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FDP fordert Verbesserung rund um die Sitzungs-Übertragungen

Livestream: iPhone, Studenten und Mediathek

Den Livestream aus dem Stadtrat auch für Smartphones zugänglich machen, die Aufzeichnungen in ein Archiv stellen und die Uni mit einbeziehen: Das fordert die FDP in Passau.

veröffentlicht von Susanne Wax am 30.01.2012 11:32 Uhr im Ressort Politik
Mehr zum Thema: Alle Beiträge zum Thema "Der Passauer Stadtrat live im Internet" findest Du auf unserer Themenseite.

Im Schnitt schauen 50 Leute zu, wenn Diskussionen und Abstimmungen aus den Sitzungszimmern des Rathauses übertragen werden (über die Zugriffszahlen berichteten wir hier). Nach der Probephase soll der Livestream unbedingt weitergehen, findet FDP-Stadtrat Dr. Max Stadler: Er plädiert sogar für einen umfassenden Ausbau.

In einem Schreiben an Oberbürgermeister Jürgen Dupper fordert Stadler mehrere Dinge:

  • Er will die Livestream-Übertragungen aus den Stadtratssitzungen fortsetzen,
  • die Übertragungen auf der Homepage der Stadt Passau besser kommunizieren
  • die technischen Voraussetzungen ausbauen, damit auch WIFI-Nutzer und alle, die Internet über 3G sowie Smartphones oder in Netzwerken nutzen, die Übertragungen sehen können,
  • außerdem sollen die Übertragungen aufgezeichnet und ungekürzt in einer Online-Mediathek auf der Homepage der Stadt Passau eingestellt werden.
  • Zudem soll die Stadt die Universität, speziell den Lehrstuhl „Medien und Kommunikation“, kontaktieren und gemeinsam das Thema „Livestream“ verbessern und ausbauen.




Ungeschnitten und unkommentiert speichern


Unterstützung bekommt Stadler von Korbinian Faltner, dem Kreisvorsitzenden der FDP Passau-Stadt. Er schlägt vor, „zusammen mit der Universität einen Weg zu finden, wie die Sitzungen kostengünstig aufgezeichnet werden und mit geringer zeitlicher Verzögerung ungeschnitten und unkommentiert in eine Online-Mediathek auf der Homepage der Stadt Passau eingestellt werden. Dort sollen sie dauerhaft gespeichert und für jedermann zugängig bleiben." Das Interesse der Bürger sei da, findet Faltner, das würden "die von der Stadt Passau veröffentlichten Zugriffszahlen im Probebetrieb unterstreichen". Immerhin würden so viele zuschauen, wie sie als Gäste im Sitzungsraum nie Platz hätten, erklärt Korbinian Faltner. Was er außer den bereits oben genannten Punkten kritisiert:

  • Hinweise auf die Übertragung würden im Vorfeld auf der Homepage der Stadt Passau fehlen. Viele Bürger wüssten nicht, wann welche Sitzung übertragen wird.
  • Im Vorfeld einer Übertragung werde, wenn überhaupt, nur sehr klein in den Medien hierauf hingewiesen.

"Nicht wichtig, ob 50 Zuschauer viele oder wenige sind"


Zu diskutieren sei nicht, ob im Schnitt 50 Zuschauer viel oder wenig seien, sagt Faltner: Eine vernünftige Diskussion wäre hingegen, sich zu überlegen, wie das Angebot attraktiver werden kann.
Vielleicht wäre das sogar eher der Fall, wenn gar nicht live übertragen wird, regt Faltner an: Für berufstätige Bürger wäre es seiner Meinung nach sogar praktischer, wenn die Sitzungen aufgezeichnet und anschließend in eine Online-Mediathek gestellt würden. Das biete sich auch an, wenn die Mehrheit der Stadträte gegen eine weitere Live-Übertragung stimme oder es Probleme mit dem Rundfunkgesetz gebe. Eine ideale Projektarbeit für Studenten der Uni Passau, griff Faltner eine Idee auf, die auch Grünen-Stadtrat Karl Synek schon einmal geäußert hat. Die FDP fordert entsprechende Gespräche, "ob es nicht einen Lehrstuhl gibt, der diese Aufgabe in Form einer Projektarbeit oder ähnlichem übernehmen kann".

Und auch zur Technik hat die FDP einen Änderungsvorschlag: Statt mit Kamera und Mikro einen Stadtverwaltungs-Mitarbeiter filem zu lassen, würde eine Webcam mit gutem Richtmikrophon genügen. Die würde den ganzen Raum, bis auf die Zuschauer, zeigen. Faltner: "Die Inhalte der Diskussion stehen für uns im Vordergrund. Diese müssen bei den Nutzern verständlich ankommen. Mehr aber auch nicht."

Die nächste Livestream-Übertragung gibt es am heutigen Montag ab 16.15 Uhr aus dem Verwaltungsausschuss. Erstes Thema auf der Tagesordnung: der Livestream.

Über Passau hinaus: Das Projekt Seelbach TV


Ein richtiges Rathaus-Fernsehen mit abgespeicherten Übertragungen, mit Ankündigungen der nächsten Sendungen und mit professioneller Unterstützung einer Hochschule, einer Marketing-Agentur und der örtlichen Realschule leistet sich die 5.000-Einwohner-Gemeinde Seelbach im Schwarzwald. Auf www.seelbachtv.de kann man sich das Projekt anschauen, das von der Landesanstalt für Kommunikation Baden Württemberg gefördert wird.

Gestartet im Jahr 2004, hat sich Seelbach TV zu einem Vorbild der Rathaus-Transparenz entwickelt - und gleichzeitig liefert es eine ganze Menge Medienbildung für die beteiligten Realschüler und Studenten: Sie werden in Kamera, Ton und Licht ausgebildet. Außerdem fertigen sie sogar kurze Einspielfilme an, drehen Homestories über die Gemeinderäte oder liefern Bilder zu den Themen der jeweiligen Sitzung.

Die Gemeinde genehmigt den Zuschauern einige Extras: So werden pünktlich vor jeder Sitzung die Tagesordnungen ins Netz gestellt (Ähnliches macht Passau auf www.ratsinfo.passau.de), außerdem werden die Sendungen aufgezeichnet und in ein Archiv eingestellt. Und: Der Bürgermeister ist nach jeder Sitzung für Fragen der Bürger da, per E-Mail. "Er beantwortet jede E-Mail persönlich und wird Ihre Anregungen und Kommentare, wenn nötig (und Sie einverstanden sind), in der nächsten Sitzung dem Gemeinderat mitteilen", heißt es auf der Internetseite.

Laut eines Artikels der Badischen Zeitung hat Seelbach TV bis zu 100 Zuschauer pro Übertragung. Bis zu 50 Bürger schauen sich die Sendung im Archiv an.

Seelbach TV schauen: Die nächste Übertragung beginnt heute, Montag, 30. Januar, um 20 Uhr.


Foto: Archiv Wax


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Universität Passau , Jürgen Dupper , Bahnhof , Bahnhofstraße , lokalnews , Rathausplatz , SPD , Dr. Max Stadler , FDP , Studenten

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