05.03.2012 Singlewanderung war wieder ein großer ErfolgJeden ersten Sonntag im Monat wird gewandert Weitere Bilder & Schnappschüsse Die meist geklickten BeiträgeAktuelle KommentareAm 29.02. 19:46 Uhr von Markus Ihle bei Und immer wieder der Weg zum Oberhaus Am 29.02. 19:31 Uhr von Jürgen Hellwing bei Und immer wieder der Weg zum Oberhaus Am 29.02. 11:26 Uhr von Marcel Köth bei Waldkirchen: 90-Jähriger richtet Pistole gegen sich selbst Am 29.02. 10:55 Uhr von Marco Madness bei Waldkirchen: 90-Jähriger richtet Pistole gegen sich selbst Am 28.02. 12:54 Uhr von Karina Mischkowski bei Baukunst aus Raum und Licht Am 26.02. 13:33 Uhr von Karina Mischkowski bei Den Winter nochmal einfangen | Zur WM: Frauenfußball in Passau. Heute der FC"Nächstes Jahr werden wir bayerischer Meister!"Die Fußball-B-Jugend des 1. FC Passau macht sich fertig zum Training. Wildes Geplapper, während man noch auf Ankunft der letzten Mannschaftsmitglieder wartet. Das schwarze Haarband oder doch lieber das rote? „Mensch, bist du schon braun geworden“, die Arme werden aneinander gehalten zum Hautfarbenvergleich. „Ich hab in zwei Wochen Abschlussball und ein kurzes Kleid. Mei, wie schaut denn das aus mit meinem aufgeschlagenen Knie?“ Fußball und ein kurzes Kleid? Klar, denn die Mannschaft, die hier gleich trainiert, ist eines von vier Mädchen-Teams des FC. Rund 70 Spielerinnen ab sieben Jahren sind im Verein aktiv. Anselm Lienen und Tobias Bracht sind zuständig für die Mädchen-Abteilung des Vereins und haben diese in den vergangenen Jahren mit Feuereifer vorangetrieben. Anselm Lienen erzählt, wie es dazu gekommen ist, dass der FC heute den Fokus verstärkt auch auf den Frauen-Bereich legt: 2006 war er selbst noch bei der Eintracht aktiv, hatte eine Gruppe von Mädchen, die gerne Fußball spielen wollten, aber zu wenig für eine Mannschaft waren. Zeitgleich hatten sich beim FC einige Interessierte zusammengefunden. „Beide Gruppen waren sehr altersgemischt, die Jahrgänge gingen von 1990 bis 1994. Wir haben dann gemerkt, dass wenn wir uns zusammentun, sowohl eine C- als auch eine B-Jugendmannschaft für Kleinfeld aufstellen können.“ Dieser Zusammenschluss fand dann unter dem Dach des 1. FC Passau statt. Nach zwei Jahren schon niederbayerischer Vize-Meister Dann ging die Entwicklung rasant. Bereits im zweiten Jahr gab es genug Spielerinnen, um die beiden Mannschaften auf Großfeld zu erweitern. Zudem wurden die D-Juniorinnen gegründet. 2008 kam eine E- und eine F-Jugend dazu. „Seitdem sind wir der einzige Verein in Niederbayern mit einem durchgehenden Angebot für Spielerinnen aller Altersklassen.“ Im selben Jahr holten die C-Mädchen bereits den Titel als Niederbayerischer Vize-Meister sowohl draußen als auch in der Halle. Es werden auch gezielt Mädchen gescoutet. Das heißt: Lienen und Bracht fahren zu Turnieren, beobachten vielversprechende Spielerinnen in gemischten Mannschaften und nehmen Kontakt zu den Mädchen und ihren Eltern auf. „Irgendwann kommt bei den meisten die Zeit, wo sie nicht mehr mit den Jungs spielen wollen“; sagt Lienen, „dann stehen wir bereits in Kontakt mit der Familie und das Talent wechselt zu uns. Mittlerweile melden sich aber schon gute Spielerinnen aus anderen Vereinen, die zu uns wechseln wollen.“ In der Mädchen-Liga unterfordert - dann spielt man eben gegen Jungs „Das A und O im Fußball ist, dass man sich durchsetzen kann“, erklärt Bracht, „und das lernen Mädchen, die in Jungsmannschaften spielen, natürlich besser. Viele Mädchen kommen aber auch zu uns, weil sie nicht mehr nur unter Burschen sein wollen.