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Nachbarschaftshilfe für Senioren: Passau prüft den Bedarf

Eine Stimme verhindert sinnvolle Diskussion

Was ist in Passau möglich in Sachen Nachbarschaftshilfe? Und was überhaupt nötig? Wie viele Senioren ein solches Angebot nutzen würden, will die Stadt nun ermitteln.

veröffentlicht von Susanne Wax am 21.10.2011 13:04 Uhr im Ressort Politik

Das Thema sollte eigentlich gestern im Ausschuss für Soziales und Senioren vorgestellt und beraten werden. Doch ein Formfehler und ein Stadtrat verhinderten es: Durch ein "Versehen", wie Antragsteller Urban Mangold (ÖDP) und Sozialreferent Josef Zacher mehrfach erklärten, tauchte der Punkt nicht auf der Tagesordnung der Sitzung auf. In solchen Fällen geht es nach den Vorschriften folgendermaßen weiter: Sobald alle Ausschussmitglieder anwesend sind, kann ein Thema per Abstimmung nachträglich auf die Tagesordnung gesetzt werden und gleich vor Ort beraten werden. Nur: Diese Abstimmung muss einstimmig ausfallen. Und einer hob die Hand bei "Gegenstimmen": Helmut Krautstorfer (SPD).

Warum?, wurde er von mehreren Seiten gefragt. "Ich bin da jetzt dagegen. So etwas muss im Vorfeld auf die Tagesordnung. Ich will mich ja auch vorbereiten können", blieb Krautstorfer hart.


Verwaltung soll nun auch ohne Auftrag tätig werden


Um dennoch zügig weiterzukommen in der Sache, die alten Menschen in Passau zu Gute kommen würde, soll die Verwaltung nun auch ohne Auftrag die Bedarfslage ermitteln.

Darum geht es in dem Antrag von Bürgermeister Urban Mangold in Unterstützung von Hildegunde Brummer (CSU) und Patricia Veitengruber (SPD):

Der Bedarf einer Nachbarschaftshilfe für Senioren soll ermittelt werden, außerdem sollen Erfahrungen aus anderen Städten vorgestellt werden. Das Ziel: Ältere Menschen sollen so lange wie möglich in ihrem gewohnten Lebensumfeld bleiben können. Sind keine Verwandten da, klappt das nur, wenn Nachbarn und freiwillige Einrichtungen bei den täglichen Erledigungen helfen: beim Einkaufen, Putzen, bei Arztbesuchen, kleinen Reparaturen und Behördengängen.

"Die Kirchen, Wohlfahrtsverbände und der Seniorenbeirat sind zwar schon länger engagiert und aktiv, aber wir sollten uns auch um ältere Menschen kümmern, die dadurch noch nicht erreicht wurden", schreibt Urban Mangold in seinem Antrag, den im Detail zu erläutern ihm durch die Gegenstimme verwehrt wurde. Nötig sei eine organisierte Nachbarschaftshilfe auch in Anbetracht der Zukunft: "Die Problematik wird sich in den nächsten Jahren angesichts der demographischen Entwicklung verschärfen." Mangold sieht in dem Projekt einen weiteren "wichtigen Baustein für ein seniorenfreundliches Passau".

Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

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