Die meist geklickten BeiträgeAktuelle KommentareAm 29.02. 19:46 Uhr von Markus Ihle bei Und immer wieder der Weg zum Oberhaus Am 29.02. 19:31 Uhr von Jürgen Hellwing bei Und immer wieder der Weg zum Oberhaus Am 29.02. 11:26 Uhr von Marcel Köth bei Waldkirchen: 90-Jähriger richtet Pistole gegen sich selbst Am 29.02. 10:55 Uhr von Marco Madness bei Waldkirchen: 90-Jähriger richtet Pistole gegen sich selbst Am 28.02. 12:54 Uhr von Karina Mischkowski bei Baukunst aus Raum und Licht Am 26.02. 13:33 Uhr von Karina Mischkowski bei Den Winter nochmal einfangen | Jetzt muss die Härtefallkommission entscheidenFlüchtling Ismail: Telefonaktion und gute NachrichtenErfolg im Fall Ismail Afzali? Vorerst darf der 20-Jährige bleiben. Und wie ist die Telefonterror-Aktion im Ausländeramt gelaufen? Bei unserem ersten Anruf war die Leitung belegt. Gleich darauf ist aber ein Mitarbeiter erreichbar. Ja, es waren schon ziemlich viele Anrufe bisher, vielleicht 30, sagt er und hört sich richtig gut gelaunt an. Dann verweist er uns aber für offizielle Auskünfte aber doch lieber an das OB-Büro. "Bis 12 Uhr sind etwa 50 Anrufe eingegangen", informiert Rathaussprecher Herbert Zillinger. Die Hälfte hat wortlos gleich wieder aufgelegt. "Etwa genausoviele Bürger haben ihre Unterstützung für Herrn Afzali zum Ausdruck gebracht und sich informiert", sagt Zillinger. Viele seien erstaunt gewesen, dass die Entscheidung gar nicht in Passau getroffen wird, sondern in München. "Da bestand offenbar Aufklärungsbedarf"", so Zillinger. Erfreulich sei gewesen, dass die Anrufer ausnahmlos freundlich mit den Beamten umgegangen seien und die Gespräche auf einer sachlichen Ebene geführt wurden. Etwa 50 E-Mails und zwei Faxe sind außerdem bis MIttag eingegangen. "Es gab weder Stillstand noch Chaos", resümiert Zillinger. Ausschießlich positive Reaktionen "Den ganzen Tag über bekomme ich schon SMS von Leuten, die bei der Aktion von der Schule und Arbeit aus mitmachen und die ihren Kollegen davon erzählt haben, die jetzt nach den Nummern des Ausländeramts fragen. Negative Reaktionen habe ich erstaunlicherweise noch überhaupt nicht mitbekommen", sagt die Studentin. Am frühen Nachmittag dann die erfreuliche Nachricht aus München: Einstimmig hat der Petitionsausschuss beschlossen, dass der Fall Ismail der Härtefallkommission vorgelegt wird. „Rein rechtlich sind uns die Hände gebunden“, erklärt der Landtagsabgeordnete Walter Taubeneder (CSU). „Allerdings wäre es eine besondere Härte, dass der 20-Jährige, der sich offensichtlich gut bei uns im Landkreis Passau integriert hat, in eine ungewisse und gefährliche Zukunft abgeschoben wird“, so der Politiker. ![]() "Wir sagen Ja" - mit diesem Foto warb das Asylcafé für die Petition. Ismail hatte sich bei seiner Einreise nach Deutschland mit einer gefälschten finnischen Identitätskarte ausgewiesen und die Anerkennung als Asylberechtigter beantragt. Der Antrag wurde jedoch abgelehnt. „Als volljähriger, alleinstehender Mann, der keine gesundheitlichen Einschränkungen hat, zählt Afzali zu der Personengruppe afghanischer Staatsangehöriger, die vorrangig zurückzuführen ist“, erklärt Taubeneder. „Auch wenn die geltende Rechtslage keine Bleiberecht für Afzali vorsieht bin ich der Meinung, dass dieser junge engagierte Mann, der so viele Fürsprecher in Passau findet, eine Zukunftschance in diesem Land braucht.“ Taubeneder hält es für „nicht tragbar und unmenschlich“, den jungen Mann nach Afghanistan, wo nach wie kriegsähnlicher Zustand herrscht, abzuschieben. Er ist zuversichtlich, sagt er aber, dass die Härtekommission positiv über das Bleiben von Ismail Afzali entscheiden wird. Die Stimme erheben - für jemanden, den man nicht mal kennt Auch sein Landtagskollege Eike Hallitzky (Grüne) sieht gut Chancen für Ismail. "Er wird sehr wahrscheinlich wohlwollend beurteilt werden und vor der Abschiebung ins afghanische Kriegsgebiet verschont bleiben", sagt Hallitzky. Er freue sich über "die kluge Entscheidung des Petitionsausschusses". Darüber ist auch Magret vom Bündnis für die Rechte der Flüchtlinge froh. "Wir sind natürlich wahnsinnig glücklich, erstmal so weit gekommen zu sein und ich bin wahnsinnig froh über die vielen Leute, die mitgemacht haben, den starken Zusammenhalt und die Solidarität - den Mut, für jemanden die Stimme zu heben, den man nicht mal richtig kennt. Man behauptet ja immer, die Jugend von heute sei so furchtbar unpolitisch. Wir haben innerhalb von kaum 24 Stunden weit über 2000 Leute über einen politischen Protest informieren und viele davon für die Sache gewinnen können. Das ist doch nicht Politikverdrossenheit!" Weiterführende Links zum Thema: Fotos: Asylcafé Passau
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