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Abbiegespur in Richtung Ilzleite wird endlich nachgeholt

Achtung, Linksabbieger

In Richtung Ilzleite wird eine Abbiegespur geschaffen: Das hat der Ordnungsausschuss einstimmig beschlossen. Abbiegen soll erleichtert, brenzliges Auffahren verhindert werden.

veröffentlicht von Susanne Wax am 01.12.2011 11:11 Uhr im Ressort Politik

"Sobald es da zweispurig wird, wird Gas gegeben", sagte Paul Kastner (ÖDP) diese Woche im Ordnungsausschuss. Von ihm kam der Antrag, hier endlich etwas zu unternehmen. "Ich habe ihn auf Bitten der Halser Bürger und der Mütter, die ihre Kinder zur Musikschule bringen, gestellt", sagte er - doch auch aus eigener Erfahrung als Bewohner von Hals: Er fahre seit 30 Jahren diese Strecke, bei der von der Bayerwaldstraße in die Ilzleite abgebogen wird. Hier ist die Straße schon zweispurig. Die Chance zum schnellen Überholen nutzen viele Autofahrer - und bedenken nicht, dass hier noch eine Abzweigung kommt, an der Autos abbremsen und den Gegenverkehr abwarten müssen. Abruptes Abbremsen, Aufblenden, Hupen, Vogelzeigen: Alles hat Kastner schon unzählige Male erlebt. "Es ist wirklich ein tägliches Problem für alle, die da abbiegen müssen."

Schon vor elf Jahren gab es einen Beschluss im Stadtrat, eine Linksabbiegespur zu errichten - umgesetzt wurde sie nicht. Warum nicht, das lässt sich, so Ordnungsamtsleiter Josef Zacher, "nicht mehr nachvollziehen". Nun aber gibt es einen neuen Anlauf: Die Stadt will die Linksabbiegespur. Selbst errichten kann sie diese aber nicht: Das Staatliche Straßenbauamt ist zuständig. Die Stadt gibt den Wunsch an die Stelle weiter.


Die Einmündung der Ilzleite in die Bayerwaldstraße: Zwei Autos fahren von der Ilzstadt her, ein Auto will von Hals kommend abbiegen. Um Linksabbiegen in Richtung Ilzleite zu erleichtern, wird eine dritte Spur geschaffen.


Zur Wahl standen verschiedene Varianten, die das Linksabbiegen in die Ilzleite erleichtern sollen. Die Möglichkeit, die linke der beiden Stadtauswärts-Spuren in eine reine Abbiegespur umzumünzen, stieß weder in der Stadtverwaltung als auch im Gremium des Ordnungsausschusses auf Anklang. Den weiterführenden Verkehr in diesem Abschnitt komplett auf die rechte Spur zu verlegen schaffe nur einen neuen Gefahrenschwerpunkt, sagte Zacher. Auch die Idee, die Straße bis zur Abbiegung komplett einspurig umzubauen, kritisierte Zacher: "Man kann sich vorstellen, was sich dann an Rückstau bildet wenn da ein Traktor, ein Radfahrer oder ein schwerer Lkw vorne fährt." Außerdem bringe jegliche Verzögerung an der Freyunger Straße mehr Verkehr in die Alte Straße - und die wolle man ja eigentlich entlasten.

Die Autos mit den fünf Buchstaben im Kennzeichen


Eine dritte Spur für die Linksabbieger ist nun die Lösung. So, wie sie schon im Jahr 2000 vorgesehen war. Um die Bayerwaldstraße entsprechend verbreitern zu können, wird die Einmündung Ilzleite um zwei bis drei Meter verkürzt. Wermutstropfen: Die Einfädelspur von der Ilzleite her muss wohl weichen. Autofahrer müssen dann im 90-Grad-Winkel in Richtung Ilzstadt abbiegen, außerdem, so Zacher, "verschlechtert sich die Sicht im Kurvenbereich". Das kritisierte Andreas Dittlmann (FDP/PaL): Vor allem Busse, die von Hals her kommen, hätten es dann schwer mit dem Abbiegen. Die Notwendigkeit, an der Situation etwas zu ändern, sah er aber als dringend an: "Dort wird extrem gedrängelt. Es gibt ja leider immer wieder diese Autos mit fünf Buchstaben im Kennzeichen, die es immer eiliger haben als andere." Er kritisierte, dass es nicht zumindest ein "Vorsicht, Linksabbieger"-Schild an der Stelle gebe. Ein solches, so wurde in den Beschluss aufgenommen, wird nachträglich aufgestellt.

Wie schnell am Ortsausgang der Ilzstadt gefahren wird, zeige auch die hohe Blitzerrate, die sich bei Radarkontrollen an der Reischlkurve ergebe, sagte Paul Kastner. Er sprach auch die beiden Einfahrten nach Sieglgut an, die ebenfalls an der zweispurigen Strecke liegen "und an denen das Abbiegen fast noch gefährlicher ist", wie er sagte.

"Wer da mit dem Rad fährt, ist lebensmüde."


Stephan Bauer (Grüne) sah die Pläne skeptisch. "Ich bin da selber jahrelang gefahren. Ich habe diese Erfahrungen nicht gemacht", sagte er. Ja, dort seien viele Raser unterwegs - doch auch überwiegend Autofahrer, die täglich diese Strecke nutzen und somit wissen, dass da links abgebogen wird. Dass Radfahrer bei einer einspurigen Lösung für starken Rückstau sorgen könnten, sehe er nicht als Argument: "Wer da mit dem Rad fährt, ist lebensmüde." Eine dritte Spur, sagte Bauer, ermögliche noch stärkeres Rasen: "Denn dann gibt es von Anfang an zwei Spuren zum Rausfahren." Die momentane Regelung sei auch eine Art Lärmschutz für die Anwohner.

Zur Finanzierung sagte Bürgermeister Urban Mangold (ÖDP): "Die müssen wir noch offen lassen. Es ist fraglich, ob wir es 2012 noch schaffen, denn der Haushalt steht ja schon." Dass die Abbiegespur realisiert werden kann, da gebe es keine Bedenken - und wenn doch Probleme auftreten, sagte Andreas Dittlmann mit ironischem Unterton, dann wisse er schon eine Lösung: "Wenn das Straßenbauamt nicht willig ist dann wenden wir uns an den Landrat. Denn der kümmert sich ja momentan ohnehin um Bundesstraßen auf städtischem Gebiet." Zum Hintergrund: Passauer Medien hatten am Wochenende berichtet, dass CSU-Bundeswahlkreisvorsitzender Konrad Kobler und Landrat Franz Meyer eine Nordumfahrung Passaus ohne Beteiligung der Stadt planen, indem die B 12 und die B 388 als Umgehungsstraßen in die Bundesfernstraßen-Rahmenplanung aufgenommen werden (nachzulesen hier).

Foto: Wax

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