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Stadt zählt Lkw in der Innstadt: Nur wenige Durchfahrer

Zehn am Tag sind zehn zu viel

Wenig Durchfahrer und viele Anlieger, ein paar Ausnahmegenehmigungen und zehn schwere Fahrzeuge, die am Tag verbotswidrig durch die Gassen fahren: Das ist das Ergebnis einer Schwerlastverkehrszählung in der Innstadt.

veröffentlicht von Susanne Wax am 30.11.2011 11:04 Uhr im Ressort Politik
Mehr zum Thema: Alle Beiträge zum Thema "Verkehr in der Innstadt" findest Du auf unserer Themenseite.

Die Zahlen stellte Ordnungsamtsleiter Josef Zacher gestern im Ordnungsausschuss vor. Nach einer Zählung des allgemeinen Verkehrs war noch eine spezielle Erfassung der Lastwagen gefordert worden. Anwohner in der Innstadt kritisieren seit Jahren die verstopften Straßen, die Feinstaubbelastung und die Ausweichmanöver schwerer Fahrzeuge in den engen Gassen. Auf unserer Themenseite haben wir weitere Infos zum Thema.

An zwei Tagen haben Stadtmitarbeiter zu jeweils verschiedenen Zeiten am Kirchenplatz und an den drei Grenzübergängen gezählt und Kennzeichen verglichen; und zwar von Lkw über 3,5 Tonnen und von Lkw über 7,5 Tonnen - letztere haben eigentlich ein Fahrverbot in Richtung Innstadt. Es ist zu eng. Dennoch wurden pro Tag 100 solcher Fahrzeuge gezählt. 29 Prozent davon seien Durchfahrer, 71 Prozent Anliegerverkehr, also das Fahrtziel liegt in der Innstadt selbst. Umgerechnet gebe es am Tag etwa 20 Lkw über 7,5 Tonnen, die die Innstadt komplett durchqueren und deren Ziel im benachbarten Österreich liegt. Mit über 3,5 Tonnen würden täglich 129 mit Ziel in der Innstadt und 34 Durchfahrer gezählt.


20 Lkw über 7,5 Tonnen fahren am Tag in die Innstadt und weiter zu einem Grenzübergang. Die Hälfte davon hat keine Ausnahmegenehmigung.


20 Lkw über 7,5 Tonnen am Tag: "So wenig ist das aber nicht", sagte Josef Haydn (CSU). "20 auf einen doch relativ kleinen Zählungszeitraum, das ist doch sehr hoch." Gerade mit solchen Fahrzeugen gebe es bei Begegnungsverkehr mit Linienbussen Probleme.

Von 20 haben zehn eine Ausnahmegenehmigung


Josef Zacher gab genauere Auskünfte dazu, wer da mit so schwerem Gefährt die Innstadt durchquert: Es gebe acht Firmen, die eine Ausnahmegenehmigung von der Stadt haben. Jeweils vier aus Passau und vier aus Österreich. Diese Genehmigungen gebe es, so Zacher, "um die für die Firmen teils wichtigen Geschäftsbeziehungen zu erhalten". Bei diesen Firmen nachgefragt, wie oft am Tag das Durchfahren der Innstadtstraßen notwendig ist, kam man auf zehn Fahrten. Macht also genau die Hälfte der gezählten 20 schweren Lastwagen: "Wir haben als am Tag zehn Lkw, die verbotswidrig durchfahren", fasste Zacher zusammen.

Zehn sind zehn zu viel, fanden einige im Gremium. "Es ist schon sehr wahrscheinlich, dass da immer wieder Reibung entsteht mit Reisebussen oder dem ÖPNV", sagte Armin Dickl (CSU). Er verwies vor allem auf die Sommermonate, an denen laut anderweitiger Zählungen bis zu 50 Reisebusse durch die Innstadt fahren. Vor allem am Kirchenplatz komme es dann oft zu Wartezeiten, wenn Bus an Lkw vorbei will. Man könnte unrechtmäßig durchfahrende Lkw stärker kontrollieren, sagte Zacher dazu: "Aber die Frage ist, ob das nachhaltige Wirkung zeigt." Die wenigsten Fahrer würden regelmäßig verbotenerweise durch die Innstadt fahren: "Das meiste sind Einzelfahrten, die irgendwann in der Innstadt landen."

Akzeptieren, dass man ein paar Minuten länger braucht


Ausgerechnet von einem Innstadt-Bewohner und Anlieger aber kam eine ganz andere Meinung: Stephan Bauer (Grüne) hat einen weitaus weniger drastischen Eindruck vom Innstadt-Verkehr. "Es ist ein sehr subjektiver Eindruck. Dass durch Begegnungen der Verkehr zum Erliegen kommt, passiert nicht so oft." Wer ortskundig sei, fahre vorausschauend und weiche rechtzeitig aus. "Wer nicht vorausschauend fährt, ist der typische Tanktourist", sagte Bauer. Vor allem an der Abzweigung am Colors sei es dann brenzlig. Was tun? "Ich sehe da drüben keine Lösung", sagte Stephan Bauer, zumal das meiste Zielverkehr sei, den man nicht unterbinden könne. Man müsse als Autofahrer wohl oder übel akzeptieren "dass man aus der Innstadt herüber sechs Minuten braucht statt vier".

Foto: Archiv Wax

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