Deine kostenlose Zeitung für Passau!


Die meist geklickten Beiträge


Aktuelle Kommentare



Kunst- und Designwerkstatt startet im Februar

Eine neue Chance für Langzeitarbeitslose

Demnächst beginnt in Passau ein neues Projekt, um Langzeitarbeitslose wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren: In der Kunst- und Designwerkstatt werden Lücken im handwerklichen Lebenslauf geschlossen und bestenfalls sogar ein neuer Job vermittelt.

veröffentlicht von Esther Mischkowski am 12.01.2012 16:38 Uhr im Ressort Wirtschaft

Langzeitarbeitslose mit handwerklicher und kreativer Begabung erhalten eine neue Chance: Für sie gibt es demnächst ein neues Projekt in Passau, mit dem sie den Wiedereinstieg in die Arbeitswelt schaffen können. In der „KDw – Kunst und Designwerkstatt“ können sie sich in den vier Bereichen Metall, Holz, Malerarbeiten bzw. Lackiererei und sowie Design bzw. Textil weiterbilden. Abgerundet wird die Bildungsmaßnahme mit einem Praktikum in einem Unternehmen, das im Idealfall in einer Übernahme mündet.

Projektdauer vorerst zwei Jahre


Der Anspruch dabei ist hoch: Die KDw hat sich das Ziel gesetzt, 50 bis 70 Prozent ihrer Teilnehmer in ein Arbeitsverhältnis zu vermitteln. Der Träger des vorerst auf zwei Jahre angesetzten Projektes ist die Berufliche Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft gGmbH, kurz bfz, in der Passauer Bahnhofstraße. Sie stellte die KDw in Zusammenarbeit mit den beiden Jobcentern Passau-Stadt und Passau-Land der Agentur für Arbeit auf die Beine. „Unser oberstes Ziel ist die Integrierung in den Arbeitsmarkt“, fasst Wolfgang Dietz von der bfz zusammen. Dazu wurde ein ein durchdachtes Konzept erstellt, um eine möglichst breite Hilfestellung geben zu können.

Derzeit sind die beiden Jobcenter dabei eine Teilnehmerliste zu erstellen. „Es ist auf 30 Personen angelegt, 15 kommen von der Stadt, und 15 vom Land“, erklärt Christian Wenzel, Teamleiter beim Jobcenter Passau-Stadt. Als Zielgruppe werden Langzeitarbeitslose jedes Alters und beiderlei Geschlechtes angesprochen. „Wir haben das bewusst relativ breit angelegt auf grundsätzlich alle, die Leistungen der Grundsicherung beziehen“, so Wenzel. Auch müssen die Teilnehmer nicht zwangsläufig Vorkenntnisse in dem jeweiligen Handwerk vorweisen. „Quereinsteiger sind durchaus möglich, wir sehen dies auch als Chance, mit unseren Kunden intensiver zu arbeiten und neue Ansatzmöglichkeiten zu finden“, erläutert Wenzel.



Nicht nur neue handwerkliche Fähigkeiten, sondern auch mehr Selbstbewusstsein


Ist die Teilnehmerliste erstellt, geht es voraussichtlich bereits am 1. Februar offiziell los mit der Kunst- und Designwerkstatt. Doch bevor die praktische Arbeit direkt in den Werkstätten beginnt, erfolgt zunächst einmal eine „Clearing-Phase“ im bfz, in der Potenziale und Defizite der einzelnen Teilnehmer identifiziert werden, um eine möglichst individuelle Weiterbildung zu ermöglichen. „Das geschieht mit den Teilnehmern zusammen“, so Wolfgang Dietz. Diese Clearing-Phase dauert etwa vier Wochen, dann geht es in die Werkstatt. „Die Maler- und Textilwerkstatt haben wir bereits im Haus, die Holzwerkstatt richten wir noch ein“, fasst Dietz zusammen, für die Metallarbeiten stehe eine Werkstatt des bfz in Vilshofen bereit. Die Teilnehmer lernen, wie man einen Arbeitsplatz einrichtet, erfahren alles über Werkstoffkunde und fertigen in der 16-wöchigen Ausbildungszeit auch ein „Gesellen-Stück“. Diese Werkstücke sollen anschließend ausgestellt und für den guten Zweck versteigert werden – der Erlös gehe an die Passauer Tafel, verrät Dietz. Begleitet wird die praktische Arbeit in der Werkstätte von sozialpädagogischen und tiertherapeutischen Seminaren und Beratung zu Bewerbungsfragen etc. So sollen die Langzeitarbeitslosen nicht nur neue Fertigkeiten erlernen, sondern auch ihr Selbstbewusstsein und soziale Kompetenzen stärken.

