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Globaler Protest gegen Bankenspekulation ist hier angekommen

"Occupy Passau" - Besetzer auf dem Ludwigsplatz

Auf der ganzen Welt breitet sich die amerikanische Occupy-Bewegung gegen Bankenspekulationen aus - und auch auf dem Passauer Ludwigsplatz haben sich heute die ersten "Besetzer" zusammengetan.

veröffentlicht von Esther Mischkowski am 12.11.2011 16:18 Uhr im Ressort Wirtschaft

Von der Wallstreet ins beschauliche Passau: Die Occupy-Bewegung gegen Bankenspekulationen ist in unsere Stadt übergeschwappt - allerdings ist sie noch sehr überschaubar. In vielen deutschen Städten finden derzeit Demo-Besetzungen statt, um gegen Banken- und Lebensmittelspekuliationen zu protestieren. "Occupy Passau" besetzt gerade den Ludwigsplatz. Bei den Passanten erregt die kleine Gruppe von etwa acht "Besetzern" (Stand 14 Uhr, Anm. d. Red.) durchaus einiges an Aufmerksamkeit.



Den Organisatoren der Grünen Jugend Passau ist bewusst, dass man diese globale Bewegung in Passau lediglich symbolisch durchführen kann, trotzdem will man das Bewusstsein bei den Bürgern schärfen. "Wir wollen Passau aufrütteln, Impulse setzen", erklärt Valerie Schult von der Grünen Jugend Passau. "Auch wenn in Passau nicht so eine große Bewegung ist, wollen wir trotzdem unsere Unterstützung zeigen", erklärt auch Mitstreiterin Dorothea, "mir ist aufgefallen, dass viele Passanten auch noch gar nicht wissen, was die Occupy-Bewegung überhaupt ist."

"Was passiert nach 18 Uhr, bleiben wir sitzen?"


Für ihre Solidaritätsbekundung mit den Bankenprotestlern hat sich der Politiknachwuchs einiges einfallen lassen. Es wird "Spekuliatius gegen Spekulationen" verteilt, eine symbolische Bankenversteigerung steht auf dem Programm und die öffentliche Verlesung der Charta der Menschenrechte . Ob man wie beim großen Vorbild Wallstreet auch den Platz wirklich besetzen will, steht allerdings noch nicht fest. "Das ist die entscheidende Frage: Was passiert nach 18 Uhr, bleiben wir sitzen? Am liebsten möchten wir hier übernachten, aber das hängt auch von der Polizei ab", erklärt Valerie. Bisher habe diese aber guten Willen gezeigt, erläutert sie. Die Aktion ist allerdings nur von 12 bis 18 Uhr offiziell genehmigt.

"Das Volk gegen die Lobbyisten"


Unterstützung findet die Aktion aber jedenfalls bei den Passauer Politikern Alois Feuerer (FWG) und natürlich den Grünen, Stadtrat Stephan Bauer und MdL Eike Hallitzky, die vorbeischauten, um ihre Solidarität zu bekunden. "Ich begrüße, dass dies eine gesamtgesellschaftliche Bewegung über alle politischen Lager hinweg ist, ich halte sie für begründet und berechtigt. Am Ende zahlen nämlich immer die kleinen Leute, wenn man die Investmentbanken nicht endlich bändigt", betont Feuerer. "Nur wenn sich das Volk gegen die Lobbyisten stellt, kann es uns gelingen, die groben Auswüchse der Finanzwirtschaft, die ja mit ihren Renditen völlig von der Realwirtschaft abgehoben sind, einzudämmen", ergänzt Hallitzky. "Wenn in allen Städten auf einmal protestiert wird, merkt die Politik vielleicht endlich, dass es auch hierzulande Widerstand im Volk gegen das Bankensystem gibt", hofft auch Parteikollege Bauer.

Fotos: Esther Mischkowski


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Veröffentlicht in folgenden Zeitungen:
Die Grünen Passau
Schlagwörter & Themen:
Ludwigsplatz , Alois Feuerer , Stephan Bauer , Eike Hallitzky

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