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Prüfbericht der Heimunterbringung liegt vor

Wohl des Kindes sticht steigende Kosten

Immer wieder wird beim Thema „Heimunterbringung“ von den Passauer Stadträten kritisch nachgefragt: Wieso steigen die Kosten immer weiter an? Das Rechnungsprüfungsamt hat dies in den letzten Monaten gründlich untersucht – und die Ausgaben für angemessen und korrekt erklärt.

veröffentlicht von Esther Mischkowski am 13.12.2011 13:28 Uhr im Ressort Politik

Die Heimunterbringung von Minderjährigen reißt jährlich ein großes Loch in das Passauer Stadtsäckel. 2010 wurden laut Prüfungsbericht exakt 1.751.305,16 Euro ausgegeben, eingenommen hingegen nur 350.566,70 Euro. Die Stadt kosteten somit im letzten Jahr die Heimkinder rund 1,4 Millionen Euro. Im Vergleich zu 2006 ist der städtische Zuschuss somit von damals rund 870.000 Euro um rund 61 Prozent gestiegen. Doch kann man das Schicksal dieser Kinder und Jugendlichen so einfach auf Kosten und Einnahmen reduzieren? Selbstverständlich nicht, lautet auch das Fazit des Rechnungsprüfungsamtes. „Die wirtschaftliche Jugendhilfe ist im Spannungsfeld zwischen hohen und noch steigenden Ausgaben einerseits und dem Wohl der zu betreuenden Kinder und Jugendlichen angesiedelt“, heißt es nüchtern im Bericht, der gestern dem Rechnungsprüfungsausschuss der Stadt vorgelegt wurde.

Schwankende Fallzahl, stetig steigende Kosten


Innerhalb des geprüften Zeitraumes von 2006 bis 2010 gab es enorme Schwankungen der Zahl von Heimunterbringungen. 2006 finanzierte die Stadt Passau 40 Fälle, im Jahr darauf dann nur 28, dann stiegen sie wieder auf 39 (2008) an, fielen nochmals leicht auf 35 in 2009 und 2010 waren es schlussendlich 44 Fälle. Im Vergleich zu 2006 ist das ein Anstieg um 10 Prozent. Bemerkenswert ist dabei, dass die Kosten trotz dieser Schwankungen stetig gestiegen sind, mit einer geringfügigen Ausnahme im Jahr 2008. Woran liegt das? „Erhöht haben sich die notwendige Intensität der Betreuung und damit auch die Kosten pro Fall“, wird im Prüfungsbericht erklärt. Die Einzelfallüberprüfung – stichprobenhaft wurden 15 zufällig ausgewählte Heimerziehungsfälle untersucht – habe aber keine wesentlichen Mängel ergeben.


Die stetig steigenden Kosten der Heimunterbringung von Kindern und Jugendlichen - im Bild das Lukas-Kern-Kinderheim, dessen Träger die Stadt Passau ist - nahm das Prüfungsamt genauer unter die Lupe.

"Kaum eine Stellschraube, auf die Kosten Einfluss zu nehmen"


Das Prüfungsamt bescheinigt dem Jugendamt zudem, dass es laufend bemüht sei, kostengünstigere Maßnahmen wie sozialpädagogische Familienhilfe, Teil- oder Vollzeitpflege gegenüber der Heimunterbringung den Vorzug zu geben. Allerdings lässt sich an der Ausgabensumme kaum der Rotstift ansetzten: Kosten ließen sich eigentlich nur durch veränderte Betreuungsstandards reduzieren, stellte Stadtrat Markus Sturm (Fraktionsvorsitzender der SPD) in seiner Funktion als Vorsitzender des Prüfungsausschusses gestern fest: „Da eine Einsparung nur bei der Qualität möglich wäre, haben wir kaum eine Stellschraube, auf die Kosten Einfluss zu nehmen.“ Das Wohl der Kinder und Jugendlichen gehe eindeutig vor.

Foto: Archiv Wax

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