Praktikumsstellen mit Chance auf Übernahme


Den Abschluss der Weiterbildungsmaßnahme bildet ein vierwöchiges Unternehmenspraktikum. „Wir legen Wert darauf, dass wir nur solche Praktikumsstellen besetzen, wo auch eine Chance auf Übernahme besteht“, betont Dietz. Und was passiert, wenn ein Teilnehmer keinen Praktikumsplatz findet? Dietz: „Das gibt’s nicht, dieser Fall ist nicht vorgesehen.“ Denn das bfz kann auf ein breites Netzwerk an Unternehmen zurückgreifen: „Mittlerweile müssen nicht mehr nur wir auf die Unternehmen zugehen, sondern sie rufen bei uns an und fragen, ob wir geeignete Kandidaten für sie haben“, freut sich Dietz. Insgesamt dauert also die Teilnahme an der Design- und Kunstwerkstatt 24 Wochen. Idealerweise werden danach die Leute von den Unternehmen übernommen oder bauen ihre neugewonnenen Fähigkeiten bis zu einer anerkannten externen Qualifizierung aus. Während sie an dem Projekt teilnehmen, werden sie aber weiterhin auch von ihrem Vermittlungspartner im Jobcenter begleitet. Denn auch über das Jobcenter steigt dank der neugewonnenen Kenntnisse die Chance einer erfolgreichen Vermittlung.

280.000 Euro vom Freistaat


Sogar auf Regierungsebene hat das Projekt bereits Unterstützung erhalten. Für die vorerst zweijährige Laufzeit werden die Kosten auf etwa 375.000 Euro beziffert – der Freistaat schießt dabei 280.000 Euro zu. „Derzeit haben wir auf dem bayerischen Arbeitsmarkt die beste Situation jemals. Gerade mit Blick auf den drohenden Fachkräftemangel ist mir die Arbeitsmarktintegration von Langzeitarbeitslosen ein besonderes Anliegen. Das innovative Modellprojekt KDw - Kunst- und Designwerkstatt des bfz Passau ist genau auf diese Integration ausgerichtet. Ich freue mich daher, dass wir dieses Projekt mit rund 280.000 Euro aus dem Arbeitsmarktfonds unterstützen können“, betont Bayerns Arbeitsministerin Christine Haderthauer.

Foto: Marianne J. / pixelio.de


512.683
Bericht wurde veröffentlicht von
Für Kritik, Lob oder Verbesserungsvorschläge nutze unser Feedbackformular. Gerne auch 100% anonym.
Veröffentlicht in folgenden Zeitungen:
Passauer Wirtschaft
Schlagwörter & Themen:
Bahnhof , Bahnhofstraße , Fortbildung, Ausbildung

Aktuelle Meldungen

Am 22. April 13. DJK-Domlauf-Stadtgalerielauf

Domlauf: Diese Woche noch anmelden

Nur noch knapp eine Woche haben alle Laufbegeisterten Zeit sich für den „13. Internationalen DJK-Domlauf-Stadtgalerielauf“ anzumelden, den der DJK-Diözesanverband am Sonntag, 22. April ausrichtet. zum Artikel

Zulauf hält an: 9.864 Studenten im Sommersemester

590 Neue sind ab Montag an der Uni

Noch nie haben in einem Sommersemester mehr Personen in Passau studiert. 590 Studenten im 1. Fachsemester besuchen ab kommenden Montag, 16. April, die Vorlesungen an der Universität Passau. zum Artikel

Weitere Meldungen im Tagesticker

Deine Meinung