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Kulturreferat: Verteidiger des Stillstands?

Ärger ums Oberhaus

Mächtig erhitzt waren gestern die Gemüter im Kulturausschuss. Es ging um die Veste Oberhaus. Verschiedene Maßnahmen hat die ÖDP-Fraktion bereits vor mehr als einem Jahr vorgeschlagen und eine Prüfung durch die Verwaltung gefordert. „Schnellstmöglich“ sollte ein Bericht vom Kulturreferat vorgelegt werden.

veröffentlicht von Laura Lugbauer am 01.04.2011 11:17 Uhr im Ressort Politik

Das für Herbst angekündigte Papier wurde dem Ausschuss erst jetzt vorgelegt – nachdem Paul Kastner nochmals nachgehakt hatte.

Weniger der Inhalt des Berichts war Grund des Ärgernisses – mehr die bereits verhärteten Fronten zwischen Kulturreferent Dr. Max Brunner und den Ausschussmitgliedern. Eine „persönliche Erklärung“ wollte Brunner abgeben. „Das Referat ist nicht untätig“, begann er. Er sei kein „Verteidiger des Stillstands“, wie ihn die Lokalpresse betitelt hat. In die Sanierung der Burg seien bisher rund 10 Millionen Euro geflossen, weitere 9 Millionen wurden in das Museum investiert. Teile seien immer noch einbruchgefährdet, deswegen müssten diese vordringlich saniert werden. „Wir müssen alle Maßnahmen vernünftig – eine nach der anderen – durchführen“, so Brunner. Die Belebung des Thingplatzes liege auch der Verwaltung am Herzen, „dafür müsste man aber das ganze Areal überplanen. Und das ist wieder ein Millionenprojekt.“

„Wir haben ja nicht verlangt, dass alles innerhalb eines Jahres umgesetzt wird“, konterte Paul Kastner (ÖDP). Es sei aber durchaus üblich, dass Zwischenberichte abgegeben würden. Das, was vom Kulturreferat vorgelegt worden sei, komme ihm vor, „als sei das schnell noch in den letzten 14 Tagen zusammengeschrieben worden.“ Zwei Seiten Bericht – dafür braucht man kein Jahr, so Kastners Vorwurf. Was ihn auch aufregt: Die oft sehr knapp gehaltenen Begründungen. So hatte die ÖDP vorgeschlagen, eine Gartenausstellung in der Veste zu veranstalten. „Das hätte die Stadt nicht mal was gekostet. Und dann lese ich hier: ,Im übrigen ist die Burg keine Gartenanlage.' “

Die Infotafeln sind rund 20 Jahre alt, zum Teil stark verwittert, außerdem nur in deutscher Sprache. Die Sitzgelegenheiten sind abgenutzt. „Es schaut einfach schlampig aus rund um die Burganlage“, befand Kastner. Außerdem regte er Führungen für die Außenanlagen an. „Es gibt sicher genug Stadtführer, die das gerne machen würden. Auch da würden keine zusätzlichen Kosten für die Stadt entstehen.“ Er habe das Gefühl, sein Antrag sei nicht ernst genommen worden, sagte er. „Die Begründungen kann ich nicht akzeptieren.“

Bürgermeister Urban Mangold, der die Sitzung leitete, stellte fest: „Die großen Maßnahmen wie die anstehende Sanierung der Ostfassade haben ja mit diesen kleinen Verbesserungen nichts zu tun.“

Kastner kündigte an, für jede der vorgeschlagenen Maßnahmen einzeln einen Antrag zu formulieren. In den kommenden Sitzungen soll der Kulturausschuss darüber abstimmen.


Foto: Wildfeuer


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