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Ordnungsamt überprüft Verfügbarkeit der Taxis in Passau

Ein Taxi, bitte: Nachts oft ein vergeblicher Wunsch

46 Taxis fahren in Passau ihre Runden. Reicht das? Nein, sagen einige Stadträte: Vor allem im Nachtleben und zu Dultzeiten stehe man sich beim Warten die Beine in den Bauch.

veröffentlicht von Susanne Wax am 01.12.2011 15:27 Uhr im Ressort Politik

Einem Antrag von SPD-Stadtrat Hans-Jürgen Bauer wurde im Ordnungsausschuss einstimmig zugestimmt: Er möchte, dass die Stadt grundsätzlich die Verfügbarkeit von Taxis überprüft. Am Morgen, tagsüber, am Abend und in der Nacht. Denn viel zu oft, findet Bauer, ruft man bei der Taxizentrale vergebens an.

Das Thema Taxiverfügbarkeit sei Ende 2010 auch bei einem Gespräch mit Passauer Wirten aufgetaucht, erläuterte Ordnungsamtsleiter Josef Zacher. "Die Wirte beklagten, dass ihre Gäste zu gewissen Zeiten kein Taxi bekommen und sie dann die Sperrzeit überziehen müssen." Die Taxivereinigung allerdings habe versichert, dass alles getan werde, um eine gute Versorgung mit Fahrten zu gewährleisten. Auf dem Papier sieht die Situation so aus: Es fahren 46 Taxis in Passau - tagsüber. "Drei Viertel davon sind auch nachts unterwegs", sagte Josef Zacher. Eigentlich eine sehr hohe Zahl wenn man bedenke, dass viele Zulassungen kleinen privaten Unternehmen gehören: 35 Taxis sind der Vereinigung angeschlossen und werden über die Taxizentrale koordiniert. Die übrigen Elf verteilen ihre eigenen Visitenkarten.






46 Taxis, das sind sieben weniger als noch im Jahr 2004 durch Passau fuhren: Damals gab es ein Gutachten der IHK, dem zu Folge die Städte keine weiteren Genehmigungen erteilen sollten, weil es der Taxibranche wirtschaftlich schlecht gehe und der Wettbewerb schon hart genug sei. Doch müsse die Stadt nun tatsächlich schauen, ob es mittlerweile Engpässe in der Fahrgastversorgung gibt: "Das Taxigewerbe hat einen öffentlichen Auftrag zu erfüllen. Es sollte so sein, dass jeder zeitgerecht ein Taxi bekommt."

"Kannst um 8 anrufen und hast um 11 noch immer kein Taxi"


Und das sei ganz und gar nicht der Fall, meldeten sich mehrere Stadträte zu Wort. "Ich habe einmal um halb Zwölf nachts versucht, ein Taxi zu kriegen. Nach einer Dreiviertelstunde Warten ist es mir zu blöd geworden", schimpfte Peter Pell (FDP/PaL). Er kenne viele solcher Beispiele: "Es sind viel zu wenig Taxis. Von der Mai- und Herbstdult brauchen wir gar nicht reden. Da kannst du um Acht anrufen und hast um Elf noch immer keins." Antragsteller Hans-Jürgen Bauer erzählte von Taxifahrern, denen das Tagesgeschäft mit Kranken- und Dialysefahrten ausreiche, um über die Runden zu kommen: "Darum fahren sie nachts nicht." Bauer nannte das Kneipenfestival als weitere Veranstaltung, bei der Taxis Mangelware seien. "Da waren sogar schon Taxifahrer aus Pfarrkirchen da, um auszuhelfen." Warum nicht solche Synergien nutzen, regte er an? "Zu bestimmten Anlässen könnte man doch Fahrer aus dem Umland reinholen." Rettungsdienste würden sich ja auch überregional arrangieren bei Einsätzen, ergänzte Josef Haydn (CSU). Er beschwerte sich ebenfalls über den Mangel an Taxis: Selber habe er einmal während einer Weihnachtsfeier stundenlang vergeblich versucht, eines zu bekommen: "Zum Glück konnte mich dann ein Bekannter mitnehmen." Seine Tochter wiederum engagiere grundsätzlich ihn als Abholer, wenn sie abends weggehe: "Sie und ihre Freunde sagen immer wieder: ,Du kriegst in Passau kein Taxi'."

Tagsüber würden die Taxi-Stellplätze vor wartenden Fahrzeugen überquellen, nachts hingegen seien zu wenige da: Das sagte Andreas Dittlmann (FDP/PaL). Vor allem beim Kneipenfestival und der Dult, wo viel Alkohol fließe, müsse man den Leuten eine Möglichkeit bieten, nach Hause zu kommen, nachdem der letzte Bus gefahren ist: "Sonst erzwingt man die unvernünftige Situation, dass jemand sich doch noch selbst ans Steuer setzt." Doch stellte Dittlmann die Pflicht, genügend Taxis für alle anzubieten, auch in Frage: "Muss dann in Zukunft auch in jedem Bus ein Sitzplatz zur Verfügung stehen?"

Konkret mitteilen, wann man wo kein Taxi bekommen hat


Die Stadt werde ihr Möglichstes tun, um in Sachen Taxis "Licht ins Dunkel" zu bringen, wie Josef Zacher sagte. In einigen Monaten wolle man Ergebnisse und einen Vorschlag unterbreiten. Bis dahin habe er die Bitte an Stadträte und Bürger, dem Ordnungsamt konkret mitzuteilen, wann man wo wie lange kein Taxi bekommen hat: "Bisher haben wir leider nur sehr pauschale Beispiele."

Wie geht es an einem Freitagabend in der Taxizentrale zu? Das haben wir in unserer 24-Stunden-Sommerserie in einer Reportage beschrieben.

Foto: Martin Gapa / pixelio.de

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Sperrzeitverlängerung , Andreas Dittlmann , lokalnews , CSU , Rettungsdienst , SPD , FDP , Wettbewerb, Kneipenfestival

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