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Die Bataven-Ladies werden 20 Jahre

Passaus erste Fußball-Frauen

1991 war das noch eine Attraktion. Frauen, die Fußball spielen? Das war ungewöhnlich. Die ersten, die in Passau eine Mannschaft gegründet haben, waren die Damen des SC Batavia 72.

veröffentlicht von Laura Lugbauer am 01.07.2011 11:21 Uhr im Ressort Vereine

Im Umkreis gab es damals schon einige Frauenmannschaften, in der Stadt Passau aber waren die Batavinnen die ersten. Petra Bauer (41) ist von Anfang an dabei. Wie sie zum Fußball gekommen ist? „Ach, i hab als Bua scho g'spiut.“ Eine eigene Mädchenjugend gibt es bei den Bataven auch heute nicht. 17 aktive Spielerinnen gehören derzeit zum Kader und das „reicht grad so“, sagt Trainer Peter Geiger. Vielleicht, so hofft er, kommen durch die Frauen-WM ein paar Interessentinnen zur Mannschaft. „Wer Lust auf Fußball und ein spannendes Vereinsleben hat, der darf jederzeit bei uns vorbeischauen, auch ohne Fußball-Erfahrung“, sagt Geiger. Trainiert wird ab dem 20. Juli immer mittwochs um 19 Uhr.



Bruno Jonas soll mal gesagt haben: „Batavia ist nicht nur ein Verein. Batavia ist eine Lebenseinstellung.“ So sehen das auch die Bataven-Ladies. „Wer einmal da war, will nicht mehr weg“, sagt Elfriede Geiger, die selbst lange aktive Spielerin war. Und so kommt es, dass es nicht nur Spielerinnen jeden Alters von 16 bis 49 gibt, sondern dass die Mannschaft sogar international besetzt ist: Erika „die Grätsche“ Augustin und ihre Tochter Lisa kommen aus Österreich, Helena Trbuskova ist Tschechin und wohnt in Deggendorf. Auch zwei Rottalerinnen sind im Team und eine Spielerin ist nach ihrem Umzug sogar regelmäßig aus Pfaffenhofen gekommen, um bei den Spielen dabei zu sein.

Fans als Spielerinnen verpflichtet


Sehr spät ist Rosi Müller (49) zur Mannschaft gestoßen. Sie gehörte lange zu einer Gruppe treuer Fans, die dann aber, als Spielermangel herrschte, kurzerhand für die Aktiven verpflichtet wurden: "Jetzt haben wir halt keinen Fanclub mehr"

Obwohl alle so unterschiedlich sind, ist die Mannschaft eine große Familie. „Es geht immer was zam“, sagt Abteilungsleiterin Ulrike Biberger und der Trainer schiebt hinterher: „Und es gibt für alles ein Fest.“ Nach Spielen setzt man sich noch zusammen – auswärts geht man essen, zuhause macht man es sich im Vereinsheim gemütlich. Da gefällt es auch den Gästen oft gut. Elfriede Geiger erinnert sich an einen Schiedsrichter, der besonders lang sitzen geblieben ist. „Der hätte eigentlich zur Geburtstagsfeier seiner Freundin müssen. Dann ist er aber doch bei uns hängen geblieben.“ Wie es danach mit dem Haussegen aussah, ist nicht überliefert.

"Das Zusammensetzen ist doch das Schöne


„Das Zusammensetzen nach dem Spiel ist doch gerade das Schöne“, sagt Mandy Kulack, die zweite Abteilungsleiterin. Dafür, dass anderswo „nach dem Spiel alles auseinander läuft“, haben die Batavinnen kein Verständnis. „Auf dem Platz fällt schon mal eine raue Bemerkung im Eifer des Gefechts. Das muss man dann auch ausreden und dann passt's wieder“, sagt Ulrike Biberger.

Dass es passt in der Mannschaft, das sieht man nicht nur am Umgang der Frauen miteinander, sondern auch an den vielen Aktivitäten, die außerhalb des Spielbetriebs stattfinden: Skifahrten, Zelten, Trainingslager oder auch mal ungewöhnliche Trainingseinheiten wie Kabinenstreichen oder Heumachen.

Da läuft es auch in der Liga gut. Die Bataven-Ladies pendeln in der Kreisliga Ost immer so um den dritten Platz herum. Außerdem sind sie jedes Mal beim DFB-Pokal und den Niederbayerischen Hallenmeisterschaften vertreten.

Auch zu einem Spiel der Frauen-Nationalmannschaft sind die Batavinnen schon gemeinsam gefahren. Die WM verfolgen sie natürlich besonders interessiert. Und da ist es auch egal, dass mit Public Viewing nicht viel los ist in Passau. Es wird trotzdem zusammen geschaut – bei einer Spielerin in der Garage.


Zur Homepage der Batavenladies geht es hier.


Die Bataven-Ladies können also nicht nur Fußballspielen, sondern auch Feiern. Das wollen sie beim Jubiläumsfest zum 20-jährigen Bestehen unter Beweis stellen. Bereits zum 10-Jährigen wurde der Sandplatz in Bayrisch Haibach zur Tanzfläche gemacht – das soll dieses Mal noch getoppt werden. Gefeiert wird vom 15. bis 17. Juli. Am Freitag gibt es ab 15 Uhr das Passauer Behördenturnier, ab 18.30 Uhr den Kasberger-Cup. Die Damen haben ihren Festtag dann am Samstag. Um 12 Uhr gibt es ein Turnier der Innstadt-Vereine, ab 18.30 Uhr folgt das Pokalturnier. Abends gibt es Live-Musik mit der Band Jump. Am Sonntag ist Tag der Jugend ab 10 Uhr, um 19 Uhr gibt es eine Tombola.

Fotos: Lugbauer


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