mit Kindern zum Mittagessen kommen. "Ins Niedernburg aber auch", entgegnete Armin Dickl (CSU).

Ja zu den Klöstern, Nein zur allgemeinen Erhöhung


Weniger Anklang fand ein Antrag von Hildegunde Brummer im Namen der CSU-Fraktion: Auch im Sozialbereich kam die mittlerweile aus den Haushalts-Vorbesprechungen bekannte Forderung, die Fünf-Prozent-Kürzung der Zuschüsse an Vereine und Institutionen rückgängig zu machen. "Mir haben schon einige gesagt: Sie trauen sich gar nicht, einen Antrag auf mehr Geld zu stellen weil sie froh sind, überhaupt was zu kriegen", erklärte Hildegunde Brummer. Urban Mangold rief die Diskussionen der vergangenen Sitzungen in Erinnerung, in denen die fünf Prozent jeweils abgelehnt wurden, weil die Stadt sparen muss. "Sollte man dem Sozialbereich nicht eine gewisse Priorität einräumen? Da scheint mir das Sparen doch unangebracht", sprach sich Dr. Renate Zehner (FDP/PaL) für eine Ausnahme aus. Armin Dickl unterstützte sie: "Wir brechen uns keinen Zacken aus der Krone, wenn wir den Sozialbereich besser behandeln. Wir reden von Grundabsicherung, wenn wir von sozialen Dingen sprechen. Wir reden von Luxus, wenn wir von Kultur sprechen."

Dennoch hielt der Ausschuss mit Ausnahme der CSU-Fraktion am Nein zur Rücknahme der Fünf-Prozent-Kürzung fest. Mit neun Gegenstimmen wurde der Antrag abgelehnt. Dafür stimmten Hildegunde Brummer, Dr. Renate Zehner, Evi Buhmann und Armin Dickl.


Das Nikolakloster von der Innstraße her gesehen: Mit 2.000 Euro wird die Armenspeisung künftig gefördert.

Fotos: Archiv lokalnews

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