05.03.2012 Singlewanderung war wieder ein großer ErfolgJeden ersten Sonntag im Monat wird gewandert Weitere Bilder & Schnappschüsse Die meist geklickten BeiträgeAktuelle KommentareAm 29.02. 19:46 Uhr von Markus Ihle bei Und immer wieder der Weg zum Oberhaus Am 29.02. 19:31 Uhr von Jürgen Hellwing bei Und immer wieder der Weg zum Oberhaus Am 29.02. 11:26 Uhr von Marcel Köth bei Waldkirchen: 90-Jähriger richtet Pistole gegen sich selbst Am 29.02. 10:55 Uhr von Marco Madness bei Waldkirchen: 90-Jähriger richtet Pistole gegen sich selbst Am 28.02. 12:54 Uhr von Karina Mischkowski bei Baukunst aus Raum und Licht Am 26.02. 13:33 Uhr von Karina Mischkowski bei Den Winter nochmal einfangen | Abschiebung des 20-Jährigen vorerst aufgeschobenIsmail Afzali: Protest für einen Vorzeige-FlüchtlingKnapp 100 Menschen haben sich gestern am Ludwigsplatz versammelt, um gegen die Abschiebung von Ismail Afzali zu protestieren. Der 20-Jährige wartet derzeit in der JVA Passau auf seine Ausweisung nach Afghanistan. Vor zwei Jahren war er nach Deutschland geflüchtet, war regelmäßiger Gast im Asylcafé, nahm an den Deutschkursen der ESG teil. Er galt als gut integriert, sehr interessiert. Ismails „Fehler“, so sagt es Anne Hahn, die für ihn sogar seit einer Woche im Hungerstreik ist, war, dass er unbedingt arbeiten wollte. Anne Hahn schüttet Rote-Beete-Saft über einem weißen Tuch aus. Um die Situation in Afghanistan darzustellen. „Kriegsähnliche Zustände“, nannte es der damalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg 2010. Während der Demo fällt immer wieder das Wort „Krieg“. In dem Dorf, aus dem Ismail kommt, gibt es weder einen Arzt noch eine Schule. Seine Eltern sind nach Taliban-Angriffen mit den jüngeren Geschwistern nach Pakistan geflohen. Sollte Ismail, der in Deutschland Lesen und Schreiben gelernt hat, zurück in sein Heimatland müssen, hätte er dort niemanden. Hier hat er auf einen Schulabschluss hingearbeitet, hatte bereits eine Arbeitsstelle in München in Aussicht. Dafür bräuchte er aber einen Pass. Das Fatale an der Situation: Wer einen Pass hat, kann jederzeit abgeschoben werden. Ismail hatte eine Duldung, er wusste, welches Risiko er eingeht. Trotzdem besorgte er sich die Papiere, wurde noch auf dem Amt aufgegriffen und in die JVA gebracht. 40 Euro haben die Flüchtlinge im Monat zur Verfügung, „das reicht nicht mal für die Busfahrten in die Stadt, damit sie an Deutschkursen teilnehmen können“, sagt Anne Hahn. „Hinter so einem inhumanen Gesetz steckt die Angst vor Überfremdung.“ „2002 wurde von der Bundesregierung ein Abschiebungsstop nach Afghanistan beschlossen“, erklärt Anwalt Klaus Schank, „2005 wurde er allerdings wieder aufgehoben.“ Es sei jedoch dabei geblieben, dass nur sehr wenige Flüchtlinge nach Afghanistan abgeschoben wurden. Meist Straftäter, aber auch die nur in Ausnahmefällen, eine Handvoll jedes Jahr. Joshua Amrhein vom Bündnis für die Rechte der Flüchtlinge erklärt, Bayern sei bekannt als das Bundesland, das die Asylgesetze am strengsten auslegt. Passau wiederum sei bekannt als die strengste Kommune Bayerns. Warum man Ismail nicht abschieben sollte? Amrhein schaut in die Runde: „Would you want to live in Afghanistan right now?“ Eine gute Nachricht gibt es inzwischen: Die Abschiebung von Ismail Afzali wurde vorerst gestoppt, wie die Grünen im Landkreis soeben mitteilen. Im Petitionsausschuss am 11. Mai entscheidet sich das Schicksal des 20-Jährigen. ![]() Collage: Asylcafé Zwischen den Redebeiträgen wurden Kommentare verlesen, die zur Online-Petition abgegeben wurden. Hier einige Auszüge: „Weil Grenzen nur in begrenzten Köpfen existieren.“ "Wir fordern stets, dass sich Einwanderer besser integrieren sollen. Im Gegenzug sind dann auch solche Einwanderer, die sich integrieren, als Vorbild hervorzuheben. Dies schafft man nicht, indem man sie abschiebt." „Weil einer bürokratischen Maschinerie Einhalt geboten werden muss. Denn auch diejenige der Demokratie kann unmenschlich sein.“ „Abschiebung ist unwürdig und menschenverachtend. In ein Land, in dem Krieg herrscht, darf nicht abgeschoben werden.“ „Ismail darf für sein Engagement nicht bestraft werden.“ „Deutschland versteht sich als Rechtsstaat, der auf Werten basiert; insbesondere dem der Menschenwürde. Diesem Wert entspricht das Verhalten der BRD in Sachen Asylrecht allerdings absolut nicht. Einen Menschen in ein Land abzuschieben, aus dem jedes Jahr tote deutsche Soldaten heimgeflogen und in dem jeden Tag unschuldige Zivilisten sterben, ist eine grobe Missachtung der Menschenwürde. Dass das Land, in dem ich lebe, so zynisch agiert, ist für mich nicht hinnehmbar!“
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