“ Mangels Konkurrenz trat die D-Jugend in der vergangenen Saison sogar in der Buben-Liga an. „Im Jahr davor waren sie in der Mädchen-Liga total unterfordert“, sagt der Trainer. Man habe dann abgewägt: Einerseits sind in dem Alter schon große körperliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern erkennbar, es war klar, dass die Mädchen die meisten Spiele verlieren würden – wohingegen sie als dominierende Mannschaft in der Juniorinnen-Runde kaum große Herausforderungen, dafür aber viele Erfolgserlebnisse hätten. „Uns war die Entwicklung der Mädchen wichtiger, das haben auch die Eltern so gesehen“, rechtfertigt Bracht den Schritt. In der aktuellen Saison spielt die Mannschaft aber wieder mit weiblichen Gegnern. Mittlerweile sind sie in die C-Jugend vorgerückt - „und in dieser Alterklasse gibt es schon eine große Bandbreite an Mannschaften mit durchaus anspruchsvollen Gegnern“, so der Trainer. In der kommenden Saison ist der FC von der E- bis zu der B-Jugend mit jeder Mannschaft im Spielbetrieb vertreten. Doch so gut die Nachwuchsarbeit läuft: Bei den Erwachsenen gibt es Probleme im Damenbereich: Zu wenig Spielerinnen, um eine Mannschaft anzumelden. Wie kommt's? Als mit dem Mädchenfußball angefangen wurde, waren viele Spielerinnen noch sehr jung. „Im Moment kommen jedes Jahr nur ein oder zwei Spielerinnen aus der Jugend“, erklärt Bracht. Talente verlassen außerdem oft den Verein, um höherklassig zu spielen. „In ein paar Jahren, wenn unsere selbst trainierten Mädchen alt genug sind, wird das sicher anders sein“, sagt Bracht. „Aber bis dahin wollen wir trotzdem unbedingt eine Damenmannschaft anbieten.“ Deshalb sind auch einige Spielerinnen aus Egglfing zum Training gekommen. Auch dort gibt personelle Engpässe und man will sondieren, ob eine Spielgemeinschaft denkbar wäre. "Frauenfußball wird nie den gleichen Stellenwert haben wie Männerfußball" Frauenfußball, davon ist Bracht überzeugt, wird nie den gleichen Stellenwert haben wie der Männersport – das könne man auch an der Damen-WM sehen. „Das ist allerdings aus meiner Sicht auch gar nicht das Ziel“, meint er, „es geht doch vielmehr darum, etwas zu tun, was einem Spaß macht und sich in einem Verein zu etablieren.“ „Wir sind lizensierte Trainer, versuchen möglichst professionelle Strukturen zu schaffen“, sagt Bracht., „Damit und mit dem Nachwuchsleistungszentrum haben wir uns auch einen guten Namen im Mädchenfußball gemacht.“ Auch innerhalb des Vereins wächst die Stellung der Spielerinnen nach und nach. Bracht: „Die Prioritäten lagen halt jahrelang woanders.“ Im Gegensatz zu den meisten anderen Mannschaften gibt es für die FC-Mädchen in der spielfreien Zeit keine Trainingspause. „Wenn nur fünf Mädchen kommen, dann machen wir auch Training für die fünf.“ Die eigentliche Spielvorbereitung beginnt aber erst Anfang August. Bis dahin trifft man sich einmal wöchentlich. Denn man hat ehrgeizige Ziele für die kommende Saison: Die B-Jugend hat sich vorgenommen, heuer den Aufstieg in die Landesliga Süd zu schaffen. Laut Anselm Lienen ein realistisches Ziel, ebenso wie das der C-Juniorinnen: Mit sieben Auswahlspielerinnen im Team haben sie sich vorgenommen heuer die bayerische Meisterschaft zu holen. Fotos: Laura Lugbauer
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